"Legalisierung" durch Karl Renner

Frau Mühlfeld

Frau Mühlfelds erhält den Namen ihres Vaters und wird ehelich

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 13. Mai 2025

"Staatsgrenze" Donau

Barbara Riccabona

Besatzungszeit in Linz

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Frauen, Mütter, Kinder Oberösterreich 9. Mai 2025

"Wir haben das nicht gewusst"

Herr Scheibenreiter

Herr Scheibenreiter über Geschichtslügen

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 14. Mai 2025

(Kein) Wodka für den russischen Offizier

Frau Ganglbauer, Jg. 1941

Die Russen waren in der Kaserne Wetzelsdorf untergebracht, dort sind sie durch die Straßen und es herrschte eine fürchterliche Angst. Vor allem die Frauen fürchteten sich, weil sie oft vergewaltigt wurden. Meine Mutter wurde in der Frauengassen ausgebombt, sie lebte deshalb bei ihren Eltern in Wetzelsdorf. Die Frauen haben sich alt und arm angezogen, die Tochter am Dachboden versteckt. Eines Tages kam einer, dessen Uniform vermuten ließ, dass er einen höheren Rang innehatte. Er ging ins Haus hinein, setzte sich in die Küche, meine Großmutter und mein Großvater, der pensionierter Revieroberinspektor war, meine Mutter und ich drückten uns an die Wand. Er saß da, schlug mit der Faust auf den Tisch und brüllte „Wodka, Wodka“! Meine Großmutter und Mutter sagten immer wieder, sie hätten keinen, er wiederum brüllte wieder „Wodka“! Ich dachte mir, dass das komisch war, geh dann mit einem Glas zum Wasserhahn, fülle es mit Wasser und stelle es vor ihn hin. Er hat so zu lachen begonnen, schall...

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Frauen, Mütter, Kinder Steiermark 19. Mai 2025

Abtreibungen durch sowjetische Militärärztinnen

Josefa Trimmel, Jg. 1935

Beim Einmarsch der russischen Truppen in Schattendorf warfen die Soldaten freundlich Zuckerl auf die Straße. Doch es gab auch Misshandlungen und Vergewaltigungen. Sowjetische Militärärztinnen führten bei betroffenen Frauen, die schwanger wurden, Abtreibungen durch.

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Frauen, Mütter, Kinder Burgenland 6. Mai 2025

Acht Geschwister auf Kinderverschickung

Brigitte Lohinger, Jahrgang 1945

Schon im Alter von sechs Wochen erkrankte Brigitte Lohinger an der Ruhr, die dank der Hilfe eines jüdischen Arztes behandelt werden konnte. In den folgenden Jahren wuchs die Wiener Familie auf 8 Kinder an, und 1950 erkrankte der jüngste Bruder an einer Lungenentzündung. Die Familie hat Penicillin erhalten, was damals bemerkenswert war. Um die acht Kinder der Familie aufzupäppeln, wurden sie ins Ausland verschickt. Brigitte Lohinger selbst kam im Alter von fünf Jahren nach Südtirol, später in die Schweiz und schließlich nach Dänemark zu einer alleinstehenden Frau, die sich liebevoll um die Kinder kümmerte. Meistens wurde Brigitte Lohinger zusammen mit einem Geschwisterteil verschickt. Die Eltern wussten nicht, wo genau ihre Kinder untergebracht wurden. Wie konnten sie das aushalten? Dennoch schien es die einzige Möglichkeit zu sein, die Kinder zu versorgen. Brigitte Lohinger selbst hatte als Mädchen keine Schwierigkeiten mit der Situation, im Gegensatz zu einem jüngeren Brüde...

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 22. April 2025

Als Kind mit russ. Major im offenen Jeep gefahren

Dietrich Hardouin, Jahrgang 1941

1945 oder Anfang 1946 haben mich meine Eltern als Baby zur Sicherheit vor den Russen, aus Angst, zu meiner Großtante und Großonkel nach Waidhofen an der Ybbs gebracht. Sie haben mich verschickt mit einem LKW. Ich wurde dort bei Tante und Onkel in der Herrschaftsvilla untergebracht, einem wunderschönen großen Haus. Das wurde wenige Tage oder Wochen nachher von den Russen besetzt. Ein russischer Major hat Onkel und Tante, inklusive mich im unteren Bereich des Hauses untergebracht, weil er oben seine Residenz und seine Kommandantur eingerichtet hat. Mein Onkel war General, aus der Wehrmacht 1943 aus Altersgründen entlassen. Seine ganzen Orden hatte er versteckt am Dachboden, mit allem, was er noch aus der Nazi-Zeit hatte und was auf seine Generalität hätte schließen lassen. Der wirkliche Rang meines Onkels in der Wehrmacht wurde dann irgendwie entdeckt. Der russische Major hat aber keine Ressentiments gehabt; sondern er hat seinen Adjutanten sofort meinem Onkel zur Verfügung gestel...

