Kein Jubel

mit Hans Georg Nicklaus. Schostakowitschs "Neunte" sei eine "Anti-Neunte", meinte Leonard Bernstein. Ausgewählt vergleicht Interpretationen und Aufnahmen.

Man kann es fast schon nicht mehr hören: geht es um Musik Dmitri Schostakowitschs, dann geht es um Stalin und um Konflikte mit der Politik, um den brutalen Umgang des Sowjetregimes mit Künstlerinnen und Künstlern. Als Schostakowitsch 1945 seine "Neunte" ankündigt, war das Ende des Zweiten Weltkriegs mit dem Sieg der Roten Armee über die Nazis das alles beherrschende Thema in Russland. Selbstverständlich erwartete das Regime eine Jubel- und Siegessymphonie.

Doch Schostakowitsch komponiert eine kleine, kurze, zumeist heitere, sehr klassizistische, allen Bombast verweigernde neunte Symphonie. Man war enttäuscht - im Osten wie auch im Westen. Doch schnell schon wurden Stimmen laut, die in dieser Symphonie einen subtilen Witz und Hohn hören. Dementsprechend unterschiedlich fallen die Interpretationen aus: von heiterer Zirkusmusik bis zur grotesken Farce.

Sendereihe

Gestaltung