

"Häuserblock durchsucht"
Franz Weich, Jahrgang 1932
Noch in den Siebziger- und Achtzigerjahren gab es russische Aufschriften in cyrillischer Schrift auf Häusern, mit denen die Besatzungssoldaten einst markierten, welche Häuser sie bereits durchsucht hatten. Der Baumeister Franz Weich versuchte, eine dieser Aufschriften zu retten.
weiterlesenBesatzungsmächte Wien 18. März 2025
20 Russen haben im Wohnzimmer geschlafen
Gertrude Weese
Die Kriegsereignisse waren nicht so stark spürbar am Außenrand von Wien, in Erinnerung geblieben sind mir die Menge an Flugzeuggeschwadern. Was ich in guter Erinnerung habe, waren die Russen, die bei uns im Haus einquartiert waren. Wir haben 20 Russen einmal über 14 Tage im Wohnzimmer meiner Eltern gehabt. Wir haben im Nebenzimmer geschlafen mit den Eltern und der Großmutter, Gott sei Dank ist nichts passiert. Man musste das Wohnzimmer durchqueren, um aufs Klo zu gehen. In der Nacht sind auch andere gekommen und haben die Kästen durchsucht, um zu schauen, ob sie wo Nazis finden. Zwei Jahre lang waren später auch zwei Offiziere einquartiert bei uns. Obwohl sie auf die alten Ölgemälde geschossen haben, haben wir uns nicht geängstigt, wir fühlten uns von den Eltern beschützt. Und ich erinnere mich an die unheimlich schönen Marschgesänge, die die Russen beim Marschieren durch die Straßen gesungen haben.
weiterlesenBesatzungsmächte Wien 6. Mai 2025
Als die Kosaken zu uns Kulturlosen kamen
Veronika Philipp
Wir haben ganz am Stadtrand gewohnt, also wirklich schon fast auf dem Land. Das Haus der Großeltern war ehemals eine Meierei und da hat es einen großen, großen Hof gegeben, um den das Haus herum gebaut war. Und 45 sind Kosaken gekommen, mit sehr vielen so kleinen Pferdewagen und unser ganzer Hof war vollgestellt. Es waren keine Männer im Haus, sie haben uns gut behandelt, sie haben sogar gekocht. Es war eine Art Eierspeis mit Speck, sie haben uns auch aufgefordert, zu essen. Meine Mutter hat gesagt, es ist uns so schlecht davon geworden, weil wir waren ja so ausgehungert und das fette Essen, das war ein bissl mühsam. Ich habe einen gleichaltrigen Cousin. Sie können sich vorstellen, 45, wir waren zweieinhalb Jahre ungefähr alt, und in der Mitte des Hofes ist ein großer Tisch gestanden, um den haben wir im Sommer immer gegessen, und mein Cousin und ich, wir sind auf den Tisch geklettert, damit wir sozusagen besseren Überblick haben über all das Gewurl. Da ist ein Offizier, der auch ei...
weiterlesenBesatzungsmächte Wien 9. Mai 2025
Ausgemergelte Russen waren zu uns Kindern reizend
Ingeborg Hagg, Jg. 1940
Neben einem Haus in Wien hatten wir einen festen Wohnsitz in Niederösterreich. 1944 ist meine Mutter mit meiner Schwester und mir auch in diesen Gutshof gezogen, weil wir dort größere Überlebenschancen hatten. Als der Krieg zu Ende war, war das Schlachtfeld nur zehn Kilometer von uns entfernt und die erste Invasion kam direkt über unser Haus, das war furchtbar. Es waren viele Frauen im Haus, weil die Männer alle im Krieg waren. Die Vergewaltiger wurden zum Teil erschossen und nach drei Tagen mit Lastwagen eingesammelt. Jeden Abend kamen mit Lastwagen Russen, die Frauen stürzten in ihre schon vorbereiteten Höhlen im Wald. Wir Kinder waren allein in dem Haus, und diese ausgemergelten Soldaten holten sich im Haus, was sie fanden. Zu uns Kindern waren sie reizend. Sie können sich ja nicht vorstellen, wie sie ausgeschaut haben wir schon wochenlang nur mehr Gras gegessen gehabt, waren natürlich in allen Richtungen ausgehungert. Und das war schrecklich. Einer hat mich einmal unter eine gr...
weiterlesenBesatzungsmächte Wien 9. Mai 2025
Badevergnügen mit russischen Soldaten
Krista Grünwald
Krista Grünwald fährt mit russischen Soldaten an die Donau
weiterlesenBesatzungsmächte Wien 15. April 2025
Basketball und amerikanisches Englisch
Franz Vranitzky, Jahrgang 1937
US-Soldaten laden den jungen Franz Vranitzky und andere zum Basketballspielen in den Wiener Messepalast ein, wo sie ein Basketballfeld errichtet hatten. Vranitzky schnappt die amerikanische Sprache auf und eckt damit bei seiner Englisch-Professorin an. - Das Interview führte Oliver Rathkolb für ORF Topos.
