Junge Seelen mit (bleibenden) Bombenschäden

"Die guten Tage". Von Marko Dinic. Gestaltung: Karin Buttenhauser

In einem Bus, der täglich von Wien nach Belgrad fährt, rollt der Erzähler durch die ungarische Einöde. Dieser so genannte "Gastarbeiter-Express" bringt den jungen Mann jener Stadt entgegen, in der er aufgewachsen ist, und in der jetzt seine Großmutter zu Grabe getragen wird. Die Stimmung im Bus ist getragen von Alkohol, Musik und Frust, ein Rädelsführer stellt sich und seine Ansichten zur Schau.

Die Gedanken des Erzählers gehen zurück zu den Bomben, den Krieg und zu Miloševic, den er zuerst lieben, dann hassen gelernt hat. Zwanzig Jahre nach dem Bombardement von Belgrad erzählt der Autor von einer traumatisierten Generation, die sich weder zu Hause noch in der Fremde verstanden fühlt.

Marko Dinic wurde 1988 in Wien geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Belgrad. Er studierte in Salzburg Germanistik und Jüdische Kulturgeschichte und ist auch als Literaturvermittler tätig. Auf Einladung von Klaus Kastberger las er 2016 beim Ingeborg-Bachmann-Preis einen Auszug aus seinem nun vorliegenden Debütroman "Die guten Tage".

Service

Marko Dinic: Die guten Tage. Zsolnay Verlag, 2019

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