

1946 Russen in Riedenthal verprügelt
Gerald Blaich
Bittgesuch nach Moskau zur Haftentlassung
weiterlesen
Besatzungsmächte Niederösterreich 10. April 2025
Abzug der Russen und Traumatisierte Männer
Eva Steininger
In meiner Schulzeit gab es zwei Klassenzüge. Ein Zug war von 8 bis 12 Uhr und ich war im zweiten Klassenzug von 1 bis 4 Uhr Nachmittag. Es waren über 50 Kinder in der Schule in der Klasse. Es wurde ausgesprochen autoritär unterrichtet. Ich hab vom Unterricht ganz wenig mitbekommen, bin ganz hinten gesessen in den letzten Reihen. I Und dann 55 sind die Russen abgezogen. Das war wie ein Volksfest in Zwettl. Die Blasmusik ist gefahren, die Russen sind abgezogen, teilweise wurde gewunken und sind Freundschaften entstanden zu den Einheimischen. Aber man war sehr froh. Generell war man sehr froh, dass sie abgezogen sind. Ich habe in Erinnerung, es waren alle traumatisiert. Also ich glaube, alle Männer, die vom Krieg heimgekommen sind, waren verrückt oder hätten in ein Irrenhaus gehört. Aber die Situation war natürlich damals so, dass da erst diese Traumatisierungen noch gar nichts gewusst hat. Dann war große Not. Und für solche Einrichtungen gab es natürlich kein Geld. Man konnte ja nic...
weiterlesenBesatzungsmächte Niederösterreich 9. Mai 2025
Als Kind mit russ. Major im offenen Jeep gefahren
Dietrich Hardouin, Jahrgang 1941
1945 oder Anfang 1946 haben mich meine Eltern als Baby zur Sicherheit vor den Russen, aus Angst, zu meiner Großtante und Großonkel nach Waidhofen an der Ybbs gebracht. Sie haben mich verschickt mit einem LKW. Ich wurde dort bei Tante und Onkel in der Herrschaftsvilla untergebracht, einem wunderschönen großen Haus. Das wurde wenige Tage oder Wochen nachher von den Russen besetzt. Ein russischer Major hat Onkel und Tante, inklusive mich im unteren Bereich des Hauses untergebracht, weil er oben seine Residenz und seine Kommandantur eingerichtet hat. Mein Onkel war General, aus der Wehrmacht 1943 aus Altersgründen entlassen. Seine ganzen Orden hatte er versteckt am Dachboden, mit allem, was er noch aus der Nazi-Zeit hatte und was auf seine Generalität hätte schließen lassen. Der wirkliche Rang meines Onkels in der Wehrmacht wurde dann irgendwie entdeckt. Der russische Major hat aber keine Ressentiments gehabt; sondern er hat seinen Adjutanten sofort meinem Onkel zur Verfügung gestel...
weiterlesenBesatzungsmächte Niederösterreich 18. April 2025
Ballspielen mit Besatzerkindern
Frau Pfeifer, Jg. 1943
Wir waren in Niederösterreich im Sommer in meinen Ferien, ich war vielleicht acht, neun Jahre. Wir waren in den ganzen Sommerferien in einem Dorf bei Stockerau in der Nähe und das war so quasi der Sommerurlaub, weil mein Vater bei der Vermessung gearbeitet hat und wir immer dort hingefahren sind, wo er gerade gearbeitet hat. Meine Mutter hatte die Gabe gehabt, die Dorfjugend immer zu aktivieren und wir sind auf der Dorfwiese dann gewesen und haben verschiedene Spiele gespielt und das war ja russische Besatzungszone. Und da kamen die jungen Russen und haben gefragt, ob sie mit uns mitspielen dürfen. Und sie haben dann bei unserem Spiel einen Ball über die Schnur und solche Sachen mitgespielt. Also auch da habe ich eigentlich nur positive Erinnerungen. Allerdings hat mir meine Mutter schon erzählt, auch von den grauslichen Taten, die sie im Freundeskreis gehört hat bzw. die Freunde von ihr erlebt haben. Ich selbst habe das nie erlebt. Ich habe alles immer nur positiv erlebt.
