Gemeinsam erinnern
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"Häuserblock durchsucht"
Franz Weich, Jahrgang 1932 - 18. März 2025, 17:04
Noch in den Siebziger- und Achtzigerjahren gab es russische Aufschriften in cyrillischer Schrift auf Häusern, mit denen die Besatzungssoldaten einst markierten, welche Häuser sie bereits durchsucht hatten. Der Baumeister Franz Weich versuchte, eine dieser Aufschriften zu retten.
"Legalisierung" durch Karl Renner
Frau Mühlfeld - 13. Mai 2025, 17:35
Frau Mühlfelds erhält den Namen ihres Vaters und wird ehelich
"Sie Znaimer Gurkn!", "Sie foaste Nudel!"
Helmut Friedrichsmeier, Jahrgang 1944 - 21. April 2025, 23:03
Wortgefechte mit den Einquartierten Die Amerikaner waren die ersten Einquartierten bei uns in der Bad Ischler Sommervilla meines verstorbenen Großvaters. Ich hab das spannend gefunden, diese Soldaten in Uniform bei uns zu haben. Meine junge Mutter war auch interessiert am Kontakt. Und das hat meine Großmutter verurteilt: Was werden die Leute sagen! Bald darauf mussten wir eine Flüchtlingsfamilie aus der Brünner Gegend in unserer Villa aufnehmen. Das war natürlich nicht das, was meine Großmutter wollte; die Amerikaner hatten noch einen gewissen Status verliehen. Mich hat es gefreut, weil ich als einen Spielkameraden hatte, während meine Großmutter sich bald mit der Frau dieser Flüchtlingsfamilie verfeindet hat. Meine Großmutter hat immer gesagt: Sie Znaimer Gurkn! Znaim war ja eine Gemüsezucht Gegend. Und die Frau aus Südmähren hat gesagt: Sie foaste Nudel! Meine Großmutter war ja nicht ganz schlank. An solche Wortgefechte kann ich mich erinnern. Die sind dann auch nach eineinhalb Jahre ausgezogen. Mehr dazu im Buch: Helmut Friedrichsmeier, Die Sicht von unten. Kindheitserinnerungen aus dem Salzkammergut (1948-1955)
Webseite
https://oe1.orf.at/ugcsubmission/view/b8a83fa3-e340-48a4-860d-2489b452689b/Die-Sicht-von-unten
"Staatsgrenze" Donau
Barbara Riccabona - 9. Mai 2025, 18:30
Besatzungszeit in Linz
"Wir haben das nicht gewusst"
Herr Scheibenreiter - 14. Mai 2025, 18:45
Herr Scheibenreiter über Geschichtslügen
(Kein) Wodka für den russischen Offizier
Frau Ganglbauer, Jg. 1941 - 19. Mai 2025, 15:23
Die Russen waren in der Kaserne Wetzelsdorf untergebracht, dort sind sie durch die Straßen und es herrschte eine fürchterliche Angst. Vor allem die Frauen fürchteten sich, weil sie oft vergewaltigt wurden. Meine Mutter wurde in der Frauengassen ausgebombt, sie lebte deshalb bei ihren Eltern in Wetzelsdorf. Die Frauen haben sich alt und arm angezogen, die Tochter am Dachboden versteckt. Eines Tages kam einer, dessen Uniform vermuten ließ, dass er einen höheren Rang innehatte. Er ging ins Haus hinein, setzte sich in die Küche, meine Großmutter und mein Großvater, der pensionierter Revieroberinspektor war, meine Mutter und ich drückten uns an die Wand. Er saß da, schlug mit der Faust auf den Tisch und brüllte „Wodka, Wodka“! Meine Großmutter und Mutter sagten immer wieder, sie hätten keinen, er wiederum brüllte wieder „Wodka“! Ich dachte mir, dass das komisch war, geh dann mit einem Glas zum Wasserhahn, fülle es mit Wasser und stelle es vor ihn hin. Er hat so zu lachen begonnen, schallend gelacht, und mich auf den Schoß genommen. Ich hab immer „Wossa“ verstanden und hatte keine Ahnung, was Wodka sein sollte. Danach gab er die Order aus, unser Haus sei nicht mehr zu betreten und wir waren geschützt, solange die Russen in Wetzelsdorf waren.
