Mehlsuppe und die Tränen der Mutter

Manfred Golda, Jahrgang 1941

Das werde ich nie vergessen, wie eines Tages die Mutter kommen ist und uns Kindern einen Teller Suppe auf den Tisch gestellt und geweint hat. Sie hat gesagt: ich kann euch leider nichts anderes geben. Das war eine Suppe aus gekochtem Wasser mit ein bisschen Mehl, Kümmel und Salz drin. Das war der dritte Tag, an dem wir nichts anderes gekriegt haben als das.

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Versorgung Kärnten 20. April 2025

Ungeliebter Slowenischunterricht in Kärnten

Frau Keller

Minderheitenkonflikt in der Besatzungszeit

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Versorgung Kärnten 14. Mai 2025

Vater handelte am Schwarzmarkt mit Rasierklingen

Elke Sengmüller

Mein Vater war relativ alt, Jahrgang 1895. Er wurde ganz zum Schluss eingezogen, nach Arnoldstein und dort hat er sich so, was ich so gehört habe, wirklich unabsichtlich den Arm ausgerenkt und eine Schulterverletzung gehabt, und ist dadurch nicht an die Front gekommen. Er war Kaufmann und wurde vorher nicht eingezogen, weil er für die Wirtschaft wichtig war. Es ist uns im Krieg eigentlich immer gut gegangen. Ich weiß, dass mein Vater immer nach Wien gefahren ist und am Karlsplatz am Schwarzmarkt gehandelt hat. Also, ich kann mich erinnern zum Beispiel an einen Riesenkoffer voller Rasierklingen. Ich weiß nicht, was er alles gehandelt hat, aber an die Rasierklingen kann ich mich erinnern. Ich glaube, das war etwas sehr Wertvolles damals.

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Versorgung Kärnten 24. Juni 2025

Wir Kinder haben die Erdäpfel am Acker gestohlen

Manfred Golda, Jg. 1941

Ich mich noch gut erinnern, wie es die ersten Lebensmittelkarten gab. Bei uns war weit und breit kein Geschäft, da mussten wir ziemlich weit laufen, bis man dann nach St. Peter, einem Vorort von Klagenfurt-Ost gekommen ist. Dort habe ich dann eingekauft, was man halt so gekriegt hat auf Lebensmittelkarten. Große Äcker hat die Firma Fischl gehabt, die spätere Kärntner Hefe- und Spiritusfabrik, die hat eine ziemlich große Landwirtschaft gehabt bei unserer Siedlung. Dort haben die auch Kartoffeln angepflanzt. Wir Kinder sind oft tagsüber auf den Kartoffelacker gegangen und haben die Erdäpfel gestohlen und dann geschaut, dass wir wieder heimkommen, ohne dass das wer bemerkt. Es ist auch immer ein Aufseher herumgegangen, der aufgepasst hat, dass nichts gestohlen wird. Wenn dann abgeerntet war, dann durfte man auch offiziell nach übriggebliebenen Kartoffeln suchen. Da haben dann auch andere Leute aus der Nachbarschaft den Acker abgesucht.

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Versorgung Kärnten 31. Mai 2025