Bei der Tante im Burgenland

Herr Pelikan, Jahrgang 1941

Ich bin ein Kriegskind, 1941, als Bub bin ich bei der Tante im Burgenland gewesen, weil der Vater war in Gefangenschaft nachher in Amerika, bei den Amerikanern, die Mutter musste das Geschäft leiten. Und sie konnte nur Samstags, Sonntags mich in Eisenstadt, besuchen und es war ein langer Fußweg, weil da gab es keine Zugsverbindungen. Sie musste also ungefähr drei Stunden marschieren, damit sie mich sehen konnte. Das war so die Zeit, bevor ich in die Schule kam. Die Schule in Wien war tipptopp. Aber wissen Sie, die Zeit war hart. Die Mutter musste die Kleider von ihrem Vater verkaufen am Schwarzmarkt, damit wir was zum Essen haben. So war die Situation nach 1945. Ich war an und für sich bei der Tante im Burgenland. Da war es recht lustig und kein Problem. Aber das Problem war dann, das Haus war zerbombt in Wien, sie musste bei ihrer Mutter wohnen, also bei meiner Großmutter. Dann ging die Schule los und da war noch nichts. Die Mutter musste noch Kleider verkaufen. Das weiß ich noch ...

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Familiengeschichten Burgenland 29. März 2025

Familiengeschichten rundum das Jahr 1945

Edgar Schütz

Im Frühjahr 1945 sollte mein damals 15-jähriger Vater zum "Volkssturm" eingezogen werden. Meine Großmutter wusste dies zu verhindern. Das war damals aber eine heikle Angelegenheit, die im Wortsinn tödlich sein hätte können. Mein Schwiegervater (Jahrgang 1940) wurde kurz nach Kriegsende im südlichen Burgenland beim Spielen mit einer umherliegenden Granate schwer verletzt. Eine sowjetische Lazarettärztin rettete dem kleinen Buben das Leben und pflegte ihn gesund. Meine Mutter musste als Angehörige der deutschsprachigen Bevölkerung der damaligen Tschechoslowakei im Jahr 1945 ihre Heimat verlassen. Vor allem für ihre Eltern war der Rest des Lebens nicht leicht. Davon erzähle ich in meinem Audiobeitrag.

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Familiengeschichten Burgenland 28. April 2025

Ich war mit 9 Jahren Schwarzschlächter

Herr Paukowich, Jahrgang 1935

Auf den beiden Bauernhöfen meiner Großeltern ist sehr viel schwarz geschlachtet worden. Mit neun hat man mich abstechen lassen, weil man gehofft hat, dass ich als Kind weniger bestraft werde, falls wir angezeigt werden. Einmal hat eine Kuh Zwillinge gekriegt. Da musste ich in den Heuhaufen in der Scheune ein Loch hinein machen, und da ist ein Kalb versteckt worden. Und hat natürlich Milch gekriegt und das hab ich dann mit einem Freund, der gleichaltrig war, wir waren acht Tage auseinander, abgemurkst und schwarzgeschlachtet, als damals Zehnjährige.

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Familiengeschichten Burgenland 18. April 2025