1. Erlebnisse in den letzten Kriegswochen
Illi-1 - 22. April 2025, 11:19
Auszuge aus der Geschichte meiner Familie, die ich als Zeitzeuge (geboren 1933) für meine Kinder und Enkel geschrieben habe, um die Lebensumstände in früheren Zeiten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. 1. Teil.
1933 geboren verbrachte ich die Kriegs- und Nachkriegszeit zusammen mit meiner ältere Schwester und meinem dreijähriger Bruder bei meinen Eltern, in einer Mietwohnung in Leoben wohnend. Wenn ich an diese frühe Zeit zurückdenke, dann fallen mir vor allem die häufigen Fliegeralarme ein, die viele Zeit, die wir im Luftschutzkeller verbrachte. Auf Leoben fielen aber keine Bomben, wohl aber hörten wir oft die auf Graz zufliegenden Flugzeuge. Der heute bei Feueralarm gegebene Sirenenton, der den Fliegeralarm einleitete, berührt mich heute noch unangenehm. Ich war nicht begeistert, immer wieder nachts aus dem warmen Bett geholt zu werden, aber man nahm es als selbstverständlich hin, wir Kinder kannten es nicht anders. Rückblickend zeigt es mir, dass sich der Mensch an von ihm nicht zu beeinflussende Umstände gewöhnen kann. So hatte ich auch keine Angst, dass etwas Schreckliches passieren könnte.
Das Schicksal, ausgebombt zu werden oder wie es vielen anderen damals erging, sogar fliehen zu müssen, blieb mir und meiner Familie erspart. Auch spätere Einquartierungen durch die Besatzungsmächte blieben uns erspart. Was eine zerbombte Stadt bedeutet, erlebte ich in Graz, wo der Bahnhof und das Gelände herum nur noch aus Bombentrichtern bestand. Beim Umsteigen in einen Anschlusszug musste man zwischen den Trichtern balancierend lange Strecken zu Fuß gehen.
Die Züge, von kohlebeheizten Dampflokomotiven gezogen, waren so voll, dass ich froh war, wenn ich noch einen „Stehplatz“ auf den Puffern zwischen den Waggons fand. Für die 70 km lange Strecke von Leoben bis Graz war man mehrere Stunden unterwegs. Einmal erlebte ich unterwegs einen Fliegerangriff. Der Zug hielt auf freier Strecke an und ich rannte mit den anderen Reisenden unter Bäume, Schutz suchend vor einem niedrig fliegenden Jagdflugzeug, welches auf uns herunterschoss.
In der Nähe von Leoben waren Fliegerabwehrkanonen (FLAK), bei deren Einsatz Granatsplitter entstanden, bizarre Gebilde, die ein beliebtes Sammelobjekt waren. Ich erinnere mich, dass während eines Bergausflugs die FLAK geschossen hat und wir uns in Böschungen, die Rucksäcke auf den Kopf haltend, zu schützen versuchten. In den letzten Kriegsmonaten konnte man auch Gewehrpatronen finden, wohl von durchziehenden, vielleicht fliehenden Soldaten, denn die Front im Osten war nicht mehr sehr fern.
Leichtsinnig schlugen wir Buben diese auf, holten das Schießpulver heraus und hatten Spaß daran, mit diesem am Boden Figuren zu bilden und sie an einem Ende anzuzünden. Unsere Eltern wussten nichts von diesem gewagten Spiel!
Kurz vor Kriegsende. Anfang April 1945, erlebte ich in Leoben einen Durchzug von Gefangenen. In langen Schlangen zogen armselig und erschöpft aussehende Menschen in schmutzigen weißlich-grauen Gewändern - ungarische Juden, wie ich viel erfuhr - durch die Stadt, eskortiert von einigen zivilen und uniformierten Personen. Das war zwar aufregend für mich, aber eher spannend, man eilte hin, war neugierig, aber ich kann mich nicht erinnern, dass es mich besonders berührt hat. Ich meine auch gesehen zu haben, vielleicht weiß ich es auch nur aus Erzählungen, dass Gefangene, die nicht mehr weiterkonnten, erschossen wurden. Dieses Ereignis ist als „Todesmarsch“ in die Geschichte eingegangen.
