Ein Bambuswald

APA/AFP/BEHROUZ MEHRI

Die Natur als Vorbild für die Architektur

Die Bionikerin Petra Gruber spricht über den Zusammenhang von Biologie und Bauwesen
Teil 5: Das Spinnennetz und die textile Architektur
Gestaltung: Ilse Huber

Das weite Feld der Biologie bietet unzählige Anreize für die Technik. Setzt man den ersten Teil des einen Wortes: BIO- mit dem zweiten Teil des anderen Wortes: NIK zusammen, entsteht das Kunstwort: Bionik.
Auch in der Architektur kommen zunehmend unterschiedliche Prinzipien der Biologie zur Abwendung. Seit rund 50 Jahren werden hier etliche Eigenschaften von Pflanzen, Pilzen und Tieren erforscht.

Das Lüftungssystem eines Termitenhügels hat sich etwa bei einem Shopping-Center in Harare, Simbabwe, als geeignetes Vorbild für die Ventilation herausgestellt.
Bei Pflanzen ist die Übertragung bestimmter Eigenschaften auf die Architektur etwas einfacher, sind sie doch mit ihren Wurzeln fix an den Boden gebunden - genauso wie ein Gebäude, das ebenfalls seinen festen Standort hat.

In Bambus und Kannenpflanze stecken Eigenschaften, die architektonisch gut verwendet werden können. Die Bambusfasern eignen sich als Vorbild für Glasfaserverbundwerkstoffe. Die fleischfressende Kannenpflanze ist durch ihre glatte Oberfläche eine Falle für Insekten. Architekten versuchen ähnliche, selbstreinigende Strukturen für Böden, Wände oder Möbel zu entwickeln. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Gewicht: umweltfreundliche Leichtbauteile werden überall gesucht. Hier liefern Würgfeige und Pilzmyzel wertvolle Anregungen.

Gesprächspartnerin:
Dr.in Petra Gruber, University of Akron, Ohio

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