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Nichts mehr zu holen

Der langsame Bankrott des Banküberfalls.
Von Marlene Nowotny

Die "goldene Zeiten" des Bankraubs waren die 1960er und 70er Jahre. Damals war in Österreich mehr Bargeld im Umlauf als heute. Es gab keine Kartenzahlung und keine Bankomaten - die ersten wurden 1980 in Wien aufgestellt. Gehälter, Pensionen oder Stipendien wurden in bar bezahlt, alle Einkäufe, die Miete oder die Gasrechnung wurden mit Schilling-Scheinen und -Münzen beglichen. Und dieses Bargeld hat man sich tagein, tagaus in der nächstgelegen Bankfiliale geholt. - Heute ist das anders:

Es werden viel mehr Zahlungen auf elektronischem Weg abgewickelt. In den Kassaräumlichkeiten von Banken werden wesentlich kleinere Summen gehortet. Ein Umstand, der sich auch in der Kriminalstatistik niederschlägt: Im Jahr 2006 gab es noch 127 Raubdelikte, von denen die Polizei etwa die Hälfte aufgeklärt hat. 2016 waren es nur noch 39, und die Aufklärungsrate lag über 70 Prozent. - Stirbt der Banküberfall also zwangsläufig aus? Ist eine bargeldlose Gesellschaft eine sichere Gesellschaft? Oder wurde der klassische Banküberfall von einem anderen Delikt abgelöst?

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