

Kindheit
Frau Beck, Jg. 1945
Wir wohnten in einem alten, stillgelegten Bauernhof in Melk. Meine Tante Loli, die im Obergeschoss wohnte und deren Ehemann noch in Russland verschollen war und erst nach einigen Jahren Kriegsgefangenschaft heimkehrte, wurde ausquartiert und musste in der Wohnung meiner Eltern aufgenommen werden. Meine Mutter war entsetzt. Drei kleine Kinder, hochschwanger und schon die Russen im Haus. Letztendlich war die Beschaffung im Haus entscheidend für den Familie. Ein Kapital mit. Frau Nina bezog das Obergeschoss. Nina sprach perfekt Deutsch und konnte sich gut mit der Familie unterhalten. Der Herr Capitan - Er wurde immer nur Capitan genannt - war sehr beschäftigt und viel abwesend. Es kam bald der Zeitpunkt der Niederkunft. Zu dieser Zeit waren viele Flüchtlinge in unserem Garten und. Und auch in der Küche unterwegs. Sie machten Station bei uns und wickelten ihre Kinder frisch und zogen wieder weiter. Ungarische Soldaten waren in unserem Garten und viele russische. In diesem Umfeld ei...
weiterlesenSchule und Ausbildung Wien 17. Juni 2025
Schutt im Augarten
Anonym
Es handelt sich im Mai 1945. Es war so, dass wir nur ein paar Stunden Schulunterricht hatten, weil die Schulen zum großen Teil ausgebombt waren. Und wenn ich mich zurückerinnere, wenn ich beim Fenster von meiner Klasse, wo ich war, runtergeschaut habe, da habe ich mich immer gewundert, wie man überhaupt durch das Tor in den Augarten hineingehen kann. Weil es war fast so hoch mit Schutt angeräumt, wie der vierte Stock meiner Schule war.
weiterlesenSchule und Ausbildung Wien 17. Juni 2025
Schon in 1950ern über NS in der Schule gelernt
Ulrike Chladek, Jg. 1946
Bereits in den 50er Jahren wurde den Unterstufen-Schülerinnen und Schülern im Geschichtsunterricht über den Nationalsozialismus erzählt. Das Gymnasium Maroltingergasse in Wien-Ottakring hatte den Ruf, eine Schule mit keinen oder nur wenigen ehemaligen Nazis im Lehrkörper zu sein. Im Filmclub in der Sensengasse waren in den 1950er Jahren bereits Filme über das Geschehen in den NS-Konzentrationslagern zu sehen
weiterlesenSchule und Ausbildung Wien 6. Mai 2025
Politisch Verfolgte und tschechische Minderheit
Beatrix Karpf, Jg. 1942
Meine Mutter war verhaftet worden, sie wäre ins KZ gekommen, ist aber in der Liesl eingesperrt worden. Zu Kriegsende wurden die Gefängnisse geöffnet, weil Wien bombardiert wurde. Ich habe sie erst später wieder gesehen. Wir haben der tschechischen Minderheit angehört, unsere Schulen sind zugesperrt worden, ich bin zweisprachig aufgewachsen. Nach dem Krieg, wenn Schüler tschechisch gesprochen haben untereinander, sind wir beschimpft worden. Nach dem Krieg war eine entsetzliche Wohn- und Ernährungssituation. Im Augarten durften wir nicht spazierengehen, da gab es Gräber. Am Tabor bei der evangelischen Kirche haben sie ein verendetes Pferd eingegraben, die Menschen haben es wieder ausgegraben und gegessen. Das Ärgste für mich war es, im vierten Stock in einer zerbombten Zimmer-Küche-Wohnung zu wohnen.
weiterlesenSchule und Ausbildung Wien 30. April 2025
Mein Schuleintritt 1947
Elfriede Baumgartner, Jg. 1941
1947 bin ich in die 1. Klasse Volksschule gekommen. Wir hatten Wechselunterricht, nur wenige Schulen waren zu benutzen. Beim Vorbeigehen war da immer ein russischer Soldat, das war unangenehm und hat mich mein Leben lang gedanklich begleitet. Strom gab es nicht immer, die erste Hausübung habe ich im Licht einer Petroleumlampe geschrieben. Die Tinte ist verlaufen, weil das Papier so holzhaltig war, sodass die Hefte voll mit blauen Flecken waren. Wir saßen auf alten Holzbänken wie bei Rosegger, die Holzfenster waren ohne Glas.
