29 Heimatvertriebene aufgenommen

Frau Zach, Jg. 1938

Ich war sechs Jahre alt in 45er Jahr am 6. Juni, da haben wir haben wir auf einer Wiese gearbeitet, und da ist ein Zug von Menschen auf der Straße runtergekommen von der anderen Ortschaft. Da hab ich noch zehn Kilometer von der Grenze in meinem Elternhaus gewohnt. Mein Vater war damals Ortsvorsteher, und wir haben eine neu gebautes Haus gehabt, wo noch niemand drin gewohnt hat. Und da war dann 29 Flüchtlinge aufgenommen. Da war von Holleschitz (Anm.: heute Holešice) der Bürgermeister dabei mit neun Kindern. Und der ist getragen worden auf so Brettern. Den haben die die Tschechen so geschlagen, dass er am ganzen Körper ganz blau war. Und der hat bei uns dann von Juni bis nächsten Juni, wo sie nach Deutschland gekommen sind, nur Pudding, Milch und Semmeln und Biskotten gegessen. Und bei uns hat er noch das Jahr gelebt und in Deutschland draußen ist er gestorben. Meine Mutter hat ihm damals alle Kopfpolster mitgegeben, die sind dann beim Hinauswandern im Juni in einen Viehwaggon h...

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Familiengeschichten Niederösterreich 27. Juni 2025

Abschiedslieder unterm Sternenhimmel

Gerlinde, Jg. 1943

Früheste Kindheitserinnerung: Das weiß ich erst hinterher, was da los war. Ich war bei meiner Oma bis zum dritten Lebensjahr. Und eines Nachts bringt sie mich zum Fenster, und weil ich noch so klein war, hat sie mich auf einen Schemel gestellt, dass ich rausschauen konnte. Und es war ein wunderschöner, sternenklarer Himmel. Und nach einer Weile habe ich Musik gehört. Lieder wurden gesungen, ich war gebannt. Und dann habe ich gesehen, wie viele, viele Leute im Takt vorbeimarschieren, das hat mir auch gefallen. Meine Oma hat nichts gesagt, aber ich hab gespürt... (...). Und hinterher habe ich erfahren, dass ihr jüngstes Kind vorbeimarschiert ist. Die wurden alle eingezogen, und das war der Abschied. Der Burschi war 19 und ist ein halbes Jahr darauf gestorben. Gefallen im Krieg.

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Familiengeschichten Niederösterreich 9. April 2025

Das Weihnachtsmenü 1945

Herbert Izbicki

Alles Erbse

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Familiengeschichten Niederösterreich 19. April 2025

Das schreckliche Bratöl

Herbert Izbicki

Rauch und beißender Qualm beim Braten in der Küche

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Familiengeschichten Niederösterreich 19. April 2025

Der "Russischdolmetsch"

Herr Demitsch

Herr Demitschs Großvater, die Russen und der 10jährige Bub

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Familiengeschichten Niederösterreich 13. Mai 2025

Der Nazi-Chauffeur

Herbert Izbicki

Ein netter Mitarbeiter mit dunklen Seiten

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Familiengeschichten Niederösterreich 19. April 2025

Der wild aussehende Mann war mein Vater

Otto Schöffel

Mein Vater ist dann irgendwann zurückgekommen. Da war ich dann schon sieben Jahre alt von der Kriegsgefangenschaft, und die haben wenig erzählt. Wenn man gefragt hat, hat man nicht sonderlich viel Antwort bekommen. Für mich tragisch war das Zurückkommen. Ich habe im Mühlbach, der bei so einer Mühle dabei ist, gebadet und. Und plötzlich kommt da ein wild aussehender Mann auf mich zu, nimmt mich und hält mich fest im Arm. Ich habe zu schreien begonnen. Ich hab ihn ja nicht erkannt. Es war immerhin meine erste bewusste Begegnung mit meinem Vater. Ich bin davongelaufen zur Mama und habe geschrien, Mama, Mama, da ist ein fremder Mann, der will mir was tun. Also mein erster Kontakt mit dem Vater ist so abgelaufen, a Katastrophen. Es war schwer für mich und hat lange gedauert, ein Verhältnis zum Papa aufzubauen. Der war immer nett zu mir und immer freundlich. Ich bin nur leider dann mit zehn Jahren schon in ein Klosterinternat gekommen, weil ich ja was studieren sollte und mein Bruder w...

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Familiengeschichten Niederösterreich 25. Juni 2025

Die Ungewissheit über verschollene Soldaten

Andreas Schindl

Was geschah mit meinem Großvater?

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Familiengeschichten Niederösterreich 29. April 2025

Die Verspätung und ihre fatale Folgen

Andreas Schindl

Der Großvater von Andreas Schindl wird wenige Wochen vor Kriegsende noch eingezogen. Er war als Schlossergeselle nahe Gmünd in einem Werk tätig, das Lokomotiven für die Wehrmacht reparierte. Nachdem er eines Tages zu spät in die Arbeit kam, geriet er in ein Wortgefecht mit einem SS-Mann - und sprach gegen ihn und Adolf Hitler das Götz-Zitat aus. Es folgte ein Einberufungsbefehl in den Krieg, aus dem er nicht mehr zurückkehren sollte.

