Der auratisch aufgeladenen Tonhof

Schichtungen | Ein Tonhof
von Aleksandra Kolodziejczyk, Matija Schellander und Karl Wratschko

Der Tonhof in Maria Saal in Kärnten war über Jahrzehnte ein Zentrum der österreichischen Avantgarde. Die Eigentümer und Eigentümerinnen des Tonhofs (das Ehepaar Lampersberg) schufen von den 1950er bis in die 1980er Jahre für viele progressive Künstler und Künstlerinnen der 2. Republik einen Ort des Schaffens. Viele von ihnen lebten auch für längere Zeit auf dem Tonhof. Zu jener Zeit fanden viele kulturelle Veranstaltungen am Tonhof statt. Nach dem Tod von Maja und Gerhard Lampersberg kehrte Ruhe am Tonhof ein. Heute belebt ein Kunstverein die Jahrhunderte alten Gemäuer des Tonhofs mit vielfältigen Kulturveranstaltungen.

Die Ö1 Kunstradio-Sendung "Schichtungen | Ein Tonhof" erschließt den Tonhof klanglich. Der Tonhof als Gebäude wird dabei zum Instrument. Die 52-minütige Komposition setzt sich vor allem aus Phonographie und Interviewsequenzen vom Tonhof zusammen. Im Zentrum der Sendung steht die kompositorische Auseinandersetzung mit Vergangenem, ihrer Überschreibung, Aura und Mythenbildung. Dabei dringt sie in die verschiedenen Schichten des auratisch aufgeladenen Tonhofs vor. Der Tonhof, seine Geräusche und seine Atmosphäre, lassen sich heute als eine zähflüssige und schwer durchdringbare Masse erleben. Der Tonhof oszilliert gegenwärtig zwischen der Dekonstruktion seiner Aura und der Mythenbildung seiner Vergangenheit. Die Ö1 Kunstradio-Sendung rückt diese Zerrissenheit und Mehrschichtigkeit in den Fokus.

Mitwirkende:
Gestaltung und Text: Aleksandra Kolodziejczyk, Matija Schellander und Karl Wratschko
Komposition: Matija Schellander
Aufnahmen: Aleksandra Kolodziejczyk, Matija Schellander und Karl Wratschko
Sprecherin: Maja Osojnik
Interviewpartner: Stefan Schweiger
Dank an: Stefan Schweiger (Obmann des Vereins Tonhof)

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