Abzug der Russen und Traumatisierte Männer

Eva Steininger

In meiner Schulzeit gab es zwei Klassenzüge. Ein Zug war von 8 bis 12 Uhr und ich war im zweiten Klassenzug von 1 bis 4 Uhr Nachmittag. Es waren über 50 Kinder in der Schule in der Klasse. Es wurde ausgesprochen autoritär unterrichtet. Ich hab vom Unterricht ganz wenig mitbekommen, bin ganz hinten gesessen in den letzten Reihen. I Und dann 55 sind die Russen abgezogen. Das war wie ein Volksfest in Zwettl. Die Blasmusik ist gefahren, die Russen sind abgezogen, teilweise wurde gewunken und sind Freundschaften entstanden zu den Einheimischen. Aber man war sehr froh. Generell war man sehr froh, dass sie abgezogen sind. Ich habe in Erinnerung, es waren alle traumatisiert. Also ich glaube, alle Männer, die vom Krieg heimgekommen sind, waren verrückt oder hätten in ein Irrenhaus gehört. Aber die Situation war natürlich damals so, dass da erst diese Traumatisierungen noch gar nichts gewusst hat. Dann war große Not. Und für solche Einrichtungen gab es natürlich kein Geld. Man konnte ja nic...

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Heimkehrer Niederösterreich 9. Mai 2025

Als mein Vater fast erschossen wurde

Elfriede Jira

Elfriede Jiras 17jähriger Vater als Deserteur

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Heimkehrer Oberösterreich 13. Mai 2025

Am Donaukanal

Annie Weich

Das Flüchtlingskind Annie Weich kommt als 11-Jährige erstmals nach Wien zurück und macht mit ihrer Mutter einen Spaziergang am Donaukanal

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Heimkehrer Wien 18. März 2025

Aus dem Tagebuch meines Vaters

Irmgard Maislinger

In meiner Kindheit und Jugend wurde nicht über den Krieg gesprochen. Nach dem Tod meiner Eltern, wurde das Tagebuch meines Vaters gefunden, das er während der 5 1/2 Jahre im Krieg geführt hat.

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Heimkehrer Oberösterreich 24. März 2025

Bei Gesprächen über den Krieg ging mein Vater

Ludwig Blamberger, Jg. 1943

Ich kann mich nur an eines erinnern, dass viele Männer, wenn wir einen Ausflug gemacht haben, dann immer irgendetwas über den Krieg erzählt haben. Und dass mein Vater dann immer aufgestanden und gegangen ist. Also das sind die Eindrücke. Zu Hause hat er nie drüber geredet. Und auch alle Gespräche mit anderen über den Krieg hat er gemieden, wenn die meisten über Kriegserlebnisse, wo sie Helden waren, erzählt haben. Ich habe nur eine Erinnerung, dass er in Kiew war, in der Ukraine und irgendwo am Rande mit diesen Erschießungen zu tun hatte. Ja, ich bin ein absoluter Pazifist. Ich habe das einfach erlebt, was da war und der Verlust. Und ich sehe diese vielen Leute, die gestorben sind. Also für mich war das eine Geschichte, die unvorstellbar ist und ich fühle mich auch in dieser Zeit hier nicht wohl, wo ein Schritt zurück passiert in die Vergangenheit und man sich wieder gegenseitig über Kontinente hinweg anbrüllt, und das ist einfach eine fürchterliche Geschichte.

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Heimkehrer Oberösterreich 25. Juni 2025

Codes in der Feldpost

Franz Weismeier

Franz Weismeiers Vater schreibt Briefe aus Bremen

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Heimkehrer Oberösterreich 13. Mai 2025

Das letzte Aufgebot; Kapitel 6 - Heimkehr

Franz Holzmann

Die Geschichte der Heimkehr meines Großvaters Franz Holzmann, welcher als 17-jähriger kurz vor Kriegsende noch eingezogen wurde und dann die russische Gefangenschaft überlebte.

