Erika Pluhar

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Rückschau mit Aussicht

Erika Pluhar wird 80

Am 28. Februar feiert Erika Pluhar ihren 80. Geburtstag. Nach ihrem Abgang vom Wiener Burgtheater vor 20 Jahren verlegte sich die Schauspielerin ganz aufs Singen und Schreiben. Sie interpretiert Chansons mit eigenen Texten und hat zahlreiche Romane und halb autobiografische Erzählungen veröffentlicht. Schreiben ist für sie ein Mittel, um "schreibend zu denken", um mit sich selbst und anderen in einen Dialog zu treten. Ganz exemplarisch geschieht das bei den beiden Protagonistinnen des Romanes "Gegenüber", der mit den Stimmen von Erika Pluhar und Anna Dangel vor kurzem als Hörbuch erschienen ist.

In ihrem jüngsten Buch: "Anna - eine Kindheit" zeichnet sie die ersten Lebensjahre ihrer Tochter nach, die mit 37 Jahren an einem Asthmaanfall gestorben ist. Erika Pluhar nimmt dabei ganz ausdrücklich die kindliche Perspektive ein: Aus der Sicht der Tochter deckt sie unverhohlen die unglückliche Ehe der Eltern auf. Und schildert auch das Leben in den Internaten, in die Anna von den Eltern "abgeliefert" wurde, wie es Pluhar im Roman nennt.

Erika Pluhar ist es stets gelungen, sich Klischees zu entziehen, selbst wenn sie einmal darauf festgelegt war: 1973 war sie die erste Nackte auf der Bühne des Burgtheaters - aber sie blieb nicht lange auf die Rolle der Femme fatale fixiert. Auf ihre beiden Ehen mit Udo Proksch und André Heller wird sie bis heute regelmäßig angesprochen. Seit dem Ende ihrer Schauspielkarriere wurde Erika Pluhar mehrmals gefragt, ob sie für ein politisches Amt zur Verfügung stehe, was sie stets abgelehnt hat. Dennoch äußert sie sich regelmäßig öffentlich zur politischen Situation in Österreich.

Nach ihren wichtigsten Lebenslehren gefragt, antwortet Erika Pluhar mit einer ganzen Liste an Punkten, die für sie "ein gutes Menschsein" ausmachen. An erster Stelle steht das Wort "Trotzdem": Trotzdem weitermachen, gegen alle möglichen Widerstände, trotzdem sich politisch äußern, auch wenn es vielleicht ungehört verhallt. Und bei alldem versuchen, anständig zu sein, resümiert Erika Pluhar.- Gestaltung: Helene Sommer

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