EU-Brexit-Chefverhandler Michel Barnier und Bundeskanzler Sebastian Kurz

APA/BUNDESKANZLERAMT/ARNO MELICHAREK

Tschetschenien, EU, Großbritannien

75 Jahre später: Die Deportation der Tschetschenen durch Stalin wirkt bis heute weiter +++ Zukunfts- oder Auslaufmodell: Die Spitzenkandidaten bei der EU-Wahl +++ Brexit - Die Spannung steigt
Moderation: Markus Müller-Schinwald

75 Jahre nach der Deportation der Tschetschenen, Spitzenkandidaten in der EU, Brexit

75 Jahre später: Die Deportation der Tschetschenen durch Stalin wirkt bis heute weiter
Am Morgen des 23. Februar 1944 begann der Einsatz der Roten Armee im Nordkaukasus gegen die eigene Bevölkerung. Die gesamte tschetschenische und inguschische Bevölkerung der Region wurde nach Sibirien und Zentralasien deportiert und durfte erst nach Stalins Tod in die Heimat zurückkehren. Historiker schätzen, dass mehr als eine Drittel die Deportation nicht überlebt hat. Nach dem Zerfall der Sowjetunion erklärte Tschetschenien seine Unabhängigkeit, Moskau antwortete mit Gewalt, der Krieg forderte unter der Zivilbevölkerung schwere Opfer. Etwa hunderttausend Tschetschenen flüchteten vor dem Krieg und dem danach errichteten autoritären Regime nach Westeuropa. Christian Lininger hat in Tschetschenien recherchiert, wie sich die Deportation vor 75 Jahren bis heute auswirkt. Im Studio des Europajournals erklärt die Schriftstellerin und Journalistin Maynat Kurbanowa, wie die etwa 25.000 in Österreich lebenden Tschetschenen mit dem schweren Erbe umgehen und wie die Volksgruppe auch hier immer wieder zum Spielball der Innenpolitik wird.

Zukunfts- oder Auslaufmodell: Die Spitzenkandidaten bei der EU-Wahl
Spitzenkandidat - das ist ein deutsches Wort, das im jetzt anlaufenden EU- Wahlkampf auch in der englischen Sprache als Fremdwort verwendet wird. Bei nationalen Wahlen ist es schon lange üblich, dass die Listenersten als Anwärter auf das Amt des Regierungschefs gelten. Auf EU-Ebene wird das erst seit der letzten Parlamentswahl im Jahr 2014 praktiziert. Spitzenkandidat Jean-Claude Juncker von der Europäischen Volkspartei wurde danach Präsident der EU-Kommission. Auch diesmal gehen Spitzenkandidaten ins Rennen, aber die Spielregeln besagen nicht unbedingt, dass der Sieger am Ende auch wirklich den begehrten Posten des Kommissionspräsidenten erhalten muss. Aus Brüssel berichtet Peter Fritz.

Brexit - Die Spannung steigt
Die Unsicherheit rund um den Brexit ist um ein Kapitel reicher. Nach dem Schwenk der Labour-Party soll das Parlament Mitte März über das weitere Vorgehen abstimmen, wie es weitergehen wird, ist offen. Aber die Zeit wird knapp. Bis zum offiziellen Austrittstermin ist gerade noch ein Monat Zeit. Wie bereiten sich die Menschen in Großbritannien auf den Austritt aus der EU vor, welche Maßnahmen treffen Klein- und Mittelbetriebe außerhalb der großen Ballungszentren? Cornelia Primosch hat sich im Grenzgebiet zwischen England und Wales umgehört.

Moderation: Markus Müller-Schinwald

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