"Legalisierung" durch Karl Renner

Frau Mühlfeld

Frau Mühlfelds erhält den Namen ihres Vaters und wird ehelich

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 13. Mai 2025

"Wir haben das nicht gewusst"

Herr Scheibenreiter

Herr Scheibenreiter über Geschichtslügen

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 14. Mai 2025

Acht Geschwister auf Kinderverschickung

Brigitte Lohinger, Jahrgang 1945

Schon im Alter von sechs Wochen erkrankte Brigitte Lohinger an der Ruhr, die dank der Hilfe eines jüdischen Arztes behandelt werden konnte. In den folgenden Jahren wuchs die Wiener Familie auf 8 Kinder an, und 1950 erkrankte der jüngste Bruder an einer Lungenentzündung. Die Familie hat Penicillin erhalten, was damals bemerkenswert war. Um die acht Kinder der Familie aufzupäppeln, wurden sie ins Ausland verschickt. Brigitte Lohinger selbst kam im Alter von fünf Jahren nach Südtirol, später in die Schweiz und schließlich nach Dänemark zu einer alleinstehenden Frau, die sich liebevoll um die Kinder kümmerte. Meistens wurde Brigitte Lohinger zusammen mit einem Geschwisterteil verschickt. Die Eltern wussten nicht, wo genau ihre Kinder untergebracht wurden. Wie konnten sie das aushalten? Dennoch schien es die einzige Möglichkeit zu sein, die Kinder zu versorgen. Brigitte Lohinger selbst hatte als Mädchen keine Schwierigkeiten mit der Situation, im Gegensatz zu einem jüngeren Brüde...

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 22. April 2025

Als die Kosaken zu uns Kulturlosen kamen

Veronika Philipp

Wir haben ganz am Stadtrand gewohnt, also wirklich schon fast auf dem Land. Das Haus der Großeltern war ehemals eine Meierei und da hat es einen großen, großen Hof gegeben, um den das Haus herum gebaut war. Und 45 sind Kosaken gekommen, mit sehr vielen so kleinen Pferdewagen und unser ganzer Hof war vollgestellt. Es waren keine Männer im Haus, sie haben uns gut behandelt, sie haben sogar gekocht. Es war eine Art Eierspeis mit Speck, sie haben uns auch aufgefordert, zu essen. Meine Mutter hat gesagt, es ist uns so schlecht davon geworden, weil wir waren ja so ausgehungert und das fette Essen, das war ein bissl mühsam. Ich habe einen gleichaltrigen Cousin. Sie können sich vorstellen, 45, wir waren zweieinhalb Jahre ungefähr alt, und in der Mitte des Hofes ist ein großer Tisch gestanden, um den haben wir im Sommer immer gegessen, und mein Cousin und ich, wir sind auf den Tisch geklettert, damit wir sozusagen besseren Überblick haben über all das Gewurl. Da ist ein Offizier, der auch ei...

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 9. Mai 2025

Ausgemergelte Russen waren zu uns Kindern reizend

Ingeborg Hagg, Jg. 1940

Neben einem Haus in Wien hatten wir einen festen Wohnsitz in Niederösterreich. 1944 ist meine Mutter mit meiner Schwester und mir auch in diesen Gutshof gezogen, weil wir dort größere Überlebenschancen hatten. Als der Krieg zu Ende war, war das Schlachtfeld nur zehn Kilometer von uns entfernt und die erste Invasion kam direkt über unser Haus, das war furchtbar. Es waren viele Frauen im Haus, weil die Männer alle im Krieg waren. Die Vergewaltiger wurden zum Teil erschossen und nach drei Tagen mit Lastwagen eingesammelt. Jeden Abend kamen mit Lastwagen Russen, die Frauen stürzten in ihre schon vorbereiteten Höhlen im Wald. Wir Kinder waren allein in dem Haus, und diese ausgemergelten Soldaten holten sich im Haus, was sie fanden. Zu uns Kindern waren sie reizend. Sie können sich ja nicht vorstellen, wie sie ausgeschaut haben wir schon wochenlang nur mehr Gras gegessen gehabt, waren natürlich in allen Richtungen ausgehungert. Und das war schrecklich. Einer hat mich einmal unter eine gr...

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 9. Mai 2025

Beeindruckt von den russischen Soldaten

Robert Heiterer, Jg 1947

Als Kind habe ich in Floridsdorf in einem Gemeindebau in der Prager Straße gewohnt, nahe der russischen Kommandantur. Ich habe diese Soldaten bewundert wegen ihrer Stiefeln und Reithosen. Am Eck der Prager Straße war ein Greissler, wo mich meine Mama zum Einkaufen hingeschickt hat. Vor mir in der Reihe haben sich zwei russische Soldaten die Einkaufsnetze mit Bierflaschen füllen lassen, und als die draußen waren, sagt eine Verkäuferin zur anderen: "Jetzt feiern's in Stalin sein Tod" und ich habe nicht gewusst, wer der Stalin ist und warum man das feiert. Beim Abzug der Russen stehe ich auf der Prager Straße und schaue zu, wie die letzten LKWs mit winkenden russischen Soldaten auf der Ladefläche abfahren. Später habe ich als Hauptschullehrer in Vorarlberg oft den Kindern davon erzählt.