weiterlesenBesatzungsmächte Niederösterreich 26. Juni 2025
Befreiung durch einen traumatisierten Russen
Herbert Izbicki
Herbert Izbickis Großmutter berichtet von der Befreiung 1945
weiterlesenBesatzungsmächte Niederösterreich 19. April 2025
Besatzungszeit in Baden und Abzug der Russen 1955
Brigitte Scharinger
Arbeit bekamen nur Mitglieder der kommunistischen Partei; bei den Wahlen wagte niemand, in die Wahlkabine zu gehen, weil der Betriebsrat klar machte, was er von einer geheimen Wahl hielt. Der Abzug der letzten Soldaten verlief völlig unspektakulär.
Baden war, als ich mit 5 Jahren 1947 dorthin kam, von den Russen besetzt und es befand sich dort das Hauptquartier der russischen Besatzungsmacht. Die Menschen hatten Angst vor den Besatzern und diese Angst war auch für so ein kleines Kind für mich einfach spürbar. Viele der schönen, alten Villen, waren von Russen besetzt und die ursprünglichen Bewohner hatten Glück, wenn sie in 1 Zimmer bleiben konnten und nicht einfach rausgeschmissen wurden. Mein kindliches Verständnis der Welt war einfach: „Es gibt Russen und Österreicher und die Österreicher müssen tun, was die Russen wollen.“ Die Angst vor den Russen war immer da – vor Kindern wurde über Politik nicht gesprochen, zu groß waren die Ängste, dass man sie in der Schule ausfragen konnte. Arbeit gab es nur, wenn man Mitglied in der kommunistischen Partei war. Dann musste man auch die Zeitung „Volksstimme“ abonnieren. Zum Kassieren der Abo-Gebühr wurde ein Parteimitglied verpflichtet und man konnte nie wissen, ob dieser Kass...
weiterlesenBesatzungsmächte Niederösterreich 25. April 2025
Das Ende vom Krieg
Maria Elisabeth Schlegl
Die letzten Monate des Krieges geht Elisabeth Schlegl nicht mehr in die Schule. Ihre Familie und ihre Nachbarn verstecken sich regelmäßig in dem eigens gegrabenen Punker im Garten und bekommen vom Kriegsende hauptsächlich aus dem selbstgebastelten Radio mit, mit dem sie sogar ausländische Sender empfangen können.
weiterlesenBesatzungsmächte Niederösterreich 30. März 2025
Das Kinderlied vom Koreakrieg
Johanna Nelhiebel
Wie Volksschulkinder die Anwesenheit von russischen Besatzungssoldaten erleben.
Das Kriegsende 1945 habe ich als Dreijährige nicht bewusst erlebt, es sind mir nur einige blitzlichtartige Bilder von unserer Flucht aus der Tschechoslowakei in Erinnerung, wohl aber kann ich von der Volksschulzeit (1948-52)berichten. Wir waren nach Umwegen in Korneuburg, in deren Kaserne die russischen Besatzungssoldaten untergebracht waren, gelandet. Solange wir in der Kellerwohnung Kanalstraße 4 wohnten, kannten wir, meine Schwester und ich, die Russen nur vom Zuhören, wenn Erwachsene über die Gräuel berichteten. Wir wussten nur, dass man sich vor ihnen fürchten muss. Furchterregendes haben wir nicht erlebt, auch später nicht. Dass die Welt nicht in Ordnung war, sahen wir fast täglich an den vorbeifahrenden Güterzügen, die wir beobachteten, wenn wir auf dem Bahndamm spielten. Lachende Männer saßen darin. Aus den geöffneten Toren ließen sie ihre Beine baumeln. Wir winkten ihnen. "Das sind die Heimkehrer", belehrte man uns. Wir hatten geglaubt, das seien die Russen. Im Winter 48 ...