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Familiengeschichten Niederösterreich 29. April 2025

Familiengeschichte in Buchform

Gemeinsam erinnern

Gerald Blaich, pensionierter Förster des Stifts Zwettl, schreibt eine Familienchronik

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Familiengeschichten Niederösterreich 6. Mai 2025

Flucht von der heranrückenden roten Arme nach OÖ

Johanna Aigner

Frau Johanna Aigner, geboren am 17. September 1929 in Baden, berichtet von ihrer Flucht aus Baden nach Altmünster. (Bezirk Gmunden) Als gegen Kriegsende 1945 die Lichtungs- und Mündungsfeuer aus Wiener Neustadt von der heranrückenden roten Arme am Horizont zu erkennen sind, beschließen Johanna und ihre Mutter den beschwerlichen Weg nach Oberösterreich anzutreten, damit sie vor den Russen geschützt sind. In Altmünster erwarten sie amerikanische Einheiten, die einen besseren Ruf in der Umgangsweise mit Gefangenen, als die rote Arme, genießen.

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Familiengeschichten Niederösterreich 29. März 2025

Flüchtling aus Znaim

Gunda

Augusta ist als Flüchtling aus Znaim im Haus meiner Großeltern in Hollabrunn aufgenommen (20.7.1945 bis 8.4.1946), so wie russische Offiziere. Sie schreibt meiner Mutter nach Wien, wo diese gerade studiert. Rund 200 Briefe 1945 - 1957 sind erhalten.

5.3.1946 Liebste Nora! Wieder einmal befinde ich mich in einer verzweifelten Lage! Mein Antrag um die „Alliierte Ausreisebewilligung“ wurde wegen meiner Parteizugehörigkeit am 1.3. abgelehnt und mir sagen gelassen, ich sollte mich dem großen Abtransport der Flüchtlinge anschließen und dann in der amerikanischen Zone aussteigen und zu meinem Mann fahren. Auf solch abenteuerliche Fahrt kann ich mich nun aber nicht einlassen, wer sagt mir, dass ich über Linz komme und dann auch die Möglichkeit habe, dort irgendwo auszusteigen? So kannst Du Dir meine Lage vorstellen; wieder war ich so knapp am Ziel und nun scheiterte hier wieder alles aus diesem Grunde. Ich war mehr als vernichtet und habe alles dann in schlaflosen Nächten erwogen, was da noch zu machen wäre und kam dann nach Beratungen mit Deinen lb. Angehörigen, ebenso mit Dr. Jilly zu dem Entschluss, die Sache vorderhand ruhen zu lassen und um einen Aufschub zur Aufenthaltsbewilligung für Hollabrunn anzusuchen, damit ich wenigs...

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Familiengeschichten Niederösterreich 27. März 2025

Harte schicksalshafte Zeiten waren das

Manfred Lagler-regall

Mein Vater erzählt aus seinen Kindheitserinnerungen

Harte schicksalshafte Zeiten waren das (Ende des 2. Weltkrieges und danach) Von ihm, also einem starken Mann, will ich nun erzählen. Es war einmal ein junger Mann, der hatte 4 ältere Brüder und kam kurz also ein Jahr vor dem Ende des Großen 2. Weltkrieges auf die Welt. Es ist dies mein leiblicher Vater. Als Kind verbrannte er sich die Hände mit heißem Wasser, und in der Kriegszeit und danach war es schwer für die Familie, in der er aufwuchs, wo sie sich über Orangen oder Mandarinen, die ihnen die Oma aus Wien im Winter schickte, sehr freuten, weil wenig zu essen da war, und die Besatzungsmacht-Soldaten, die Russen, vieles für sich selbst beanspruchten, wie z. Bsp. Kühe und anderes. Als die letzte Kuh aus ihrem Stall von den Russen beschlagnahmt wurde, das war einer der schlimmsten Momente für die Herkunftsfamilie meines Vaters, und er erzählte mir einige Male davon, woran er sich aber nicht gerne erinnere, weil das eine große Enttäuschung war. Und wenn dann beim Milchholen die M...

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Familiengeschichten Niederösterreich 8. Mai 2025

Heimatverlust

Roswitha Springschitz

Das Kind Franz muss, wie so viele andere, nach dem 2. Weltkrieg seine Heimat und das Haus der Familie, dessen diese beraubt wurde, verlassen und kann nur das Allernötigste mitnehmen.

„Franz…“, sagte sie, in einem leisen, sanften Tonfall. „Du weißt ja, dass wir gar nicht viel mitnehmen können. Und dass wir noch nicht einmal wissen, wo wir unterkommen.…“ Franz war vom Tisch aufgesprungen und ins Kinderzimmer gelaufen. Sein Herz pochte heftig und angstvoll. Berti war in seinem neunjährigen Leben stets an seiner Seite gewesen; es gab keine Erinnerung an ein Leben ohne ihn...

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Familiengeschichten Niederösterreich 24. März 2025

Hülsenfrüchte mit Extra-Eiweiß

Herbert Izbicki

Die 1945er-Diät

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Familiengeschichten Niederösterreich 19. April 2025