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 6. April 2025

Das "illegale" Kind

Frau Mühlfeld

Frau Mühlfelds Vater war Jude, ihre mutige Mutter rettete sie

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 13. Mai 2025

Das Sterben des 15-jährigen Bruders

Inge Ungerböck, Jahrgang 1939

Mein Bruder war 15 Jahre alt. Er ist bei einem Bombenangriff am 21. Februar 1945 in der Kirche Maria vom Berge Karmel verschüttet worden und hat vermutlich innere Verletzungen gehabt. Am 12. April 1945 ist er gestorben in unserer Wohnung, dort waren zu der Zeit auch 20, 25 Russen. Mein Bruder hat gut Klavier gespielt. Er hat ihnen noch alles Mögliche vorgespielt. Die haben auf unserem Flügel getanzt und den Vodka reingeschüttet. Die Schwägerin von meiner Mama hat dann wenigstens die Möglichkeit gefunden, dass mein Bruder bei uns in der Wohnung sterben hat können, dass die Russen dann doch raus sind. Auf einem Leiterwagerl ist er dann auf den Friedhof geführt worden, meine Mama und meine Tante haben selber das Grab ausgehoben. (..) Aber einer der Russen war sehr lieb zu mir, der hat ein bisschen Deutsch gesprochen. Ich hab einen angeborenen Grauen Star, bin also fast blind und hatte dicke Augengläser. Und der Russe hat den Leuten gesagt, sie sollen mir nicht meine Augengläser...

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 21. April 2025

Das illegale Bordell im Gemeindebau

Erika Nigl

Soldaten kraxelten durchs Fenster

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 14. Mai 2025

Der "Picknickkorb" der Russen

Erika Nigl

Erika Nigl erinnert sich an Hilfe von den Russen 1945

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 14. Mai 2025

Der Vorname 1945

Edith

Durch Bombenangriff auf Wiener Amtshaus bekam meine Schwester ihren richtigen Vornamen.

Meine ältere Schwester kam am 14.2.1945 im Spital zur Welt. Sie war sehr schwach und hat schlecht getrunken. Eine Schwester im Spital meinte, das Baby werde nicht überleben. Dank der Mithilfe der ganzen Familie hat es überlebt. Noch im Spital bat meine Mutter ihre Mutter, das Baby amtlich eintragen zu lassen. Als meine Großmutter zurück kam, traf meine Mutter fast der Schlag: Statt den von meinen Eltern ausgesuchten Namen „Renate“ stand auf dem Geburtsschein „Rosina“. Keine Ahnung warum meine Großmutter diesen Namen gesagt hatte. Vielleicht gefiel er ihr besser, oder sie hat in der allgemeinen Aufregung – es gab öfter Bombenalarm – den Fehler begangen. Zum Glück für den Familienfrieden fielen wenig später Bomben auf das Amtshaus Hietzing und alle Dokumente gingen verloren. So kam meine Schwester doch noch zu ihrem ausgewählten Vornamen.

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 27. März 2025

Der hungrige Bruder

Erika Nigl

Erika Nigl erinnert sich an den Hunger 1945

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 14. Mai 2025

Die Flucht aus Sicht eines sechsjährigen Kindes

Christoph Bathelt

Das Schicksal der 14 Millionen deutschen Heimatvertrieben blieb viele Jahre wenig beachtet, Trauer- bzw. Traumaarbeit fand so gut wie nicht statt. Erst in jüngerer Zeit, wo die Erlebnisgeneration schon fast verschwunden ist, widmen sich Wissenschaftler dem Schicksal der „Kriegskinder“. Darum habe ich die Flucht meines Vaters als Graphic Novel herausgegeben. Das Trauma der Flucht und die anschließende bedürftige Kindheit hat meinen Vater zwar geprägt, aber niemals verbittert. Seine Erlebnisse bestätigen den Satz Viktor Frankls, wonach es nur zwei Menschenrassen gibt: nämlich die ‚Rasse‘ der anständigen Menschen und die ‚Rasse‘ der unanständigen Menschen. Darum freue ich mich, dass der Neue Welt Verlag und mein Freund, Prof. Birol Kilic, diese Intention verstanden und das Buch publiziert haben, um das Verbindende und damit Versöhnende darin zu dokumentieren.

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Dokumente der Flucht (Familienfoto, Reiseerlaubnis, Landkarte)

Frauen, Mütter, Kinder Wien 24. März 2025

Die Geschichte meines Großvaters

Herbert Grünwald

Das Schicksal von Herbert Grünwalds jüdischen Großvater

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 15. April 2025

Erbsen, Uhren und Wasserversorgung 1945

Herbert Grünwald

Herbert Grünwald isst wie viele andere monatelang Erbsen

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 15. April 2025