Ich erinnere mich noch deutlich an die in den letzten Kriegswochen fliehenden Menschen, die mit übervoll beladenen, von Pferden oder auch selbst gezogenen und geschobenen Leiterwägen durch die Stadt kamen. Von so einem Wagen reichte mir einmal eine Frau einen kleinen Schemel, sie erkannte wohl, wie sinnlos es für sie war, diesen mitgenommen zu haben und war glücklich, dass ich mich darüber freute. Die Menschen, darunter auch Soldaten, kamen von Osten, aus Richtung Bruck und gingen weiter in die andere Richtung, vor den Russen fliehend, in der Hoffnung, die westliche Front der Amerikaner zu erreichen.
Was habe ich damals empfunden, als ich mich zwischen diesen Fluchtwägen und den vielen fliehenden Menschen herumbewegte? Jahrelang hörte ich nur von Siegen der Deutschen und nun dieses vernichtende Ende, dieses Chaos. Es war beängstigend, aber ich glaube nicht, dass ich mir viel Gedanken gemacht habe, ich nahm auch dies hin, genauso wie die bedrückenden Umständen der Kriegsjahre davor. Ich war wohl zu jung, um Zusammenhänge erfassen zu können.
Ganz kurz vor Kriegsschluss hatte ich noch ein besonders Erlebnis. In dem ganzen Wirbel dieser letzten Kriegstage lag auf den Straßen allerlei Kriegsgut herum, darunter auch Gewehre, für die meine Freunde und ich sich besonders interessierten. Wir nahmen welche an uns, keiner kümmerte sich darum, und wir schossen am Flussufer der Mur, von den Eltern nicht einsehbar, auf in Büschen aufgehängte Glühbirnen. Gegenüber am anderen Ufer hörten wir auch Schüsse, da waren wohl andere, die sich derselben Beschäftigung hingaben. Plötzlich spürte ich einen Schlag am rechten Knie, den ich zunächst nicht besonders beachtete. Da sah ich, wie einer meiner Freunde schreiend, am Unterschenkel stark blutend, die Uferböschung hinaufrannte, wo sich ein deutsches Soldatenlager befand. Ich bemerkte, dass es in meinem linken Schuh feucht-warm wurde und sich mein Strumpf darüber rot färbte. Vor Schreck, weniger wegen eines Schmerzes, als mehr über das Blut, das mich erschreckte, begann ich auch zu schreien und lief ihm nach zu den Soldaten, die uns halfen, unsere Wunden mit Jod bepinselten und verbanden. Man jagte uns auch eine - in der Erinnerung - überdimensional große Tetanus-Spritze in den Oberschenkel, das empfand ich als das Schlimmste. Was war nun wirklich passiert? Eine wohl verirrte Kugel vom anderen Flussufer traf zunächst die rechte Wade meines Freundes und war dann durch mein linkes Knie gedrungen, knapp oberhalb der Kniescheibe, die vermutlich ausgewichen war. Zwei Narben zeugen bis heute von diesem Vorfall und dem Glück, das ich gehabt habe.
Ich lag noch mit meiner Verwundung im Bett, als uns die Mitteilung traf, Deutschland habe kapituliert, der Krieg ist zu Ende.
12.6.1946, Erkenntnis, Seite 2 von 2
Gerald Blaich - 10. April 2025, 15:52
Sonderkommission I. Instanz erkennt...
13.8.1945, Dienstenthebung Manhartsbrunn
Gerald Blaich - 10. April 2025, 15:22
Mein Großvater Johann Linzbauer wurde wegen Mitgliedschaft bei der NSDAP seines Postens als Oberlehrer in Manhartsbrunn im Weinviertel enthoben. Nun folgen mehrere Dokumente, welche den amtlichen Verlauf bis zu seiner Rehabilitierung nachvollziehen.
17.11.1945 Sammelgegenstände vernichtet
Gerald Blaich - 10. April 2025, 16:11
Schullehrmittel wurden bei Kampfhandlungen vernichtet
