Kauf dir ein Schaf und schlaf!

Michael Romirer

Das hat auch der Vater ganz zum Schluss erzählt, das ist so gegangen im Volksmund: „Kauf dir ein Schaf und schlaf!“ Die Bauern haben müssen bestimmte Kontingente von ihrem Stierbestand zwangsabliefern. Also wenn man mehrere Ochsen gehabt hat, das ist pro Betriebsgröße vorgeschrieben gewesen, bei uns ist ja Rindergegend, ja, und der Schafe gehabt hat, ist davon ausgenommen gewesen. Da hat man halt nicht direkt formuliert, sondern einfach gesagt: „Kauf dir ein Schaf und schlaf!“ Ja, das hab ich sehr oft gehört immer wieder.

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Versorgung Steiermark 25. Juni 2025

Wäsche waschen für Nahrungsmittel

Frau Valentinic

Mutter und Großmutter waschen für Briten

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Versorgung Steiermark 9. Mai 2025

Der Russe, der gerne eine Freundin gehabt hätte

Gilda P., Jg. 1929

Die Propaganda gegen die Russen war sehr hart im Vergleich zu dem, was wir dann erlebt haben. Die Russenzeit war insofern die mieseste Zeit in der ganzen Besatzung, weil es nichts zu essen gab. Die Russen haben uns eingesalzenen Speck gegeben. Aber das konnten wir nicht essen. Sonst haben wir von den Russen nichts bekommen, weil sie ja auch rationiert waren. Ich erinnere mich, da war mal ein russischer Offizier, der wollte unbedingt eine Freundin haben, zum Beispiel mich hätte er haben wollen. Aber eine liebe Freundin hat sich vor mich gestellt. Die haben sehr viel herumgekaspert. Das war so lustig. Er hat mit ihr verhandelt um mich, aber sie hat ihm gesagt: die ist viel zu jung, da machen wir nix. Ich war damals 16. Und dann ist er weg. Ich hab damals noch absolut nix wissen wollen von Männern.

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Versorgung Steiermark 25. April 2025

Der Schleichhandel in der Steiermark

Gilda P., Jg. 1929

Grundsätzlich war der Zusammenhalt nach dem Krieg sehr groß. Man halt zusammengehalten, damit man durchkommt. Aber ein paar haben es sich irgendwie gerichtet und sich mit Schleichhandel beschäftigt. Die sind tadellos gekleidet auf der Straße dahergekommen. In Graz, im Volksgarten hat es viel Schleichhandel gegeben. Da gab es auch oft Razzien. Ich war nur einmal dort, denn ich wollte keine verbotenen Sachen machen. Dort konnte man alles tauschen, auch seine Goldsachen. Auch bei uns in Mitterdorf gab es Schleichhandel. Aber das war mehr im Haus, nicht auf der Straße. Einige Leute sind dadurch reich geworden. Die sind ins Burgenland gefahren oder in die Oststeiermark zu den Bauern und haben Sachen geholt. So hat der Schwarzhandel funktioniert.

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Versorgung Steiermark 24. April 2025

4. Was gab es noch im Krieg und danach

Illi-4

Auszuge aus der Geschichte meiner Familie, die ich als Zeitzeuge (geboren 1933) für meine Kinder und Enkel geschrieben habe, um die Lebensumstände in früheren Zeiten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Teil 4.

In Zeiten der Not hat Kleidung keinen modischen Stellenwert. Kleidung jeder Art, Stoffe, Wolle, neu zu kaufen, war kaum möglich, selbst mit Bezugsschein, der "Reichskleiderkarte", gab es nur wenig. Obwohl es an allem fehlte, schaffte man es doch, nicht nackt, sondern eben mit alten, x-mal reparierten oder umgenähten Klamotten herumzulaufen. Man war froh, überhaupt etwas zum Anziehen zu haben, bei Kindern, wenn es „noch“ oder „in etwa“ passte, und geflickte Sachen mussten selbstverständlich weitergetragen werden, zu klein gewordene Kleider und Schuhe wurden an jüngere Geschwister oder Kinder von Verwandten und Bekannten weitergegeben. So „erbte“ mein jüngerer Bruder manches von mir, und ich wiederum von meiner älteren Schwester. Etwas auszusortieren, weil es nicht mehr schön war oder nicht mehr gefiel, war undenkbar. Auch im Winter trug ich als Bub dieselbe kurze Lederhose wie im Sommer und dazu lange Strümpfe, die von einem „Strumpfbandhalter“ festgehalten wurd...

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Versorgung Steiermark 22. April 2025

3. Essen in Kriegs- und Nachkriegszeit

Illi-3

Auszuge aus der Geschichte meiner Familie, die ich als Zeitzeuge (geboren 1933) für meine Kinder und Enkel geschrieben habe, um die Lebensumstände in früheren Zeiten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Teil 3.

