Matera

APA/AFP/Filippo MONTEFORTE

Südlichste Gefilde

Einer sucht das Meer, die anderen den südlichsten Zipfel Südamerikas. Der Süden Italiens ist traditionell wenig beachtet - und gerade deshalb lohnt sich ein vorurteilsfreier Blick.
Ein Ö1 Kunstsonntag, dessen inhaltlicher Kompass eine eindeutige Himmelsrichtung vorgibt.

Matera heißt jene süditalienische Stadt, die von Höhlen durchzogen ist und die heuer als europäische Kulturhauptstadt internationale Aufmerksamkeit genießt. In den Sassi, der Höhlenstadt, lebten über Jahrtausende Menschen - bis in die 1950er Jahre, als dieser "nationale Schandfleck" bereinigt und die Höhlenbewohner abgesiedelt wurden. Heute sind die Höhlen Weltkulturerbe und eine touristische Attraktion. Für ein Labor der Kunstuni Linz diente Matera als Schauplatz und als Forschungsgegenstand - der Architekt Angelo Stagno und die Künstlerin Andrea van der Straeten berichten als Studiogäste darüber, was man sich heute von diesem dichten, urbanen und zugleich archaischen Raumgefüge von Matera abschauen kann. Ihre Publikation "Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich" ist bei Schlebrügge.Editor erschienen.

Ein exklusives Radiokonzert gibt es von der Gruppe "Ritornell" in der Radiosession. In den Tonspuren geht es um die "Russischen Dämonen", um eine beachtenswerte Allianz zwischen Kunst und Politik und um die Frage, was Präsident Wladimir Putin vom Literaten Fjodor Dostojewski will.

Zwischen Mars und Jupiter lebt der Asteroid 6083, umgeben von einem Gürtel aus kreisenden Weltraumfelsen. Er ist relativ klein und hat eine exzentrische Umlaufbahn; dieser Asteroid ist auch unter einem anderen Namen, der einer Jazzmusikerin, bekannt: Jane Ira Bloom.Durch ihr Album "Modern Drama", das sogar die Aufmerksamkeit der NASA erregte, hören wir uns in der heutigen Ausgabe der Milestones.

In den Neuen Texten ist ein unveröffentlichter Text von Mike Markart zu hören. 1961 in Graz geboren, lebt er als freier Schriftsteller, Fotograf und passionierter Koch im steirischen Stainz. Derzeit schreibt Markart an dem Roman "Mein letzter Ort. Das Meer", in dem er in gewohnt poetischer Manier durchaus eigenen Marotten auf der Spur ist und seinen Ich-Erzähler von Nord nach Süd reisen lässt - aus kühler Tristesse in ein vielleicht letztes, sonniges Hoch.

Das Streben gen Süden ist ein Motiv in diesem Kunstsonntag - und im zweiten Teil ziehen wir weiter in diese Himmelsrichtung. Bis an den südlichsten Punkt Südamerikas schaffen wir es. Noch vor Mitternacht.

Sendereihe

Gestaltung

  • Anna Soucek