

Besatzungsmächte Oberösterreich 9. Mai 2025
Besatzungsmächte Oberösterreich 9. Mai 2025
Besatzungsmächte Oberösterreich 9. Mai 2025
Die Landkarte der Vergänglichkeit
Johann Grabner
Dieser Text thematisiert die Erinnerungen meiner Mutter an das Ende des 2. Weltkriegs in der Nähe von Bad Zell, damals Zell bei Zellhof.
-- Die Landkarte der Vergänglichkeit (Ausschnitt) -- Großelterndackel heißen immer und ewig Waldl („Woidl“ gesprochen), mögen sie noch so oft von Jägern gemeuchelt werden oder sonst irgendwie verlustig gehen: Ihre Inkarnation hört stets auf denselben Namen – soweit sie bereit ist zu hören. Einmal gab es eine Zeit, da hat der Waldl nicht Waldl, sondern Hasso geheißen. Und dieser war ausnahmsweise, der Name verrät es bereits, kein Dackel, sondern ein Schäferhund. Das Hasso-Zeitalter fällt mit der Anwesenheit der Russen zusammen. Also mit jener Zeit, als die Befreier vom Faschismus das Land besetzt hielten. Meine Mutter, damals noch im Hause ihrer Eltern wohnend, wusste aus dem Hasso-Zeitalter beiläufig das zu berichten: Eines Tages fuhr ein Lastwagen mit Russen vor ihrem Hofe vor, hielt an, und die mitfahrenden Uniformierten sprangen von der Ladefläche. Meiner Großmutter gegenüber vorgebend, das Haus nach Bildern des schnauzbärtigen Gröfaz (=größter Feldherr aller Zeite...
weiterlesenBesatzungsmächte Oberösterreich 26. März 2025
Ein GI vergewaltigte meine 14-jährige Mutter
Maria P.
Nach dem entsetzlichen Erlebnis glaubte ihre Mutter, sie hätte sich "angeboten" und warf sie aus dem Haus.
weiterlesenBesatzungsmächte Oberösterreich 31. März 2025
Erleichterung
Simone Karlhuber
Schrecksekunden für meine Mutter bei der Grenzkontrolle auf der Nibelungenbrücke
Erleichterung! Ich bin im Jahr 1950 in Linz geboren. Die Donau war damals die Grenze zwischen amerikanischer und russischer Besatzungszone. Wir wohnten südlich der Donau, also in der amerikanischen Zone. Auf der anderen Seite, in Urfahr, hatten Verwandte meines Vaters ein kleines Lebensmittelgeschäft, wo meine Eltern manchmal etwas zu essen holen konnten. Eines Tages wollte meine Mutter mit mir als zweijährigem Kind wieder einmal die Brücke überqueren. Zu ihrem großen Schreck nahm der russische Grenzsoldat mich ihr wortlos weg und verschwand mit mir in dem Kontrollhäuschen. Nach bangen Minuten kam er mit mir auf dem Arm heraus: ich strahlte und hatte ein Stück Schokolade in der Hand! Diese Szene hat sich meiner Mutter tief eingeprägt, sie hat sie mir öfters erzählt. Die Nibelungenbrücke bildete bis 1955 die Grenze zwischen den beiden Zonen, bis 1953 gab es die Brückenkontrollen. Simone Karlhuber
weiterlesenBesatzungsmächte Oberösterreich 26. März 2025
GIs lachten, als ich mit „Heil Hitler“ grüßte
Volkmar Forisch
Wir sind von Gablitz nach Attersee geflüchtet. Meine Mutter wurde von den Amerikanern verhaftet, ich bin zu ihr gegangen in eine schöne Villa, wo ungefähr zehn Amerikaner saßen, am Kopfende meine Mutter. Ich bin bei der Gartentür hinein gegangen und mit „Heil Hitler“ gegrüßt. Die Amerikaner haben furchtbar gelacht, nach einigem Hin und Her konnte ich die Mutter wieder mitnehmen.
weiterlesenBesatzungsmächte Oberösterreich 28. April 2025
Mauthausen-Überlebende aufgenommen
Susanna Goedhart, Jg. 38
Wels, Mai 1945: Kinder freuen sich über Kaugummis, die beim Einzug der US-Armee über den Zaun geflogen kommen. Kurz danach ziehen entkräftete Mauthausen-Überlebende nach der Befreiung aus dem Lager die Straße entlang. Susanna Goedharts Mutter, die damals die Frauenklinik in Wels leitet, nimmt drei Überlebende auf - und stellt fest: "Das hätte ich nie geglaubt".
weiterlesenBesatzungsmächte Oberösterreich 6. Mai 2025
Mit Levis der King von Mauerkirchen
Reinhold Wagnleitner, Jahrgang 1949
Eine Freundin meiner Mutter hatte einen amerikanischen Verehrer. Die Levis, die er ihr schenkte, konnte sie nicht tragen. So erbte sie mein Bruder - und war damit der King von Mauerkirchen.