Bald nach Kriegsbeginn wurden Lebensmittel rationiert. Es gab Reichsnährmittelkarten, Reichsfleischkarten, Reichsfettkarten, Reichsbrotkarten, Reichsmilchkarten, Reichskarten für Marmelade, Zucker und Eier. Mit Kriegsfortschritt wurde es aber immer schwerer, selbst das zu bekommen, was einem per Karte zustand. Aufgrund der anhaltenden Mangelsituation wurde die Rationierung auch von den alliierten Besatzungsmächten nach Kriegsende beibehalten. Man lernte mit Kalorien zu rechnen, für manche nicht ganz einfach: „I hob no nia Kalorien gessn und bin net varhungert“.) Man war darauf angewiesen, sich zusätzliche „Kalorien“ zu besorgen, sei es im eigenen Garten, durch „Hamstern“ bei Bauern, Abstauben auf Feldern oder durch Schwarzhandel, wobei die „Zigarettenwährung“ eine wesentliche Rolle spielte. Schwerpunkt unserer Ernährung waren Kartoffeln und Mais. Brot nur aus „schwarzem (Roggen-)Mehl“. Weißbrot lernte ich das erste Mal Ende 1945 kennen, durch die englische ...

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Versorgung Steiermark 22. April 2025

2. Teil: Kriegsende mit russischer Besatzungsmacht

Illi-2

Auszuge aus der Geschichte meiner Familie, die ich als Zeitzeuge (geboren 1933) für meine Kinder und Enkel geschrieben habe, um die Lebensumstände in früheren Zeiten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Teil 2.

Das Kriegsende war eine gravierende Änderung. Ich kannte zuvor nichts anderes als das SN-Regime und ganz plötzlich war ich kein Hitlerjunge (Pimpf) mehr. Total ungewohnt und mir deshalb schwerfallend, war zum Beispiel die erforderliche andere Art des Grüßens, statt des alleinigen „Heil Hitler“ nun „Grüß Gott“, „Guten Morgen“ bzw. „Guten Abend“ oder sogar „Küss die Hand“! So passierte einem zum Beispiel oft noch lange, dass beim Eintritt des Lehrers in die Schulklasse automatisch die rechte Hand in die Höhe schnellte, so wie es einem jahrelang beigebracht wurde. Man spürte eine allgemeine Veränderung der Stimmungslage, einerseits Freude, dass der Krieg zu Ende ist, andererseits aber Besorgnis, wie die Zukunft unter den Besatzungsmächten sein wird. Denn eine Verbesserung der Lebensumstände zeigte sich nicht, im Gegenteil, der Mangel an allem war noch gravierender. In meiner Erinnerung waren die nächsten zwei Jahre die härtesten, die ich erlebt habe. Wir Kinder mussten ...

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Versorgung Steiermark 22. April 2025

Erholungskinder zum Vorzeigen bekamen nur Sterz

Peter Radacsics

Mit Spendengeldern aus Amerika bin ich nach Graz-Liebenau auf Erholung gekommen. Es gab nur Sterz und auf Befehl mussten wir uns in der Sonne liegend vom Bauch auf den Rücken drehen, damit wir schön braun wurden. Zum Vorzeigen, damit die Spender sahen, dass die Kinder braun gebrannt und nicht mehr unterernährt waren.

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Versorgung Steiermark 31. März 2025

Kesselflicker und Scherenschleifer

Dr. Silvia Zenta

Es waren verwegene Gestalten, die in schöner Regelmäßigkeit durch die Straßen zogen und ihre Dienste anboten. Sie machten Halt und Hausfrauen brachten schadhafte Töpfe zum Flicken und stumpfe Scheren und Messer zum Schleifen.

Beim Reisen mit der Bahn konnte es Überraschungen geben: Auch größere Tiere wurden ohne viele Umstände transportiert. So stieg schon mal eine Bäuerin mit ihrer Ziege in einem Regionalzug zu, was jedoch auch für die damalige Zeit etwas ungewöhnlich war.

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Versorgung Steiermark 24. März 2025

Haushaltsbuch April 1950

Ö1 - Gemeinsam erinnern

Quelle: "Österreich ist frei. Der Österreichische Staatsvertrag 1955." Beitragsband Schallaburg 2005

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Haushaltsbuch mit Ausgaben für allgemeine Lebenshaltungskosten aus dem April 1950

Versorgung Steiermark 18. März 2025

Erinnerungen an den 9. Mai 1945

Ö1 - Gemeinsam erinnern

Frau Breitler, technische Zeichnerin und Sekretärin in den Boehler-Werken in Kapfenberg

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Kopie eines maschinegeschriebenen Textes

Versorgung Steiermark 18. März 2025