Ein Hochzeitspaar aus Wachs auf einer Hochzeitstorte

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Hochzeit-Aufzeichnung eines glücklichen Tages

Die Hochzeit. Szenen eines Ereignisses vom Lande. Von Elisabeth Putz.

Es war einmal ein kleines Dorf, das zählte exakt 800 Einwohner/innen. Ein Prozent dieser Zahl machte eine besondere Familie aus. Die Familie Putz. Vater und Mutter Putz waren vor mehr als 30 Jahren in das beschauliche Dorf gezogen. Mutter Putz gebar innerhalb von neun Jahren sechs Töchter. Die Zeit verging und diese sechs Mädchen wuchsen heran. Und wie die meisten Mädchen träumten auch sie davon, eines Tages ihren Traumprinzen kennenzulernen. Doch nur einer gelang es. Im zarten Alter von 16 Jahren traf die Zweitgeborene - Claudia - ihren Märchenprinzen auf einem Ball in der nahe gelegenen Landeshauptstadt.

Elf Jahre lebten sie in wilder Ehe, bis er ihr an einem Herbstabend einen Antrag machte. Gefragt, geplant. Fast ein Jahr dauerten die Vorbereitungen für dieses Megaereignis provinciale. Die Mutter buk 25 Kilo Kekse und träumte von einer Generalsanierung des in die Jahre gekommenen Hauses, der Vater versorgte gewissenhaft den Garten, die fünf Schwestern suchten fieberhaft nach ihren Brautjungfernkleidern. Und die Braut? Die stürzte sich in die Arbeit - wollte sie doch bei der Planung ihrer Hochzeit nichts dem Zufall überlassen. Immerhin heißt es, die Hochzeit sei der schönste Tag im Leben.

Elisabeth Putz, die Autorin und Regisseurin dieses Stücks, ist eine der Schwestern. Über Monate hindurch hat sie die Hochzeitsvorbereitungen mit dem Mikrofon begleitet. Liebevoll, aufmerksam und zärtlich. Und auch wenn die Ehe als Institution ein wenig in Verruf geraten sein mag: Gelegentlich findet man es doch, das große, vollkommene, romantische Liebesglück.

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