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Frauen, Mütter, Kinder Niederösterreich 18. April 2025

Als die Kosaken zu uns Kulturlosen kamen

Veronika Philipp

Wir haben ganz am Stadtrand gewohnt, also wirklich schon fast auf dem Land. Das Haus der Großeltern war ehemals eine Meierei und da hat es einen großen, großen Hof gegeben, um den das Haus herum gebaut war. Und 45 sind Kosaken gekommen, mit sehr vielen so kleinen Pferdewagen und unser ganzer Hof war vollgestellt. Es waren keine Männer im Haus, sie haben uns gut behandelt, sie haben sogar gekocht. Es war eine Art Eierspeis mit Speck, sie haben uns auch aufgefordert, zu essen. Meine Mutter hat gesagt, es ist uns so schlecht davon geworden, weil wir waren ja so ausgehungert und das fette Essen, das war ein bissl mühsam. Ich habe einen gleichaltrigen Cousin. Sie können sich vorstellen, 45, wir waren zweieinhalb Jahre ungefähr alt, und in der Mitte des Hofes ist ein großer Tisch gestanden, um den haben wir im Sommer immer gegessen, und mein Cousin und ich, wir sind auf den Tisch geklettert, damit wir sozusagen besseren Überblick haben über all das Gewurl. Da ist ein Offizier, der auch ei...

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 9. Mai 2025

Anekdote zum Kriegsende

Armsdorfer

So erzählte meine Großmutter das Kriegsende

Meine Großmutter (geboren im Oktober 1928) war gegen Kriegsende als Magd bei einem Bauernhof in Seekirchen am Wallersee beschäftigt. Als sie eines Tages aus der Stalltüre hinaussieht, sagt sie zur nebenstehenden Bäuerin:“ jetzt kann der Krieg nicht mehr lange dauern, die haben ja nicht mal mehr Türen an ihren Wägen!“ Darauf erwiderte die Bäuerin: „Dummes Dirndl, das sind ja schon die Amerikaner!….

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Frauen, Mütter, Kinder Salzburg 24. April 2025

Auf der Flucht vor den Russen

Gilda P.

April 1945, Söding in der Weststeiermark. In einem nationalsozialistischem Landdienstheim für Mädchen herrscht Aufregung: Die Russen kommen, das Heim muss geräumt werden. In diesem Heim sollten die Mädchen eine landwirtschaftliche Ausbildung machen. Gilda P. (16) hätte nach dem - erhofften - Sieg der Deutschen ins eroberte Russland geschickt werden sollen, um dort die Landwirtschaft auf Vordermann zu bringen. Doch es kam anders. Die Mädchen flüchten zu Fuß in ihre jeweiligen Heimatorte. Gilda P. ist mehrere Tage unterwegs. Sie marschiert querfeldein. Auf einer Wiese macht sie plötzlich eine grausige Entdeckung: zwei Soldaten hängen an einem Baum. Offenbar Deserteure. Ermordet in den letzten Kriegstagen. Gilda setzt sich in die Wiese und weint bitterlich. Ein Erlebnis, das sie niemals vergessen konnte.

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Frauen, Mütter, Kinder Steiermark 5. Juni 2025

Aufpassen, dass sie ihre Neugeborenen mitnehmen

Susanna Goedhart, Jg. 1938

Meine Mutter leitete 1945 in Vertretung die Frauenklinik in Wels. Dort war ein reges Leben von geflüchteten Ärzten, Krankenschwestern, Leuten mit Kindern und natürlich auch Patienten und Frauen auf der Flucht, die dort entbinden konnten. Man musste nur aufpassen, dass sie ihre Kinder mitnahmen. Die Frauen wussten nicht, wie sie die Kinder durchbringen sollten. Was mit den Kindern danach geschehen ist, weiß ich nicht. Nur dass die Mutti immer erzählt hat, wir mussten aufpassen, dass die Kinder nicht einfach zurückgelassen wurden aus Not.

