
80 Jahre Zweite Republik Zwischen Trümmern und Neubeginn
Radiokolleg Wie Österreich neu formiert wurde
Flucht aus Graz 1945
Herr Reinitzer
Also im Jahre 1945 im März wurde die Bevölkerung aufgefordert die Gebiete um Graz zu verlassen und möglichst nach Norden zu flüchten, weil die Front schon in der Oststeiermark war. Man hat sie schon schießen gehört. Ich wollte dann mit meiner Familie von einem Bauernhof, der circa zehn Kilometer nördlich von Graz ist, aufbrechen und haben alles vorbereitet, haben zwei Pferdefuhrwagen beladen mit allen notwendigen Dokumenten und was man halt alles bei einer Flucht mitnimmt und haben vorgehabt, am 31. März loszuwandern. Die beiden Wagen sind gezogen worden von Pferden. Und als wir dann starten wollten, haben wir bemerkt, dass ein Pferd gestohlen wurde. Jetzt haben wir einen der Wagen mit zwei Pferden bespannt und einen mit einem Pferd, nur weil das zweite gestohlen war und sind losgefahren, das war der 31. März. Und als wir kurz einige Kilometer gefahren sind, hat mein Onkel gemerkt, da ist ein anderes Fahrzeug gewesen mit diesem gestohlenen Pferd. Er ist hingegangen und hat mit de...
weiterlesenFamiliengeschichten Steiermark 30. Juni 2025
Vater mit 6 Jahren kennengelernt, er blieb fremd
Frau Six
Meinen Vater habe ich eigentlich erst mit 6 Jahren richtig kennen gelernt, weil ich bin 38 geboren und er ist 38 eingerückt. Und dann ist er nur immer so zwischendurch auf zwei Tage heimgekommen, da hab ich ihn nicht richtig kennengelernt, ich hab mich eigentlich gefürchtet vor ihm, weil das ein unbekannter Mann war für mich. Da hat er sich gleich in der Holzhütte ausgezogen, weil er voll war mit Flöhen. Und dann hab ich ihn erst so ein bissl kennengelernt. Aber es hat einen anderen Mann in unserem Haus gegeben, der war wie ein Vater zu mir, zu dem hab ich „Tati“ gesagt. Also mein Vater war mir eigentlich fremd, und das ist eigentlich immer geblieben, also bin ich mit ihm nie so richtig warm geworden.
weiterlesenFamiliengeschichten Steiermark 27. Juni 2025
Traurige erste Weihnachten mit dem Vater
Frau Ertö, Jg. 1939
Er hat nichts erzählt. Ich war noch zu jung, dass ich gefragt hab, aber wir haben zu Haus gesprochen, er hat nichts erzählt. Der wollte vom Krieg, glaube ich, nicht reden. Er hat zwei Brüder verloren. Die waren nicht einmal 25 Jahre, im Krieg eingerückt. Aber vor seinen Erlebnissen hat er nichts erzählt, das war wahrscheinlich so arg. Ich weiß es nicht. Die ersten Weihnachten waren auch so traurig, man hat ja nichts gehabt. Äpfel haben wir aufgehängt am Baum mit Holzstäbchen angebunden, am Abend hat´s eine Eierspeis gegeben, das war schon war schon was Großes, das waren die ersten Weihnachten halt, wie er heimgekommen ist, aber wir waren beieinander, und das war wichtig.
weiterlesenFamiliengeschichten Steiermark 27. Juni 2025
Kauf dir ein Schaf und schlaf!
Michael Romirer
Das hat auch der Vater ganz zum Schluss erzählt, das ist so gegangen im Volksmund: „Kauf dir ein Schaf und schlaf!“ Die Bauern haben müssen bestimmte Kontingente von ihrem Stierbestand zwangsabliefern. Also wenn man mehrere Ochsen gehabt hat, das ist pro Betriebsgröße vorgeschrieben gewesen, bei uns ist ja Rindergegend, ja, und der Schafe gehabt hat, ist davon ausgenommen gewesen. Da hat man halt nicht direkt formuliert, sondern einfach gesagt: „Kauf dir ein Schaf und schlaf!“ Ja, das hab ich sehr oft gehört immer wieder.
weiterlesenFamiliengeschichten Steiermark 25. Juni 2025
Verschwundene Russen im Wechselgebiet
Michael Romirer
Ich komme aus Vorau, und weiter oben auf der Alm haben wir Verwandte, die haben nichts gehabt und die haben die ganze Zeit in den 60er und 70er Jahren nur von dem erzählt und auch jetzt auch mein Vater am Schluss, da hat er dann unglaublich schöne Dinge und auch nicht ganz schöne Dinge erzählt. Bei uns im Wechsel Gebiet, da sind ja so viele russische Soldaten verschwunden und mein Vater, der hat mir dann Dinge erzählt ja wie das wirklich war oder seine Wahrnehmung oder sein Wissen. Und das ist, ja glaube ich, auch hochbrisant noch immer, weil das waren Morde, da hat man Leute verschwinden lassen, eingraben irgendwo und so. Und zwar, weil da hab ich den Zettel, das ist vielleicht eines der haarsträubendsten Erzählungen. Das waren im Hochwechselgebiet, Seppling-Karndorf; da sind die Russen plündern gekommen, mehrere und die haben sich da aufgeteilt bei den Bauern und bei dem Seppling-Karndorf haben sich die Bauern dann getroffen, weil er war der der höchstgelegene Bauernhof, am nächs...
weiterlesenFamiliengeschichten Steiermark 25. Juni 2025
Britische Soldaten werfen Essen weg
Karin Tierrichter
Neuer Blick auf britische Besatzer
weiterlesenFamiliengeschichten Steiermark 15. Mai 2025
Glauben verbindet
Karin Tierrichter
Russischer Besatzungssoldat hinterlässt einen Sack Mehl
weiterlesenFamiliengeschichten Steiermark 15. Mai 2025
Die Wunder modernen Komforts
Karin Tierrichter
Russische Besatzungssoldaten waschen Kartoffeln
weiterlesenFamiliengeschichten Steiermark 15. Mai 2025
Ein russischer Arzt rettet einem Kind das Leben
Karin Tierrichter
Auch die Russen waren nicht alle zum Fürchten
weiterlesenFamiliengeschichten Steiermark 15. Mai 2025
Familiengeschichten Steiermark 15. Mai 2025
Familiengeschichten Steiermark 14. Mai 2025
Familiengeschichten Steiermark 9. Mai 2025
Familiengeschichten Steiermark 9. Mai 2025
Familiengeschichten Steiermark 9. Mai 2025
Leben in einer Arbeitersiedlung
Gemeinsam erinnern
Frau Steinwidder, Jg. 1958, über das Aufwachsen in der Arbeitersiedlung Judenburg
weiterlesenFamiliengeschichten Steiermark 6. Mai 2025
