

Abtreibungen durch sowjetische Militärärztinnen
Josefa Trimmel, Jg. 1935
Beim Einmarsch der russischen Truppen in Schattendorf warfen die Soldaten freundlich Zuckerl auf die Straße. Doch es gab auch Misshandlungen und Vergewaltigungen. Sowjetische Militärärztinnen führten bei betroffenen Frauen, die schwanger wurden, Abtreibungen durch.
weiterlesenFrauen, Mütter, Kinder Burgenland 6. Mai 2025
Ein unerwartetes Geschenk in Zeitungspapier
Fr. Fischer, Jg. 1937
Frühlingsabend 1945, bei der Tante in Eisenstadt: wir sind alle vor der Tür gestanden und haben gewartet, dass zum ersten Mal wieder die Straßenbeleuchtung eingeschaltet werden soll. Auf einmal ist ein großer Russe, ein Soldat, auf mich zugekommen, hat mich bei der Hand genommen und gesagt, ich soll mitgehen. Ich war ein gutmütiges Kind, bin also mitgegangen. Meine Tante wird wohl einige Tote gestorben sein vor lauter Angst. Dieser Russe hat mich mitgenommen in ein Haus. Ich kann mich noch erinnern, es war ein dunkles Stiegenhaus, aber oben war dann ein großer Tisch, auf dem sind Zeitungsblätter gelegen und viele große dunkle Lebkuchen. Er hat mir ein paar Lebkuchen in Zeitungspapier eingepackt und hat mich wohlbehalten zu meiner Tante wieder zurückgebracht. - Das ist ein Beleg dafür, dass die Russen zwar zu Frauen und Mädchen furchtbar waren, aber Kinder gemocht haben.
weiterlesenFrauen, Mütter, Kinder Burgenland 8. Mai 2025
Familiengeschichten rundum das Jahr 1945
Edgar Schütz
Im Frühjahr 1945 sollte mein damals 15-jähriger Vater zum "Volkssturm" eingezogen werden. Meine Großmutter wusste dies zu verhindern. Das war damals aber eine heikle Angelegenheit, die im Wortsinn tödlich sein hätte können. Mein Schwiegervater (Jahrgang 1940) wurde kurz nach Kriegsende im südlichen Burgenland beim Spielen mit einer umherliegenden Granate schwer verletzt. Eine sowjetische Lazarettärztin rettete dem kleinen Buben das Leben und pflegte ihn gesund. Meine Mutter musste als Angehörige der deutschsprachigen Bevölkerung der damaligen Tschechoslowakei im Jahr 1945 ihre Heimat verlassen. Vor allem für ihre Eltern war der Rest des Lebens nicht leicht. Davon erzähle ich in meinem Audiobeitrag.
weiterlesenFrauen, Mütter, Kinder Burgenland 28. April 2025
Hetzjagd um den runden Tisch herum
Johanna Stich, Jahrgang 1941
Ein Russ' ist in die Küche gekommen, dort wo wir gewohnt haben, bei der Tante, und wollte sich auf meine Mutter stürzen. Und da sind sie immer um den runden Tisch herum. Statt dass ich meiner Mutter geholfen hätte, habe ich mich auf dem Klo versteckt. Ich weiß nur die allgemeine Angst vor den Russen in Mannersdorf, es ist kaum eine Frau nicht vergewaltigt worden. Meine Mutter und meine Schwester, die 13 Jahre älter war als ich, sind (..von der Mutter Gottes..) sehr behütet worden. Meine Mutter war eine sehr gläubige Frau. In brenzligen Situationen hat sie die Mutter Gottes angerufen, und so sind meine Mutter und meine Schwester verschont worden.
weiterlesenFrauen, Mütter, Kinder Burgenland 2. Mai 2025
Kriegsende 1945 in Gols
Theresia Nittnaus
Tonaufnahme von Theresia Nittnaus (Jg. 1932) Flucht vor den Russen aus Gols ins Nachbardorf am Ostersonntag 1945 mit Mutter und fünf Geschwistern
weiterlesenFrauen, Mütter, Kinder Burgenland 30. März 2025
Russische Besatzung
Maria Stimpfl, Jahrgang 1934
Erinnerung aus der Kindheit unter russischer Besatzung
Meine Mutter hat uns Kinder darauf eingeschworen sofort ins Haus zu laufen und ihr Bescheid zu geben, wenn wir vor dem Haus einen Russen kommen sehen. Als wir draußen gespielt haben, ist dann tatsächlich ein Russe gekommen. Ich bin sofort ins Haus gelaufen und habe versucht, meine Mutter zu warnen. Sie hatte Angst, mitgenommen zu werden und, unter anderem, zum Schanzen verpflichtet zu werden. In Panik sie hat versucht, sich unter der Bank zu verstecken. Allerdings war der Abstand zwischen Bank und Fußboden zu klein und sie hat nicht ganz reingepasst – ein Teil ihres Körpers hat hervorgeragt. Der Russe war schon im Haus, hat sie erwischt und herausgezogen. Daraufhin wurde sie von ihm mitgenommen. Sie hat auch uns vier Kinder mit im Schlepptau gehabt und rief uns zu: „Fangt an zu weinen!“. Sie hoffte, dass wir damit Mitleid erregen könnten. Wir folgten ihr, aber einer meiner Brüder war widerspenstig – er hat sich geweigert zu weinen. „Ich weine doch nicht für den Russen!“, sagte er...
weiterlesenFrauen, Mütter, Kinder Burgenland 30. März 2025
