
80 Jahre Zweite Republik Zwischen Trümmern und Neubeginn
Radiokolleg Wie Österreich neu formiert wurde
Männerknappheit, starke Mütter und Wärmestuben
Martha Hansl, Jg. 1944
Die letzten Heimkehrer sind erst 1955 aus den Kriegsgefangenenlagern nach Hause gekommen. Bis dahin war ja die Männerknappheit in Wien sehr, sehr groß. Und in meiner Klasse waren 50 % der Kinder ohne Vater. Zum Teil wusste man, er ist im Krieg gefallen. Oder man wusste nicht, kehrt er irgendwann einmal heim. Zu Weihnachten: Es gab nichts zum Schenken. Da hat man eine Kleinigkeit bekommen, nach heutiger Sicht nicht einmal der Rede wert. Man hat sich über selbstgestrickte Fäustlinge oder Socken oder Schals gefreut. Der Großteil dieser vaterlosen Kinder hat auf die Frage, was sie sich wünschen, gesagt, na ja, vielleicht dass der Papa nach Hause kommt, weil die Mama ist ja so allein. Also das hat mich damals als Kind so berührt, weil ich hatte das Glück, einen sehr alten Vater zu haben, der nicht mehr eingezogen wurde in den Krieg. Und da muss ich aber anhängen, dass diese Mütter, diese Frauen ja alleine waren. Und das waren für meine Begriffe, für mein Empfinden, das waren wahre, eman...
weiterlesenVersorgung Wien 25. Juni 2025
In Wien verschwanden plötzlich meine Bücher
Ilse Urbanek, Jg. 1935
Meine Mutter hat gefunden, ich müsste ins Gymnasium gehen. Oder ich sollte. Ich wollte auch. Und hat mich zur Großmutter nach Wien geschickt, wo es nichts gegeben hat, natürlich, noch viel weniger als draußen im Waldviertel. Im Lastzug konnten wir mit nach Wien fahren, meine Mutter und ich. Sie hat einen großen Rucksack mit Erdäpfeln und Sachen zum Essen mit gehabt. Und zu Fuß mussten wir dann von Strebersdorf über eine Behelfsbrücke in die Stadt marschieren. Und ich bin nur mit meinen Lieblingsbüchern gereist. Und irgendwann in den nächsten Wochen war plötzlich ein Buch weg und dann war das nächste weg. Erst Jahre später bin ich draufgekommen, dass meine Tante und meine Großmutter die Bücher auf dem Schwarzmarkt gegen Lebensmittel eintauschen mussten.
weiterlesenVersorgung Wien 24. Juni 2025
Mein Buch über die Nachkriegszeit
Othmar Nestroy, Jg. 1933
Episoden aus der Kriegs- und Nachkriegszeit in Wien
Othmar Nestroy: Es rissen alle Stricke – doch wir überlebten. Episoden aus der Kriegs- und Nachkriegszeit in Wien in einer nicht streng chronologischen Abfolge, Graz 2015. ISBN 978-3-85125-424-2 (Archiv und Bibliothek der TU Graz, Band 5) Auch als E-Book kostenfrei online lesbar auf der Website des Verlags der Technischen Universität Graz:
weiterlesenVersorgung Wien 20. Mai 2025
Käse wie im Schlaraffenland
Renate Smola, Jg. 1934
In der letzten Kriegswoche hat man sich eine Woche in den Keller verfügt, in Liesing war das, im Brauhauskeller haben wir die Bombenangriffe überstanden und dort auch gewohnt eine Woche lang. Zur selben Zeit war schon das Kriegsende mit den diversen Umbrüchen. Da haben auch schon Plünderungen stattgefunden, darunter auch Aufbewahrungsstätten von Lebensmitteln. Meine Mutter hat mir im Keller gekochte Nudeln im Keller serviert, da sind Käfer rumgeschwommen. Auf einmal kommt ein riesengroßer, mannshoher Käselaib reingerollt. Der wurde geplündert. Ich habe immer gesagt, das war das Schlaraffenland, und danach ist die Hungersnot gekommen. Wir haben uns abschneiden können wie im Schlaraffenland, so viel wir wollten. Danach war nicht genug da, um die Bevölkerung in der ersten Zeit zu versorgen. Was auch symptomatisch war: man hat dann Lieferungen bekommen von anderen Ländern und wir sind unter der russischen Besatzungsmacht gewesen, die haben ja selber nichts gehabt. Die haben uns beliefer...