Die Geschichte meines Großvaters wurde von meinem Onkel Hermann Holzmann in den 90er Jahren anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Republik niedergeschrieben. Ich darf mit seiner Erlaubnis den Text des letzten Kapitels hier teilen und wollte auch selbst ein paar Worte zu meinem Opa schreiben. Kapitel 6: Heimkehr Im Oktober 1945 wurde ich dann eines Tages einem Transport zugeteilt. Zunächst vermutete ich, ich sollte in ein anderes Lager verlegt werden. Ich durfte aber heimkehren! Im Rückblick betrachtet, wollten die Russen mit dieser Aktion sicher auch ihre Sympathiewerte bei der österreichischen Bevölkerung anheben und der KPÖ Wahlkampfhilfe leisten. Tatsächlich wurden ja in Österreich Kommunisten bei den Sowjetbehörden vorstellig, um eine möglichst rasche Entlassung österreichischer Kriegsgefangener zu erreichen. So traf beispielsweise der erste Transport noch vor den Wahlen vom 25. November ein. Unser Rücktransport erfolgte nicht über Lemberg, sondern durch Südrussland ...

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Heimkehrer Niederösterreich 4. April 2025

Der Weg zur Matura

Herbert Izbicki

Nach der Befreiung aus dem Lager und der Heimkehr

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Heimkehrer Niederösterreich 19. April 2025

Der wild aussehende Mann war mein Vater

Otto Schöffel

Mein Vater ist dann irgendwann zurückgekommen. Da war ich dann schon sieben Jahre alt von der Kriegsgefangenschaft, und die haben wenig erzählt. Wenn man gefragt hat, hat man nicht sonderlich viel Antwort bekommen. Für mich tragisch war das Zurückkommen. Ich habe im Mühlbach, der bei so einer Mühle dabei ist, gebadet und. Und plötzlich kommt da ein wild aussehender Mann auf mich zu, nimmt mich und hält mich fest im Arm. Ich habe zu schreien begonnen. Ich hab ihn ja nicht erkannt. Es war immerhin meine erste bewusste Begegnung mit meinem Vater. Ich bin davongelaufen zur Mama und habe geschrien, Mama, Mama, da ist ein fremder Mann, der will mir was tun. Also mein erster Kontakt mit dem Vater ist so abgelaufen, a Katastrophen. Es war schwer für mich und hat lange gedauert, ein Verhältnis zum Papa aufzubauen. Der war immer nett zu mir und immer freundlich. Ich bin nur leider dann mit zehn Jahren schon in ein Klosterinternat gekommen, weil ich ja was studieren sollte und mein Bruder w...

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Heimkehrer Niederösterreich 25. Juni 2025

Die Rückkehr meines Vaters

Herr Mariacher

Der totgeglaubte Vater kehrt aus britischer Gefangenschaft zurück

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Heimkehrer Tirol 15. Mai 2025

Die wiedergefundenen Möbelstücke

Inge Reinisch

Also meine Familie. Das war meine jüngere Schwester.und meine Mutter, mein Vater. Wir sind nach Kriegsende wieder zurück nach Wien. Unter abenteuerlichen Umständen sind wir dann wieder in Wien gelandet. In Döbling in unserem Haus. Und haben da unsere Wohnung im ersten Stock fast leer vorgefunden. Die schönen Möbelstücke, die alten antiken waren alle weg. Wir mussten am Boden schlafen. Für uns Kinder war das lustig, für meine Eltern weniger lustig. Und wir haben dann sehr bald von den Nachbarn gehört, dass immer wieder Lastwagen von den Amerikanern vorgefahren sind. Das Haus war "Open House". Auch die Mieter waren nicht da, und die Soldaten haben immer wieder Möbelstücke verladen und sind weggedüst. Jetzt war folgendes: Mein Vater wollte diese Möbel immer unbedingt wieder auffinden. Er war kein Nazi, das hat er immer wieder betont. Also er hat ein Recht auf seine Möbel. Und meine Mutter. Und das ist das Schöne an der Geschichte hat wunderbar gezeichnet und gemalt. Ordentliches Zei...

