Pierre Bourdieu

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Feinste Unterschiede

Das Denken des Soziologen Pierre Bourdieu
Gestaltung: Michael Reitz

Der französische Soziologe Pierre Bourdieu (1930-2002) ging davon aus, dass gesellschaftliche Unterschiede wesentlich feiner sind, als sie beispielsweise von der marxistischen Theorie beschrieben werden. Der traditionellen Aufteilung der Gesellschaft in Klassen stellt er ein hochdifferenziertes Modell entgegen, das geprägt ist von vier Kapitalarten: ökonomisches, kulturelles, soziales und symbolisches Vermögen.

Eine zentrale Rolle kommt dabei dem sogenannten Habitus zu. Bourdieu versteht darunter Gewohnheiten, Güter und Lebensstil, die jemanden als Angehörigen einer bestimmten sozialen Gruppe kennzeichnen.

Doch sind diese "feinen Unterschiede" heute noch aufrechtzuerhalten, bzw. müssten sie nicht noch feiner werden? Die Möglichkeit der Selbstdarstellung in den sozialen Netzwerken beispielsweise stellt das Habitus-Konzept auf den Kopf; der hybride Konsument kauft sowohl in Billigläden als auch in hochpreisigen Märkten.

Ein Salzburger Nachtstudio zu neuen Aspekten der Gedankenwelt Pierre Bourdieus von Michael Reitz

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