weiterlesenVersorgung Wien 20. Mai 2025
Die Zitterpartie über den Semmering
Frau Keller
Ein Zug, die Angst, die russische Kontrolle am Semmering
weiterlesenVersorgung Wien 14. Mai 2025
Versorgung Wien 14. Mai 2025
Der "Picknickkorb" der Russen
Erika Nigl
Erika Nigl erinnert sich an Hilfe von den Russen 1945
weiterlesenVersorgung Wien 14. Mai 2025
Versorgung Wien 14. Mai 2025
Futter für die Löwen und die Tierkinder
Frau Gruber
Frau Gruber erinnert sich an Kamele und die kaiserliche Kuh
weiterlesenVersorgung Wien 13. Mai 2025
Geborgene Kindheit
Hildegard Langstadlinger, Jg. 1944
Mir ist es eigentlich nicht so schlecht gegangen. Ich habe nur mit meinen Eltern immer auf Zimmer-Küche gewohnt. Wohl Bad und WC haben wir schon gehabt. Aber mein Vater hat ein Friseurgeschäft gehabt, und er konnte nie eingezogen werden, weil er durch eine Halswirbelentzündung nicht so nach links schauen konnte. Er musste nie zum Militär. Er hat immer die Kommandantur rasiert oder Haare geschnitten. Ja, und er hat auch einen Ausweis gehabt, damit darf er nicht plötzlich zu einer Arbeit eingezogen werden. Und wenn er das hergezeigt hat, hat der gesagt Papiera gut, Papiera gut. Ich bin oft mitgefahren nach Oberösterreich , Essen holen. Dort habe ich entweder mit Mutter oder Vater in einem Bett geschlafen und wir konnten Kartoffeln holen und Fleisch und was man so braucht. Und so habe ich eigentlich meine Kindheit nicht so tragisch empfunden. Ich habe alles gehabt und mir war eigentlich nicht bewusst, dass da Krieg ist. Ich habe nur nicht alles haben können. Man wünscht sich oft zu vi...
weiterlesenVersorgung Wien 9. Mai 2025
Kriegssplitter
Erich Grubhofer
Erlebnisse in der Besatzungszeit
In den ersten Tagen der Besatzung stürmte eines Vormittags ein betrunkener Soldat ins Haus und forderte Schnaps. Als mein Vater ihm bedeutete, dass er keinen habe, bedrohte er ihn mit dem Revolver. Meine Mutter und ich, im Obergeschoss auf den Knien betend, hörten die Auseinandersetzung. Schließlich fiel das Wort „Dich erschießen!“ Mein Vater hatte sich, wie er später erzählte, eben auf die Hausbank im Vorhaus gesetzt, als gerade rechtzeitig ein Offizier eintrat und dem Soldaten den Revolver aus der Hand schlug. Aus: Erich Grubhofer, Est! Est! Est! Kriegssplitter 1944/45
weiterlesenVersorgung Wien 25. April 2025
Bildungschancen im improvisierten Internat
Franz Schindl
Franz Schindl kann das Gymnasium besuchen
weiterlesenVersorgung Wien 15. April 2025
Schokolade und Seife
Krista Grünwald
Krista Grünwald wird zur Erholung nach Belgien geschickt
weiterlesenVersorgung Wien 15. April 2025
Erbsen, Uhren und Wasserversorgung 1945
Herbert Grünwald
Herbert Grünwald isst wie viele andere monatelang Erbsen
weiterlesenVersorgung Wien 15. April 2025
Versorgung Wien 15. April 2025
