29 Heimatvertriebene aufgenommen

Frau Zach, Jg. 1938

Ich war sechs Jahre alt in 45er Jahr am 6. Juni, da haben wir haben wir auf einer Wiese gearbeitet, und da ist ein Zug von Menschen auf der Straße runtergekommen von der anderen Ortschaft. Da hab ich noch zehn Kilometer von der Grenze in meinem Elternhaus gewohnt. Mein Vater war damals Ortsvorsteher, und wir haben eine neu gebautes Haus gehabt, wo noch niemand drin gewohnt hat. Und da war dann 29 Flüchtlinge aufgenommen. Da war von Holleschitz (Anm.: heute Holešice) der Bürgermeister dabei mit neun Kindern. Und der ist getragen worden auf so Brettern. Den haben die die Tschechen so geschlagen, dass er am ganzen Körper ganz blau war. Und der hat bei uns dann von Juni bis nächsten Juni, wo sie nach Deutschland gekommen sind, nur Pudding, Milch und Semmeln und Biskotten gegessen. Und bei uns hat er noch das Jahr gelebt und in Deutschland draußen ist er gestorben. Meine Mutter hat ihm damals alle Kopfpolster mitgegeben, die sind dann beim Hinauswandern im Juni in einen Viehwaggon h...

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Fluchtgeschichten Niederösterreich 27. Juni 2025

Flucht von der heranrückenden roten Arme nach OÖ

Johanna Aigner

Frau Johanna Aigner, geboren am 17. September 1929 in Baden, berichtet von ihrer Flucht aus Baden nach Altmünster. (Bezirk Gmunden) Als gegen Kriegsende 1945 die Lichtungs- und Mündungsfeuer aus Wiener Neustadt von der heranrückenden roten Arme am Horizont zu erkennen sind, beschließen Johanna und ihre Mutter den beschwerlichen Weg nach Oberösterreich anzutreten, damit sie vor den Russen geschützt sind. In Altmünster erwarten sie amerikanische Einheiten, die einen besseren Ruf in der Umgangsweise mit Gefangenen, als die rote Arme, genießen.

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Fluchtgeschichten Niederösterreich 29. März 2025

Flüchtling aus Znaim

Gunda

Augusta ist als Flüchtling aus Znaim im Haus meiner Großeltern in Hollabrunn aufgenommen (20.7.1945 bis 8.4.1946), so wie russische Offiziere. Sie schreibt meiner Mutter nach Wien, wo diese gerade studiert. Rund 200 Briefe 1945 - 1957 sind erhalten.

5.3.1946 Liebste Nora! Wieder einmal befinde ich mich in einer verzweifelten Lage! Mein Antrag um die „Alliierte Ausreisebewilligung“ wurde wegen meiner Parteizugehörigkeit am 1.3. abgelehnt und mir sagen gelassen, ich sollte mich dem großen Abtransport der Flüchtlinge anschließen und dann in der amerikanischen Zone aussteigen und zu meinem Mann fahren. Auf solch abenteuerliche Fahrt kann ich mich nun aber nicht einlassen, wer sagt mir, dass ich über Linz komme und dann auch die Möglichkeit habe, dort irgendwo auszusteigen? So kannst Du Dir meine Lage vorstellen; wieder war ich so knapp am Ziel und nun scheiterte hier wieder alles aus diesem Grunde. Ich war mehr als vernichtet und habe alles dann in schlaflosen Nächten erwogen, was da noch zu machen wäre und kam dann nach Beratungen mit Deinen lb. Angehörigen, ebenso mit Dr. Jilly zu dem Entschluss, die Sache vorderhand ruhen zu lassen und um einen Aufschub zur Aufenthaltsbewilligung für Hollabrunn anzusuchen, damit ich wenigs...

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Fluchtgeschichten Niederösterreich 27. März 2025

Heimatverlust

Roswitha Springschitz

Das Kind Franz muss, wie so viele andere, nach dem 2. Weltkrieg seine Heimat und das Haus der Familie, dessen diese beraubt wurde, verlassen und kann nur das Allernötigste mitnehmen.

„Franz…“, sagte sie, in einem leisen, sanften Tonfall. „Du weißt ja, dass wir gar nicht viel mitnehmen können. Und dass wir noch nicht einmal wissen, wo wir unterkommen.…“ Franz war vom Tisch aufgesprungen und ins Kinderzimmer gelaufen. Sein Herz pochte heftig und angstvoll. Berti war in seinem neunjährigen Leben stets an seiner Seite gewesen; es gab keine Erinnerung an ein Leben ohne ihn...

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Fluchtgeschichten Niederösterreich 24. März 2025

Russen schießen in unser Küchengewölbe

Fr. Hager, Jahrgang 1939

1945 war ich fünfeinhalb Jahre alt. Meine Mutter hat in Purgstall an der Erlauf ein Gasthaus gehabt, eine Fleischerei, und eine kleine Landwirtschaft war dabei. Da sind die Russen gekommen: Panzer, Panzer und Jeeps. Und da sind die Frauen ihnen mit weißen Tüchern entgegengelaufen. Vielleicht sollte es so ausschauen, als ob sie sich freuen, dass die kommen. Und das Gastzimmer meiner Mutter war gesteckt voll mit Russen. Die haben sich genommen, was sie wollen, was sie gebraucht haben. Meine Mutter hat ihnen Bier ausschenken müssen. Da hat sie dann vorher trinken müssen, bevor die getrunken haben. Und die sind in die Räume überall rein. Wenn wo eine Tür nicht aufging bei einem Schrank, haben sie sie aufgetreten. Meine Mutter hat dann gehört, dass auch Kinder verschleppt werden. Da hat meine Mutter gesagt, sie bleibt nicht mehr. Und dann sind wir weg zu Fuß. Meine Mutter, mein Stiefvater und eine Frau mit ihrem Sohn. Ein Leiterwagerl haben sie mitgehabt, da haben wir fallweise drinn...

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Fluchtgeschichten Niederösterreich 19. April 2025

Wasser für die erschöpften deutschen Soldaten

Frau Sengstschmidt

Frau Sengstschmidts Mutter vollbringt eine gute Tat

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Fluchtgeschichten Niederösterreich 9. Mai 2025