Menschen vor Riesenbüchern

APA/dpa-Zentralbild/Hendrik Schmidt

Kontext

Sachbücher im Mai

Die monatlich erscheinende Sachbuch-Bestenliste der Medienpartner "Die Literarische Welt", Radiosender WDR 5, "Neue Zürcher Zeitung“ sowie Ö1.

Unabhängiges Gremium

Unsere Liste wird von einem unabhängigen Gremium erstellt, dem Fachjournalisten und renommierte Publizisten angehören, darunter Wissenschaftler wie Herfried Münkler und Jochen Hörisch. Das Gremium, das ab Januar noch erweitert werden wird, ermittelt monatlich zehn Bücher auf Basis von Punkten. Jeder Juror, jede Jurorin kann 8, 6, 4 oder 2 Punkte für vier Bücher vergeben.

1. Joseph Vogl

"Kapital und Ressentiment - Eine kurze Theorie der Gegenwart", C. H. Beck Verlag, 224 Seiten

2. Franziska Meier

"Besuch in der Hölle - Dantes Göttliche Komödie. Biographie eines Jahrtausendbuchs", C. H. Beck Verlag, 214 Seiten

3. Hektor Haarkötter

"Notizzettel - Denken und Schreiben im 21. Jahrhundert", S. Fischer Verlag, 590 Seiten

4. Stefan Matuschek

"Der gedichtete Himmel. Eine Geschichte der Romantik", C. H. Beck Verlag, 400 Seiten

5. Peter Longerich

"Antisemitismus - Eine deutsche Geschichte. Von der Aufklärung bis heute", Siedler Verlag, 631 Seiten

6. Parag Khanna

"Move - Das Zeitalter der Migration", übersetzt von Norbert Juraschitz und Karsten Petersen, Verlag Rowohlt Berlin, 448 Seiten

7. Monika Czernin

"Der Kaiser reist inkognito - Joseph II. und das Europa der Aufklärung", Penguin Verlag, 383 Seiten

8. Ulrich Herbert

"Wer waren die Nationalsozialisten?", C. H. Beck Verlag, 303 Seiten

9. Omer Bartov

"Anatomie eines Genozids. Vom Leben und Sterben einer Stadt namens Buczacz", übersetzt von Anselm Büning, Suhrkamp Verlag/Jüdischer Verlag, 486 Seiten

10. Per Molander

"Condorcets Irrtum. Warum nur ein starker Staat die Demokratie retten kann", übersetzt von Kristina Maidt-Zinke, Westend Verlag, 288 Seiten

"Hegels Rede von Europa als dem Ende und Asien als dem Anfang der Weltgeschichte dient Moritz Rudolph dazu, angesichts des beispiellosen Aufschwungs Chinas den Weltgeist auf einer Abschiedstournee zu sehen, der als Lachs zum Sterben (und Laichen) an seinen Anfang, Asien und China, zurückkehrt. Mit der Feststellung: „Der Spätkapitalismus war also die ganze Zeit schon chinesisch, wir haben es nur nicht gemerkt.“ (S.53) ist das Chinesisch-Werden der Welt auch keine Überraschung mehr. Verweise auf eine ganze Equipe bekannter geistiger Leuchttürme liefern prägnante und funkelnde Diagnosen auf die anbrechende Zeit. Trotz abweichender eigener Erkenntnisse zu China empfehle ich die Lektüre des Buches nachdrücklich, welches in seiner resignativen Färbung ein Tableau entwirft, aus dem Neuaufbrüche vorstellbar werden." (Helwig Schmidt-Glintzer)

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