Reiter auf einem springenden Pferd

AFP/KARIM JAAFAR

Reiten, Tennis, Schießen

Sport in der Frühen Neuzeit. Mit Martin Scheutz, Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien.
Gestaltung: Robert Weichinger.

Nach einer landläufigen Vorstellung entstand der "moderne Sport" um 1850 und ist vor allem durch Chancengleichheit im Wettkampf, durch ein verbindliches Regelwerk, durch Verweltlichung, durch bürokratische Organisation und durch eine ständige Jagd nach Rekorden geprägt. Lange Zeit meinte man, in der Frühen Neuzeit damit also keine sportlichen Aktivitäten ausmachen zu können.

Die neuere Forschung zeigt, unter anderem am Beispiel des "real tennis", dass viele dieser Voraussetzungen des modernen Sports aber schon im 16. Jahrhundert gegeben waren. Am Beispiel von Tennis mit einer ersten Tennisregel soll einerseits das Spiel selbst, aber auch die Sportstätten gezeigt werden. Eine erste deutsche Tennisregel wurde 1680 mit dem "Unterricht deß Ballen=Spiels" vorgelegt. Auch der Sportartikelhandel war in dieser Zeit schon weit entwickelt, es war zum Beispiel im 16. Jahrhundert für die adeligen Spieler kein Problem, Rackets und Tennisbälle aus Paris, Neapel oder Mailand zu beziehen.

Adelige und Studenten waren begeisterte Tennisspieler, was sich aber auch als kostenintensiv erwies. Neben dem Tennis wurde auch auf hohem Niveau in Reithallen geritten, der bürgerliche Schießsport blühte zudem in dieser Zeit auf.

Regelwerke und das Errichten von Sportanlagen sorgen dafür, dass wir in der Frühen Neuzeit erste Ansätze einer Institutionalisierung von Sport erleben.

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