weiterlesenBesatzungsmächte Wien 19. März 2025
Beeindruckt von den russischen Soldaten
Robert Heiterer, Jg 1947
Als Kind habe ich in Floridsdorf in einem Gemeindebau in der Prager Straße gewohnt, nahe der russischen Kommandantur. Ich habe diese Soldaten bewundert wegen ihrer Stiefeln und Reithosen. Am Eck der Prager Straße war ein Greissler, wo mich meine Mama zum Einkaufen hingeschickt hat. Vor mir in der Reihe haben sich zwei russische Soldaten die Einkaufsnetze mit Bierflaschen füllen lassen, und als die draußen waren, sagt eine Verkäuferin zur anderen: "Jetzt feiern's in Stalin sein Tod" und ich habe nicht gewusst, wer der Stalin ist und warum man das feiert. Beim Abzug der Russen stehe ich auf der Prager Straße und schaue zu, wie die letzten LKWs mit winkenden russischen Soldaten auf der Ladefläche abfahren. Später habe ich als Hauptschullehrer in Vorarlberg oft den Kindern davon erzählt.
weiterlesenBesatzungsmächte Wien 6. April 2025
Besatzungszeit - Ende
Michael Pichler
Persönliche Erinnerungen 1954-55
Kontrollen am Donaukanal
weiterlesenBesatzungsmächte Wien 5. Mai 2025
Bomben unter der Hofburg überlebt
Hans Kretz, Jahrgang 1930
Ich habe den Angriff am 12. März, wo die Oper und der Heinrichshof bombardiert wurde, miterlebt. Ich bin in der Hofburg gewesen und hab' die Bescherung gesehen. Aus dem Keller sind wir heraufgekrochen, das Auto von meinem Vater (Mediziner) war schon gestohlen. Wir sind also da hinter der Augustinerrampe heraufgekrochen und haben gesehen den zerstörten Philipphof, der heißt Philipphof, wo das Gedenkmal für die Nazi-Opfer heute noch steht. Und da sind 300 Tote, glaub' ich, begraben, heute noch. Und auf der anderen Seite ist die Oper, abgebrannt. Mehr oder minder. Nur an einer Innenwand, wo man hineinschauen konnte, hang noch unversehrt ein Hitlerbild. Das war schon eigenartig. Dann bin ich beim Heinrichshof vorbeigegangen. Ein Riesenklotz mit Büroräumen und rechts davon das Café. Das hat auch gebrannt. Jedenfalls bin ich mit meinem Vater nach Hause gegangen, um zu schauen, ob noch irgendwas steht. Das hat dann so. Zwei Granattreffer auf der Gartenseite waren zu erkennen. Das war also...
weiterlesenBesatzungsmächte Wien 29. März 2025
Besatzungsmächte Wien 7. Mai 2025
Das Geschenk des russischen Soldaten
Krista Grünwald
Ein russischer Soldat schenkt Krista Grünwald einen Kanari
weiterlesenBesatzungsmächte Wien 15. April 2025
Das Geschenk eines Russen
Franz Weich
Eine Bäckerei in Meidling war nur selten geöffnet - wenn es Brot gab, bildete sich sofort eine Schlange von Wartenden. Der damals 13 Jahre alte Franz Weich erhielt überraschend ein Geschenk eines russischen Kommandanten
weiterlesenBesatzungsmächte Wien 18. März 2025
Das Sterben des 15-jährigen Bruders
Inge Ungerböck, Jahrgang 1939
Mein Bruder war 15 Jahre alt. Er ist bei einem Bombenangriff am 21. Februar 1945 in der Kirche Maria vom Berge Karmel verschüttet worden und hat vermutlich innere Verletzungen gehabt. Am 12. April 1945 ist er gestorben in unserer Wohnung, dort waren zu der Zeit auch 20, 25 Russen. Mein Bruder hat gut Klavier gespielt. Er hat ihnen noch alles Mögliche vorgespielt. Die haben auf unserem Flügel getanzt und den Vodka reingeschüttet. Die Schwägerin von meiner Mama hat dann wenigstens die Möglichkeit gefunden, dass mein Bruder bei uns in der Wohnung sterben hat können, dass die Russen dann doch raus sind. Auf einem Leiterwagerl ist er dann auf den Friedhof geführt worden, meine Mama und meine Tante haben selber das Grab ausgehoben. (..) Aber einer der Russen war sehr lieb zu mir, der hat ein bisschen Deutsch gesprochen. Ich hab einen angeborenen Grauen Star, bin also fast blind und hatte dicke Augengläser. Und der Russe hat den Leuten gesagt, sie sollen mir nicht meine Augengläser...
weiterlesenBesatzungsmächte Wien 21. April 2025
Besatzungsmächte Wien 14. Mai 2025
Besatzungsmächte Wien 15. April 2025