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Heimkehrer Wien 26. Juni 2025

Eine schwere Zeit

Frau Ertö, Jg. 1939

Ich war in Graz St. Peter, hab eineinhalb Stunden in die Schule gehabt. Wir haben schlechtes Schuhwerk gehabt, die Mädchen haben damals noch keine langen Hosen gehabt, man hat viel Kälte gelitten. Und in der Gasse oder Straße, in der ich war, war kein Schneepflug und nix und im Winter war man schon arm als Kind. Und mein Vater ist erst nach dem Krieg im Herbst heimgekommen. Der ist im 38er Jahr eingerückt und ist erst dann heimgekommen. Er war einmal dazwischen zu Hause und ist mit Uniform gekommen. Aber da habe ich als Kind, ich war Einzelkind, habe Angst vor der Uniform gehabt anscheinend. Ich hab ihn geliebt, er war schon ein super Mensch. Und es ist halt so, dass wenn immer die Heimkehrer heim gekommen sind nach Graz am Bahnhof, da sind die Frauen angeschrieben worden. Da haben sie eine Verständigung gekriegt, dass ihre Männer heimkommen und meine Mutter ist mit mir immer am Bahnhof fahren mit dem Fahrrad und der Vati war halt nie dabei, sie hat auch keine Verständigung geha...

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Heimkehrer Steiermark 26. Juni 2025

Erinnerung Familie Maurer

Johann Maurer

Text vom Leben nach dem Krieg

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Text

Heimkehrer Niederösterreich 22. März 2025

Fenster mit Packpapier und der heimgekehrte Vater

Helga Wöber

Ich bin Jahrgang 1940, und wir waren als Kinder entweder bei der einen Großmutter in Liesing oder bei den anderen Großeltern in Langenlois, mein jüngerer Bruder und ich. Und ich kann mich erinnern, dass hinter einer Türe immer eine Tasche gestanden ist mit der nötigsten Sachen. Wenn die der Fliegeralarm kam, dann mussten wir mit dieser Tasche in irgendeinen Keller. An den Keller kann ich mich in Langenlois nicht mehr erinnern. Und wir haben also jeden Tag zu den Sternen geguckt und gehofft, dass unser Vater aus dem Krieg wieder zurückkommt. Aber wie ich fünf war nach dem Krieg im Herbst hat meine Mutter mich nach Wien geholt und hat mir die Wohnung gezeigt, die ich ja nicht in Erinnerung oder überhaupt nicht kannte. Und da war alles so finster, weil die Fenster alle noch mit Packpapier und Kartons verklebt waren. Und da habe ich mich richtig gefürchtet. Und von diesen verklebten Fenstern habe ich eigentlich in all diesen Geschichten nichts gehört. Mitgedacht. Das muss ich erzählen, ...

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Heimkehrer Niederösterreich 26. Juni 2025

Flucht, Vertreibung und Gefangenschaft

Karolina

Flucht vor den Russen. Kriegsgefangenschaft. Vertreibung aus Südmähren. Überleben in Wien.

Ich bin 1953 geboren. Ich berichte über Erzählungen , die ich in meiner Kindheit in meiner Familie über die Zeit nach dem Krieg gehört habe. 1) Die Geschichte meiner Mutter und ihrer Mutter, die 1945 vor den Russen flohen : Ein paar Jahre vorher waren sie aus Wien ins Burgenland gezogen. Jetzt flohen sie vor den Russen, über die man furchtbare Dinge hörte, konnten nur wenige Dinge mitnehmen und fuhren in einem Viehwaggon, der immer wieder an andere Züge angehängt wurde, mit anderen Familien an ein unbekanntes Ziel, wussten nie, wo sie am nächsten Tag aufwachen würden. Schließlich landeten sie in OÖ, wo die Amerikaner zuständig waren. Dort lebten sie jahrelang in einer Baracke. Geschichten auch von Luftangriffen, Sirenen und Tieffliegern und das Laufen zu einem Luftschutzkeller hörte ich. Von der Angst sprach meine Mutter, und dass sie aus Angst immer etwas essen musste. Es gab aber wenig, rationierte Lebensmittel, Butter, Brot, Mehl, Zucker nur mit Essensmarken. Sie konnte mit d...

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Heimkehrer Wien 24. März 2025