Zwei Models laufen über den Laufsteg

DPA/WANG ZHAO

Die Soziale Welt als Rollenspiel

Die Soziologen Erving Goffman und Harold Garfinkel
Gestaltung: Michael Reitz

Kassenschlange, vollbesetzter Fahrstuhl, Sitzplatzgerangel im überfüllten ICE oder der Umgang mit Kollegen - im Alltag sind wir sowohl geschickte Schauspieler als auch Regisseure unserer Selbstdarstellung.

So sahen es die US-Soziologen Erving Goffman (1922 - 1982) und Harold Garfinkel (1917-2011). Sie fragten sich, wie die soziale Welt funktioniert, ohne dass wir uns in die Haare geraten.

Die Antwort: wir spielen Rollen und machen Experimente. Verblüffend an diesem Schauspiel: Die Besetzung steht fest, aber es wird jedes Mal neu erörtert, wer welchen Part spielt. Permanent wird ausgehandelt, wer Publikum oder Darsteller ist - gemäß einem Drehbuch, an dem wir alle schreiben und dessen Gelingen fortlaufend erprobt wird. Je flexibler der Einzelne in seiner Umwelt agiert, desto gesicherter ist der Ablauf des sozialen Spielplans.

Ein Salzburger Nachtstudio von Michael Reitz.

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