weiterlesenBesatzungsmächte Niederösterreich 24. März 2025
Das Ungetüm in unserer Mansarde
Fr. Linde, Jg. 1940
Die Russen kamen mit dem Zug nach Raabs an der Thaya und hatten vollgefüllte Schnapsfässer mit. Die rollten sie über den Bahnhofsberg hinunter, und eines dieser Fässer zerbrach unseren Gartenzaun. Daraufhin haben sich alle auf der Wiese in unserem Garten betrunken. Ein russischer Oberst hat meine Mutter geschnappt, er wollte das Haus sehen. Als er oben in der Mansarde die Türe aufmachte, sah er auf dem Tisch eine alte Schreibmaschine - ein Ungetüm, wie man es damals hatte. Er zeigt erschrocken darauf: Maschina, Maschina! Da nimmt meine Mutter ein Blatt Papier, spannt es ein, tippt drauf und die Buchstaben kommen. Na, da war er beruhigt, dass das kein Maschinengewehr oder sonst irgendwas war.
weiterlesenBesatzungsmächte Niederösterreich 6. Mai 2025
Der "Russischdolmetsch"
Herr Demitsch
Herr Demitschs Großvater, die Russen und der 10jährige Bub
weiterlesenBesatzungsmächte Niederösterreich 13. Mai 2025
Besatzungsmächte Niederösterreich 9. Mai 2025
Die Angst vor den Russen am Schulweg
Anna S., Jg. 1944
Gesehen hat man die Soldaten schon. Wenn ich in die Schule gegangen bin, hab ich mich immer sehr gefürchtet. Meine Eltern wollten eigentlich, dass ich in die Hauptschule gehe. Aber da hätte ich nach Groß-Siegharts müssen, entweder zu Fuß oder mit dem Bus. Und das hat mir solche Angst gemacht, weil es immer geheißen hat, die Russen sind nicht gut, die machen mit dir Dinge, die Gott nicht will. Und so hab ich halt die Volksschule weiter gemacht.
weiterlesenBesatzungsmächte Niederösterreich 9. April 2025
Die Russen kommen
Margarete, Jahrgang 1939
Die Russen haben uns bei ihrer Ankunft aus dem Haus geschmissen und ihre Pferde in die Stube gestellt.
weiterlesenBesatzungsmächte Niederösterreich 6. März 2025
Die Russen waren freundlich, aber haben gefladert
Anna S., Jg. 1944
Viele Russen waren auch freundlich. Ich war damals klein und es war üblich, dass Russen Babys auf den Arm genommen haben. So ganz schlimm waren sie auch nicht. Aber irgendwas mitgehen lassen haben sie schon öfters. Zum Beispiel Bettwäsche oder Uhren. Hin und wieder auch Essen. Meine Eltern haben das gesehen, aber du kannst da nicht sagen: „Gib das wieder her!“. Der hat das genommen, war froh und dann ist er wieder marschiert. Die hatten ja auch nicht viel, die Russen.
weiterlesenBesatzungsmächte Niederösterreich 9. April 2025
Die Suche nach meinem russischen Vater
Eleonore Dupuis
St. Pölten war damals russisch, eigentlich sowjetisch, besetzt. Ich habe nur gute Erinnerungen daran. Unter unserer Wohnung waren fünf russische Offiziere einquartiert. Sie haben meiner Schwester und mir immer Süßigkeiten und kleine Geschenke gebracht. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht gewusst habe, dass ich die Tochter eines russischen Soldaten bin. Erst als die Besatzung im Oktober 1955 abgezogen ist, hat mir meine Mutter gesagt: "Dein Vater ist ein Russe“. Weil ich so gute Erinnerungen gehabt habe, war ich froh und stolz, ein Russenkind zu sein. Ich bin nie diskriminiert worden. Nur leider Gottes, es ist so wenig bekannt, dass ich mit 79 Jahren noch immer die Spur meines Vaters suche. Ich fahre auch immer wieder nach Russland. Meine Freunde dort helfen mir dabei. Ich hätte schon so viele mögliche Väter gehabt, aber die waren es dann doch nicht.
weiterlesenBesatzungsmächte Niederösterreich 19. Mai 2025