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Frauen, Mütter, Kinder Oberösterreich 6. Mai 2025

Ausgemergelte Russen waren zu uns Kindern reizend

Ingeborg Hagg, Jg. 1940

Neben einem Haus in Wien hatten wir einen festen Wohnsitz in Niederösterreich. 1944 ist meine Mutter mit meiner Schwester und mir auch in diesen Gutshof gezogen, weil wir dort größere Überlebenschancen hatten. Als der Krieg zu Ende war, war das Schlachtfeld nur zehn Kilometer von uns entfernt und die erste Invasion kam direkt über unser Haus, das war furchtbar. Es waren viele Frauen im Haus, weil die Männer alle im Krieg waren. Die Vergewaltiger wurden zum Teil erschossen und nach drei Tagen mit Lastwagen eingesammelt. Jeden Abend kamen mit Lastwagen Russen, die Frauen stürzten in ihre schon vorbereiteten Höhlen im Wald. Wir Kinder waren allein in dem Haus, und diese ausgemergelten Soldaten holten sich im Haus, was sie fanden. Zu uns Kindern waren sie reizend. Sie können sich ja nicht vorstellen, wie sie ausgeschaut haben wir schon wochenlang nur mehr Gras gegessen gehabt, waren natürlich in allen Richtungen ausgehungert. Und das war schrecklich. Einer hat mich einmal unter eine gr...

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 9. Mai 2025

Ballspielen mit Besatzerkindern

Frau Pfeifer, Jg. 1943

Wir waren in Niederösterreich im Sommer in meinen Ferien, ich war vielleicht acht, neun Jahre. Wir waren in den ganzen Sommerferien in einem Dorf bei Stockerau in der Nähe und das war so quasi der Sommerurlaub, weil mein Vater bei der Vermessung gearbeitet hat und wir immer dort hingefahren sind, wo er gerade gearbeitet hat. Meine Mutter hatte die Gabe gehabt, die Dorfjugend immer zu aktivieren und wir sind auf der Dorfwiese dann gewesen und haben verschiedene Spiele gespielt und das war ja russische Besatzungszone. Und da kamen die jungen Russen und haben gefragt, ob sie mit uns mitspielen dürfen. Und sie haben dann bei unserem Spiel einen Ball über die Schnur und solche Sachen mitgespielt. Also auch da habe ich eigentlich nur positive Erinnerungen. Allerdings hat mir meine Mutter schon erzählt, auch von den grauslichen Taten, die sie im Freundeskreis gehört hat bzw. die Freunde von ihr erlebt haben. Ich selbst habe das nie erlebt. Ich habe alles immer nur positiv erlebt.

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Frauen, Mütter, Kinder Niederösterreich 26. Juni 2025

Beeindruckt von den russischen Soldaten

Robert Heiterer, Jg 1947

Als Kind habe ich in Floridsdorf in einem Gemeindebau in der Prager Straße gewohnt, nahe der russischen Kommandantur. Ich habe diese Soldaten bewundert wegen ihrer Stiefeln und Reithosen. Am Eck der Prager Straße war ein Greissler, wo mich meine Mama zum Einkaufen hingeschickt hat. Vor mir in der Reihe haben sich zwei russische Soldaten die Einkaufsnetze mit Bierflaschen füllen lassen, und als die draußen waren, sagt eine Verkäuferin zur anderen: "Jetzt feiern's in Stalin sein Tod" und ich habe nicht gewusst, wer der Stalin ist und warum man das feiert. Beim Abzug der Russen stehe ich auf der Prager Straße und schaue zu, wie die letzten LKWs mit winkenden russischen Soldaten auf der Ladefläche abfahren. Später habe ich als Hauptschullehrer in Vorarlberg oft den Kindern davon erzählt.

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Frauen, Mütter, Kinder Wien 6. April 2025

Befreier und Vergewaltiger

Judith Beer

wiederholte Gruppenvergewaltigungen in der Steiermark

Meine Mutter, Jahrgang 1922, ihre Geschwister, Eltern und Verwandte lebten zu Kriegsende östlich von Graz – beim Hauenstein, eine wunderschöne Gegend. Anfang Mai 45 – meine Mutter war 23 Jahre alt und hatte ein Neugeborenes – kamen die „Befreier“ ein ukrainisches Regiment der Roten Armee von Osten. Sie blieben vorübergehend in der Gegend, für einige Wochen, wenige Monate und trieben im Chaos des Kriegsendes ihr Unwesen, verübten Verbrechen, über die bis heute viel zu wenig bekannt ist und kaum geredet wird. (Vielleicht auch um darüber weiter schweigen zu können, was die Wehrmacht in Russland mit den Frauen tat?) Der Cousin meiner Mutter berichtete: (meine Mutter schwieg, sie sprach nur mehr „funktional“, war in gewisser Weise sprachlos für den Rest ihres Lebens) Abends klopften die Soldaten an Türen, um Frauen und Mädchen abzuholen. Wurde nicht gleich geöffnet, schossen sie in die Luft, verbreiteten so Angst und Schrecken. Es war ihnen keine zu jung und keine zu alt. Die Ki...

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Frauen, Mütter, Kinder Steiermark 24. März 2025