Ulrike Edschmid

SUHRKAMP VERLAG/SEBASTIAN EDSCHMID

Nähe und Distanz - die Autorin Ulrike Edschmid

Die Beobachterin. Porträt der Berliner Autorin Ulrike Edschmid. Feature von Lukas Tremetsberger

Ulrike Edschmid ist eine Autorin, die keine Scheu hat, sehr persönliche Erlebnisse in ihren Romanen zu verarbeiten. Und der es dennoch gelingt, mit einer nüchternen, beobachtenden Sprache stets Distanz zur Wirklichkeit zu halten.

Als sie mit ihrem kleinen Sohn Mitte der 1960er Jahre nach Berlin zieht, wird Edschmid Teil der Studentenbewegung und begründet die ersten Kinderläden mit. Ihr Roman "Das Verschwinden des Philip S." erscheint 2013 und handelt von der Veränderung ihres damaligen Lebensgefährten, einem Schweizer Filmstudenten. Der plant sein Verschwinden aus dem Leben von Ulrike Edschmid und geht in den bewaffneten Untergrund. 1975 wird er auf einem Parkplatz bei einer Polizeikontrolle erschossen.

Ein gutes Jahrzehnt danach stürzt ihr heutiger Mann beim Renovieren der Wohnung in Berlin-Charlottenburg, die das Paar gerade beziehen will, von der Leiter und wird querschnittgelähmt. In "Ein Mann, der fällt" beschreibt Edschmid den mühevollen Weg zurück aus der Klinik, in die Wohnung, in den Alltag und den Beruf. Gleichzeitig zeichnet die Autorin ein präzises Bild des Hauses, in dem sie wohnt, und des Stadtteils Charlottenburg.

Sendereihe

Übersicht