Junge Menschen am Lagerfeuer

dpa/A3838 Jens Ressing

City Science Talk

"Die Kraft der Gemeinschaft"
Gestaltung: Elisabeth J. Nöstlinger

Aus Leidenschaft entstanden, durch Gemeinschaft gefestigt, wegen psychodynamischer Prozesse entzweit: So verlief die jüngste Geschichte Europas, die Geschichte der Europäischen Union.
Dabei zeigte sich eine Dynamik wie in anderen Gemeinschaftsgefügen, in Partnerbeziehungen, Freundschaften, Organisationsstrukturen, Parteien, in Firmen und Vereinen.

Was geht dabei vor sich?

Am Beginn steht die Sehnsucht nach Gemeinsamkeit und die evolutionsbiologische Tatsache, dass erst Kooperation die Menschheit weiterbringt. Eine Studie am St. Chad's College in Durham/Großbritannien zeigt beispielsweise, dass dort kaum jemand sein Studium abbricht, und zwar infolge des sozialen Zusammenhalts. Ausgrenzung ist tabu, es gibt keine Außenseiter. Dadurch wird die individuelle Persönlichkeit der jungen Menschen für ihr Leben geprägt.

Den meisten Menschen sind solche positiven Erfahrungen nicht vergönnt. Viele von uns sind lebenslang von negativen Erlebnissen geprägt, denn die Persönlichkeit wird nicht vor dem Konferenzraum abgelegt, nicht vor dem Betreten des Büros und auch nicht vor der partnerschaftlich geteilten Wohnung.
Die Persönlichkeitsstruktur stellt somit ein Konstrukt dar, "(...) in welchem psychische Funktionsweisen und psychische Repräsentanzen aus der Erlebniswirklichkeit eines Menschen mit ihren bewussten und unbewussten Anteilen abstrahiert sind". Rudolf/Grande/Henningsen: "Die Struktur der Persönlichkeit")
Umgekehrt wirken zwar auch Organisationskulturen auf Menschen ein, doch neueste Studien zeigen, wie ausgeprägt das soziale Gehirn ist, und dass Menschen über Hierarchie und Herrschaft eigentlich nicht geführt werden können. Eigenverantwortung übernimmt mehr und mehr die Handlungshoheit und verändert so das kollektive Bewusstsein der Gesellschaften.

Ein Salzburger Nachtstudio von Elisabeth J. Nöstlinger

Service

LITERATUR:

Gunter Dueck: Schwarmdumm. So blöd sind wir nur gemeinsam. Goldmann

Wolfgang Picken: Wir. Die Zivilgesellschaft von morgen. Mit einem Vorwort von Udo di Fabio

Laura Wiesböck: In bessserer Gesellschaft. Der selbstgerechte Blick auf die Anderen

Sendereihe