Blick über Seoul, Wolkenlandschaft

AP/LEE JIN-MAN

Ambiente - von der Kunst des Reisens

Ambiente Spezial: Nationalparks, Tradition und Hightech - eine Ö1 Studienreise durch Südkorea. Von Ernst Weber.

Seoul ist eine pulsierende Metropole mit Hochhausschluchten und leuchtenden Neonbildschirmen, dazwischen liegen jahrhundertealte Paläste und quirlige Märkte. Die 10-Millionen-Einwohner-Stadt hat eine effiziente Infrastruktur, bewaldete Parkanlagen und einen Notfallplan für einen Konflikt mit dem benachbarten Nordkorea. Bustouren führen in die "demilitarisierte Zone" - das Niemandsland, das die beiden Staaten trennt - und geben Einblicke in den Kalten Krieg, den die verfeindeten Bruderstaaten kultivieren: Stacheldrähte, Minen, Wachtposten und Panzersperren, dazwischen ein vier Kilometer breiter Pufferkorridor, der die beiden Staaten trennt.

Jeder männliche Südkoreaner muss einen zwei Jahre langen Militärdienst leisten. Die meisten Südkoreaner jedoch fühlen sich sicher und haben keine Sorge vor eventuellen Konflikten mit dem Nachbarn - trotz nuklearer Bedrohung. Junge Besucher/innen aus aller Welt kommen übrigens wegen "K-Pop" nach Seoul, der besonders in Asien berühmten koreanischen Popmusik. Im vornehmen Stadtteil Gangnam südlich des Han Flusses entstand der sogenannte "Gangnam Style" - eine Spielart der koreanischen Popmusik, die durch Talentagenturen gefördert und entwickelt wird.

Ruhe und Entspannung findet man im Seoraksan-Nationalpark im Osten des Landes: Kristallklare Bäche, dichte Wälder, schneebedeckte Berge und einsame Tempel prägen den Park, durch den Wanderwege führen die man nicht verlassen darf. Der Seoraksan-Gebirgszug, eine Ansammlung von zerklüfteten Gipfeln, erstreckt sich über einen großen Teil der koreanischen Halbinsel. Für Sicherheit ist auch entlang der Wanderwege gesorgt: Lautsprecher informieren über eventuelle Gefahren oder aufziehende Gewitter. Um Sicherheit ist man auch in Hotels besorgt: Ab dem zweiten Stock eines Hotels gibt es Notfallsausrüstungen, die unter anderen einen Hammer zum Zerschlagen der Scheiben beinhalten und ein genügend langes Seil zum Abseilen aus dem Fenster. Ausgangspunkt für Touren in den Nationalpark ist das am Ostmeer gelegene Fischerstädtchen Sokcho: Überall hängen Tintenfische zum Trocknen auf Leinen, auf Fischmärkten wählt man lebende Fische aus dem Aquarium, die in einem der vielen Restaurants zubereitet werden.

Ländliche Idylle prägt das Hahoe Folk Village in der Nähe der Stadt Andong: Das Hahoe Folk Village hat seine Wurzeln im 14. und 15. Jahrhundert und zählt zum UNESCO Welterbe. Das historische Dorf liegt in einer großen Schleife des Nakdonggang Flusses, es besteht aus stroh- und ziegelgedeckten Bauernhäusern und gilt als lebendiges Symbol alter aristokratischer Konfuziuskultur aus der Joseon-Dynastie. Im Rest des Landes bezahlt man in erster Linie bargeldlos; in modernen Wohnungen ersetzt man Schlüssel häufig durch Nummerncodes, die Hausverwaltung meldet sich per Lautsprecher, die in den Wohnzimmern installiert sind.

Service

Kostenfreie Podcasts:
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Reisetipp:
Zwei Ö1 Studienreisen ins nach Südkorea sind 2019 geplant:
Ö1-Reisekatalog 2019

Literatur:
Joachim Rau: "Südkorea" Dumont Reise-Handbuch
Min Jin Lee: "Ein einfaches Leben" dtv


Koreanische Zentrale für Tourismus:
Visit Korea


Seoraksan Nationalpark:
Korea Nationalpark


Hahoe Folk Village:
Hahoe Folk Village

Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Komponist/Komponistin: Psy
Titel: Gangnam Style
I: Psy
Länge: 05:02 min
Label: Universal Music Vertrieb

Urheber/Urheberin: Trad.
Titel: Arirang
I: Sungha Jung, Piri Tai Kyu Kwak
Länge: 05:22 min
Label: sunghajung.com