Weizen vor düsterem Himmel

APA/DPA/MARTIN GERTEN

Kornkammer und Krim-Krise

Die Ukraine. Mit Matthias Kaltenbrunner vom Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Die Ukraine ist seit Jahren vor allem wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen mit Russland um die Halbinsel Krim in den Medien präsent. Die russische Annexion der Krim ist dabei die jüngste Eskalation eines jahrhundertealten Konflikts zwischen den beiden Staaten.

Im Zarenreich hieß die Ukraine "Kleinrussland". Ein Bestreben nach einem unabhängigen ukrainischen Nationalstaat entwickelte sich bereits ab dem 19. Jahrhundert. Nach der russischen Oktoberrevolution 1917 gab es für wenige Jahre eine ukrainische Republik. Doch bereits 1920 besetzte die Rote Armee das Land. 1921 fiel durch den Frieden von Riga die Westukraine an Polen, Rumänien und die Tschechoslowakei.

Der übrige Teil wurde als ukrainische Sowjetrepublik Teil der UdSSR. In der "Kornkammer" der Sowjetunion starben während des Holodomor (der schweren Hungersnot) in den frühen 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts Millionen Menschen an den durch die Zwangskollektivierung ausgelösten Folgen: Verringerung der Ackerflächen, Reduzierung des Viehbestands. Rund zwanzig Jahre später, 1954, schenkte der sowjetische Parteichef Nikita Chruschtschow, der selbst aus der Ukraine stammte, die Krim der ukrainischen Sowjetrepublik.

1991 wurde die Ukraine unabhängig, seit 2014 befindet sie sich wegen der Krim-Krise in einem kriegerischen Konflikt mit Russland. Die Krim gehört völkerrechtlich weiterhin zur Ukraine, der Nachbar Russland betrachtet sie jedoch mittlerweile als eigenes Staatsgebiet an.

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