weiterlesenSchule und Ausbildung Wien 30. April 2025
Heimweh als Internatsschülerin der Blindenschule
Inge Ungerböck, Jahrgang 1939
1939 geboren und aufgrund eines angeborenen grauen Stars fast blind, kam Inge Ungerböck 1946 in die Blindenschule im 19. Bezirk in Wien, da das Blindeninstitut im 2. Bezirk noch völlig zerstört und ausgebrannt war. Inge U. kam damals ins Internat, die Zustände dort zur damaligen Zeit beschreibt sie als "ganz schlimm, katastrophal". Im Internat litt sie unter Heimweh, da sie stark an ihre Mutter gebunden war. In der Blindenschule waren auch viele Kinder, die beim Spielen furchtbare Unfälle durch Minen erlitten hatten, und dadurch ihr Augenlicht verloren hatten.
weiterlesenSchule und Ausbildung Wien 21. April 2025
Unsere erste Orange
Helene Watzka
Meine kleine Schwester hat von den Soldaten bei der Stiftskaserne einen orangen Ball geschenkt bekommen. Sie war in der 1. Klasse Volksschule, sie hat es der Frau Lehrerin gezeigt und hat gesagt: Ich habe einen Ball geschenkt bekommen. Und da hat die gesagt: Das ist kein Ball, das ist eine Orange, und die kann man essen. - Und ich habe mir gedacht, das ist einmal was Nettes, was man auch erzählen kann.
weiterlesenSchule und Ausbildung Wien 18. April 2025
Die unbesiegbaren Russen
Franz Schindl
Franz Schindl, Jg. 1931, spielt Schach mit russischen Kollegen
weiterlesenSchule und Ausbildung Wien 15. April 2025
Schule und Ausbildung Wien 15. April 2025
Kartenspielen mit den Sowjets
Franz Schindl
Franz Schindl geht zur Polizei und studiert geheim Jus
weiterlesenSchule und Ausbildung Wien 15. April 2025
Bildungschancen im improvisierten Internat
Franz Schindl
Franz Schindl kann das Gymnasium besuchen
weiterlesenSchule und Ausbildung Wien 15. April 2025
Bahn-Odyssee zu Kriegsende
Herbert Grünwald
Herbert Grünwald erlebt das Kriegsende mit Schulkameraden fern von Wien
weiterlesenSchule und Ausbildung Wien 15. April 2025
Volksschule in der NS-Zeit und im Austrofaschismus
Herbert Grünwald
Herbert Grünwalds Klassenkollege mit dunkler Haut
weiterlesenSchule und Ausbildung Wien 15. April 2025
Schule und Ausbildung Wien 15. April 2025
Erinnerungen an Flusspferd Rosi et al
Nicole Jaufer
Schönbrunn-Eichgraben-Afritz
Tiergarten Schönbrunn nach dem Krieg - Rosi Meine Mutter Inge ist 1946 oder 1947 für ein paar Monate bei Dr. Brachetka, dem Direktor des Tiergartens Schönbrunn als Pflegekind untergebracht gewesen. Meine Mutter (JG 1939) war Halbweise, die Mutter war 1946 an offener TBC verstorben, der Vater erst Anfang 1946 aus der Gefangenschaft (amerik.) zurückgekehrt und auf Arbeitssuche. Er konnte sich nicht um seine Tochter kümmern. Meine Mutter hat sehr gute Erinnerungen an Dr. Brachetka und seine Frau, sie waren kinderlos. Sie wohnten in Schönbrunn und meine Mutter durfte den Direktor oft auf seinen Rundgängen durch den Tierpark begleiten. Sie erzählt gerne, dass er sie ermutigt hat, doch ihre Hand in das große Maul vom Flusspferd „Rosi“ zu legen, es würde nichts passieren. Und sie hat es gerne gemacht. Sie strahlt immer, wenn sie von den Erinnerungen an diese Zeit spricht, alles war so aufregend im Tierpark. Sie hat auch später „Rosi“ zu ihrem Künstlernamen gemacht, sie war passionierte un...
weiterlesenSchule und Ausbildung Wien 8. April 2025
