Meine Götzen sind vom Podest gefallen

Udo Saldow, Jg. 1929

Das Ende des Krieges war, wie gesagt, unglaublich chaotisch. Es waren unzählige Leute unterwegs. Opfer, Soldaten, Zivilisten. Sie wollten in den Westen, sie wollten von den Russen fliehen. Wir sind dann auch in den Westen gekommen. Wir sollten Waffen fassen und gegen die Russen kämpfen, obwohl keiner von uns je auch eine militärische Ausbildung oder eine Waffe in der Hand gehabt hätte. Wir wären also das reinste unbewusste Kanonenfutter gewesen, das man sich nur vorstellen kann. Gott sei Dank haben uns die Amerikaner überholt und somit war für uns der Krieg aus. Und dann kamen eben diese chaotischen Nachkriegstage, wo es eine Zeit gebraucht hat, bis irgendeine zivile Ordnung wieder eingetreten ist. Und dann war ich eine Zeit lang in Bad Ischl, denn meine Mutter war auch aus Wien geflüchtet. Dann hat man mir gesagt, wenn du, wenn du Lebensmittelkarten willst, dann musst du arbeiten. Und da kannst du entweder die Straße kehren oder mit einer Gruppe in den Wald gehen und Holz machen. U...

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Familiengeschichten Wien 20. Mai 2025

Krieg ist Mord

Herr Scheibenreiter

Herr Scheibenreiter über das Fazit seines Vaters

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Familiengeschichten Wien 14. Mai 2025

Der Ruf nach einem "kleinen Hitler"

Herr Scheibenreiter

Herr Scheibenreiter über Nazi-Nostalgie

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Familiengeschichten Wien 14. Mai 2025

"Wir haben das nicht gewusst"

Herr Scheibenreiter

Herr Scheibenreiter über Geschichtslügen

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Familiengeschichten Wien 14. Mai 2025

Die Zitterpartie über den Semmering

Frau Keller

Ein Zug, die Angst, die russische Kontrolle am Semmering

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Familiengeschichten Wien 14. Mai 2025

Meine Tante rettet meine Gesundheit

Frau Furtner

Frau Furtner und die Unterernährung

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Familiengeschichten Wien 14. Mai 2025

Der Menschenauflauf beim Belvedere

Hermine jira

Hermine Jiras Erinnerung an die Staatsvertragsunterzeichnung

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Familiengeschichten Wien 13. Mai 2025

"Legalisierung" durch Karl Renner

Frau Mühlfeld

Frau Mühlfelds erhält den Namen ihres Vaters und wird ehelich

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Familiengeschichten Wien 13. Mai 2025

Das "illegale" Kind

Frau Mühlfeld

Frau Mühlfelds Vater war Jude, ihre mutige Mutter rettete sie

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Familiengeschichten Wien 13. Mai 2025

Meine Eltern - von Westfalen nach Gosau und Wien

Ursula Dorfinger

Nach Kriegsende schafften es meine Eltern, von Hagen in Westfalen, woher meine Mutter stammte, nach Gosau in Oberösterreich und vier Jahre später nach Wien, woher mein Vater kam.

Mein Vater, geboren 1914 in Wien, war während des Zweiten Weltkriegs als Kurier in Deutschland im Einsatz. Dort, in Hagen in Westfalen, lernte er meine Mutter, geboren 1923, kennen und verliebte sich in sie. Nach Kriegsende versuchten sie, sich nach Österreich durchzuschlagen. Sie fuhren aus Geldmangel, und weil sie keine Reisedokumente hatten, auf Güterzügen mit und gelangten schließlich nach Bayern, wo sie die Grenze zu Fuß über den beschwerlichen Weg über den Hohen Göll nach Salzburg überquerten. Nachdem es aufgrund der mangelnden Papiere für sie unmöglich war, nach Wien zu gelangen, fand mein Vater Arbeit in Gosau in Oberösterreich. Er war Schweißer für den Gosau Stausee und arbeitete in Tunneln unterhalb des Sees. Im Jänner 1946 heirateten meine Eltern in Gosau und im darauf folgenden September kam mein Bruder zur Welt. Für meine Mutter, aus dem Flachland in Deutschland stammend, war das Leben in Gosau, mit dem engen Tal und dem vielen Schnee in Winter, eine drastische Veränder...

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Familiengeschichten Wien 12. Mai 2025

Zum Aufpäppeln in die Niederlande geschickt

Veronika Philipp

Wir waren, könnte man sagen, arme Leute. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals Hunger gelitten hätte. Ganz im Gegenteil. Ich habe immer das Gefühl gehabt, ich wäre zu viel gefüttert. Aber trotzdem hat man mich dann nach dem Krieg in die Niederlande geschickt, mit einem Kindertransport zum Aufpäppeln sozusagen. Und da hatte ich den Eindruck, dieses Erlebnis in ein fremdes Land zu kommen, sich da eingliedern zu müssen und zu können, in eine fremde Familie und so, das hat mir sehr geholfen, auch fürs spätere Leben. Also ich kann einfach auf fremde Menschen zugehen, ohne Angst, ohne auf sie herabzuschauen, ohne sie fälschlicherweise zu bemitleiden oder so, wie das häufig mit Flüchtlingen ja passiert ist. Man gibt ihnen was, aber so von oben herab. Und das war eigentlich. Das Positive an den grauenvollen Ereignissen, die der Krieg natürlich für uns alle gehabt hat. Ich war das kleinste von den Kindern, habe ich den Eindruck habe, das muss 1947, gewesen sein, also war ich noch ...

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Familiengeschichten Wien 9. Mai 2025

Geborgene Kindheit

Hildegard Langstadlinger, Jg. 1944

Mir ist es eigentlich nicht so schlecht gegangen. Ich habe nur mit meinen Eltern immer auf Zimmer-Küche gewohnt. Wohl Bad und WC haben wir schon gehabt. Aber mein Vater hat ein Friseurgeschäft gehabt, und er konnte nie eingezogen werden, weil er durch eine Halswirbelentzündung nicht so nach links schauen konnte. Er musste nie zum Militär. Er hat immer die Kommandantur rasiert oder Haare geschnitten. Ja, und er hat auch einen Ausweis gehabt, damit darf er nicht plötzlich zu einer Arbeit eingezogen werden. Und wenn er das hergezeigt hat, hat der gesagt Papiera gut, Papiera gut. Ich bin oft mitgefahren nach Oberösterreich , Essen holen. Dort habe ich entweder mit Mutter oder Vater in einem Bett geschlafen und wir konnten Kartoffeln holen und Fleisch und was man so braucht. Und so habe ich eigentlich meine Kindheit nicht so tragisch empfunden. Ich habe alles gehabt und mir war eigentlich nicht bewusst, dass da Krieg ist. Ich habe nur nicht alles haben können. Man wünscht sich oft zu vi...

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Familiengeschichten Wien 9. Mai 2025

Der kinderliebe Russe im Keller

Frau Dwechenberger

Frau Dwechenberger, * 1940, über einen Russen und ihren Bruder

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Familiengeschichten Wien 7. Mai 2025

Der russische Kommandant und die Wohnung

Frau Dwechenberger

Frau Dwechenberger, * 1940, über die abesagte Einquartierung

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Familiengeschichten Wien 7. Mai 2025

Damals und heute

Helga Jentzsch

Helga Jentzsch, * 1942, über heutige Ansprüche

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Familiengeschichten Wien 7. Mai 2025