weiterlesenBesatzungsmächte Oberösterreich 19. März 2025
Onkel Rudolf, erzähl vom Krieg
Johann Grabner
Informant war der damals gut 15- jährige Bruder meines Vaters: Es geht um eine SS- Einheit in unserem Ort zu Kriegsende, Desertation und Arbeit für die Besatzer
„Onkel Rudolf, erzähl vom Krieg“ „Der Endsieg ist unser. Selbst wenn russische Soldaten in meinem Garten stehen, weiß ich: Wir werden den Krieg gewinnen!“ So im April 1945 die Worte eines fanatisierten Bauern aus der Nachbarschaft meiner Großeltern. In Weitersfelden hatten sich Soldaten des sich auflösenden Regimes breit gemacht: eine Einheit der SS mit fünf Panzern, Kanonen und Granaten, mit Fanatismus in Uniform und jenem Mut, der aus den Mündungen der Gewehre kommt. Einen der Panzer hatten sie im Hof meiner Großeltern postiert, wo sich mehrere Soldaten einquartiert hatten. Die anrückenden amerikanischen Truppen standen bereits im benachbarten St. Leonhard. Männliche Dorfbewohner jeglichen Alters hatten an der Aist sogenannte Panzergräben auszuheben. Auf der Brücke wurden als Hindernis für die Panzer Baumstämme platziert. Mit dabei bei diesen Arbeiten: der jüngere Bruder meines Vaters, Rudolf, damals gut 15 Jahre alt. Die Brücke wurde zur Sprengung vorbereitet. Eini...
weiterlesenBesatzungsmächte Oberösterreich 26. März 2025
Postmeisterin hat Soldaten verraten
Frau Freudenthaler, Jg. 1935
Ich hab den Bombenangriff am 16. Oktober 1944 live erlebt in Linz. Aber dann, 1945, war ich im Mühlviertel und habe dort das Kriegsende erlebt, in Königswiesen. In Wien war schon eine Regierung und dort in Linz, ist zuerst SS gekommen, ich war im Dorf bei meiner Tante. Die SS, die wollten eben da noch verteidigen, denn die Russen waren im Anzug. Und die SS ist noch aus dem Dorf gelaufen. Die Russen hinterher. Und das war noch ein richtiges Kriegsende dort. Dann sind die Amerikaner gekommen nach den Russen. Und das vorher, das ist auch eine tragische Sache: in den ersten Maitagen oder letzten Apriltagen hat die Postmeisterin vom Dorf, bei der kam ein junger Soldat, wollte mit seinen Eltern telefonieren, hat es auch gemacht und hat gesagt. „Ich bin so nahe zu daheim, ich komm jetzt. Der Krieg, es ist aus.“ Die Postmeisterin, eine so fanatische Frau, hat das sofort weitergegeben. Er wurde noch sofort standrechtlich geköpft oder gehängt. Das war in den letzten Tagen, wo in Wien sch...
weiterlesenBesatzungsmächte Oberösterreich 23. Mai 2025
Russische Schäferhunde im Zug
Frau Gruber
Frau Grubers Erinnerung an die Reise über die Enns
weiterlesenBesatzungsmächte Oberösterreich 13. Mai 2025
Russisches Geburtstagsstamperl
Gerhard Karpiniec
Ich bin 1941 als Staatenloser in Wien geboren. Meine Eltern kommen aus Czernowitz. Das als Hintergrund zu dieser Geschichte. Unsere Familie hat Freunde in Linz. Und von Linz musste man natürlich durch die Besatzungszone Niederösterreich fahren, um dort anzukommen. Und da gibt es diese Geschichte, die unseren Eltern sehr, sehr starkes Bedenken hatten. Und zwar der Zug ist irgendwo über die Enns oder die Traun gefahren und wurde damals dort von den Russen aufgehalten und kontrolliert. Bei einer Kontrolle nahm ein Offizier irgendeinen Mitreisenden fest, hat ihn rausgenommen und die kamen und kamen nicht zurück. Und als sie zurückkamen, war der Fahrgast stockbetrunken. Der Grund war ganz einfach: Der Offizier hatte beim Durchlesen bemerkt, dass die zwei das gleiche Geburtsdatum hatten. Ja, das ist die Geschichte zum Schmunzeln. Was meine Eltern natürlich doch sehr bedrückt hat, weil damals gab es einige Verschleppungen, die auch bekannt wurden, meist nur durch Hörensagen: sie hatten Ang...
weiterlesenBesatzungsmächte Oberösterreich 23. Mai 2025
Rückreise nach Kriegsende von Attersee nach Wien
Hedi, Jahrgang 1934
Auf einem Lastwagen fuhr die Familie auf Etappen bei Eiseskälte zurück nach Wien zum Vater; Später bekam sie aufgrund ihres „summa cum laude“-Abschlusses einen Ring vom damaligen Bundespräsidenten Körner überreicht. Bei der Ringübergabe flüsterte er ins Ohr: "Und wenn Sie ihn verkaufen wollen, fragen Sie mich zuerst, was er wert ist"; Mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Mediathek, Sammlung MenschenLeben
weiterlesenBesatzungsmächte Oberösterreich 19. März 2025
Sie waren nett zu mir, obwohl ich ja der Feind war
Josef Bauchinger
Josef Bauchinger (99) war von 1944 bis 1946 Kriegsgefangener in England.
Artikel OÖ-Nachrichten vom 08.08.2020
weiterlesenBesatzungsmächte Oberösterreich 22. März 2025
