Eine Bronze-Statue
Seit fünf Jahren wirkt die gebürtige Mühlviertlerin nun bereits in den altehrwürdigen Gemäuern zwischen dem Wiener Heldenplatz und dem Burggarten. Als Direktorin der Österreichischen Nationalbibliothek hat Johanna Rachinger viel verändert.
Für ein einzelnes Buch als "Fundstück" könnte sich die studierte Germanistin Johanna Rachinger niemals entscheiden, dazu liegen ihr viel zu viele Bände am Herzen. Der Gegenstand, den sie ausgewählt hat, ist daher auch nicht aus Papier.

"Die Statue hat den Titel "Die Ausgewogene". Sie steht mit einem Bein auf dem Boden, ansonsten ist ihr Körper parallel zum Boden ausgestreckt. Ich habe sie anlässlich der Verleihung des Wiener Frauenpreises im Jahr 2003 bekommen."
Die Direktorin der Österreichischen Nationalbibliothek gehört zu jenen Frauen, die sich ganz selbstverständlich als Feministin bezeichnen; so setzt sie sich etwa auch für politische Rahmenbedingungen zur Karriereförderung von Frauen ein. Johanna Rachinger zufolge ist für ein geglücktes Leben zweierlei entscheidend: Standhaftigkeit und in gleichem Maße die Bereitschaft, abzuheben.

"Mir gefällt sehr gut, dass diese Figur mit einem Bein auf'm Boden steht, das heißt die Bodenhaftung nicht verliert. Auf der anderen Seite aber doch versucht mit diesen ausgebreiteten Armen vielleicht auch ein bisserl weg zu fliegen."
Nicht selten umfasst Johanna Rachingers Arbeitspensum eine 70-Stunden-Woche. Um sich einen kleinen Ausgleich zu verschaffen, unternimmt die viel Beschäftigte gemeinsam mit ihrem Mann gern ausgedehnte Spaziergänge in die Natur. Oft genügt aber auch einfach ein inspirierender Blick auf ihre "Ausgewogene".

"Sie steht bei mir zuhause im Arbeitszimmer, sondern auf einem Podest. Es klingt vielleicht ein bisserl komisch, wenn ich das sage, aber die gibt mir Kraft."
Text: Christa Eder · 15.12.2006
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Österreichische Nationalbibliothek