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Talentebörse: Musik

Alex Ladstätter, Klarinette

Musiker mit vielfältiger Erfahrung

Durch seine Familie wuchs er mit Kunst auf: Alex Ladstätter, Jahrgang 1983, der seit 2004 Klarinette an der Kunst-Uni Graz studiert. Im März 2008 war der ambitionierte Musiker, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, auf Tournee mit dem Mahler Jugendorchester unter Herbert Blomstedt. Ö1 "Intrada" widmet ihm am 17. Februar 2012 ein Porträt.

A. Ladstätter: Mozarts Klarinettenquintett A-Dur

"Ich komme aus einer Künstler-Familie. Meine Großmutter und mein Onkel mütterlicherseits sind bildende Künstler. Und so kam auch der Anstoß zur Musik. Ich habe zunächst in der Volksschule mit Blockflöte begonnen, dann kam Klavier dazu. Mit etwa neun Jahren habe ich mich dann für die Klarinette entschieden und hatte zum Glück einen sehr engagierten und hervorragenden Musiker als Lehrer.

Es war aber auch schon in frühen Jahren die Motivation durch die Blasmusik in Lauterach, die dazu beitrug - nicht alleine, sondern in einer Gruppe spielen zu können. Ich habe auch sehr viele Konzerte besucht und war fasziniert, welches Klangerlebnis man haben kann. Das hat mich sehr geprägt und war letztlich der Grund, mich für die Klarinette zu entscheiden", erzählt Alex Ladstätter, Jahrgang 1983, in Zürich geborener Vorarlberger, der nun seit 2004 bei Gerald Pachinger Konzertfach Klarinette an der Kunst-Universität Graz studiert.

Sein 1. Diplom hat er im Jänner 2008 mit Auszeichnung gemacht und wird voraussichtlich im Herbst 2010 sein Studium abschließen.

(c) Ladstädter

Alex Ladstätter

Begonnen hat der begabte Musiker mit der Klarinette zunächst 1992 an der Musikschule in Bregenz bei Martin Schelling. Von 1999 bis 2002 absolvierte er den Vorbereitungslehrgang am Mozarteum Salzburg bei Christine Gillhaus.

Danach begann er das Klarinette-Studium an der Wiener Musik-Uni bei Peter Schmidl, bei dem er bis 2005 lernte. "Die Zeit in Wien hat mir sehr gut gefallen und ich konnte viele Erfahrungen sammeln. Aber ich denke, es ist für jeden Musiker wichtig, dass er nicht nur bei einem Lehrer bleibt. Gerald Pachinger war bis 2003 Assistent bei Professor Schmidl und ich hatte bereits ein Jahr Unterricht bei ihm. Aufgrund der guten Zusammenarbeit entschloss ich mich dann für Graz, als er dorthin berufen wurde", schildert Ladstätter.

Der menschlichen Stimme am Nächsten

"Es sind diese wunderbaren Klänge, die man diesem faszinierenden Instrument entlocken kann. Und wie Mozart schon sagte, kommt die Klarinette der menschlichen Stimme sehr nahe. Sie hat sowohl im Orchester als auch solistisch eine wichtige Rolle. Abgesehen davon gibt es auch sehr vielfältige Möglichkeiten mit diesem Instrument, wie z. B. in der Kammermusik", beschreibt der begeisterte Klarinettist.

Das richtige Rohrblatt als Erfolgsrezept

"Ganz wesentlich bei der Klarinette ist es, dass man ein perfektes Rohrblatt spielt. Da hatte ich schon viele Stunden Ärger, bis ich das richtige fand. Denn es spielen dabei so viele Faktoren eine Rolle: vom Holz angefangen, über die Seehöhe einer Stadt, ob es dort warm oder feucht ist, denn das verändert ja das Holz. Hat man dann das ideale Blatt, ist es ein unglaubliches Glücksgefühl. Das ist ein Problem, das z.B. Flötisten oder Trompeter nicht haben. Daher muss man immer leichtere und schwerere Blätter zur Verfügung haben", erläutert Alex Ladstädter die spezifischen Probleme seines Instruments.

(c) Ladstädter

Mit dem Mumuth Quartett der Kunst-Uni Graz war Klarinettist Alex Ladstätter mit dem Mozart-Quintett im Rahmen eines Konzerts, das auch vom ORF gesendet wurde, im März 2006 im Grazer Stefaniensaal zu hören.

Mahler-Jugendorchester-Tournee 2008

Nach seinem erfolgreichen Probespiel beim Gustav Mahler Jugendorchester absolvierte Alex Ladstätter im März 2008 eine dreiwöchige Europa-Tournee unter Herbert Blomstedt. Die Tournee, die in Interlaken startete, wurde in Madrid beendet.

Auch das Probespiel für das Schleswig Holstein Festival Orchester 2007 absolvierte er positiv: der junge Klarinettist nahm 2007 und 2008 unter Leitung von Christoph Eschenbach an einem dreiwöchigen Gastspiel in Russland, Litauen und Armenien teil.

Mit "Best of"-Reihe wieder in Ö1

Am 29. April 2008 wirkte er wieder im Rahmen der Grazer Musik-Uni-Reihe "Best of" im Grazer Stefaniensaal mit.

Dieses Konzert war auch in Ö1 zu hören.

Von Mozart bis Strawinsky

Das Repertoire des jungen Musikers reicht von u.a. Mozart, Weber und Spohr bis zu modernen Komponisten wie Igor Strawinsky. "Wobei Mozarts großes Klarinetten-Konzert in A-Dur für jeden Klarinettisten ein Pflichtstück ist, das bei jedem Probespiel verlangt wird", erzählt Ladstätter.

Praxis als Orchestermusiker und Solist ...

Mittlerweile konnte der begabte Klarinettist, der zwischen 1997 und 2002 mehrfacher Preisträger des Bundeswettbewerbs "Prima la Musica" war, auch bereits vielfältige Erfahrungen im Orchesterspiel sammeln:

So ist er seit 2003 Mitglied beim Wiener Jeunesse Orchester, zweiter bzw. Bass-Klarinettist beim Symphonieorchester Vorarlberg, wo er bei etwa zehn Konzerten pro Jahr mitwirkt, und ist als Substitut beim Wiener Concertverein sowie seit 2005 auch bei den Wiener Symphonikern tätig.

(c) Ladstädter

Beim Mozart-Konzert im Bregenzer Kornmarkttheater debütierte Alex Ladstätter im Mai 2006 als Solist mit dem Klarinettenkonzert des Salzburger Musikgenies.

Und im Mai 2006 trat Alex Ladstätter erstmals auch als Solist auf: "Meinen ersten großen Auftritt als Solist hatte ich bei den Musikfreunden Bregenz, wo ich das Mozart-Klarinettenkonzert spielte."

... sowie Kammermusik-Erfahrung

Aber auch auf dem Gebiet der Kammermusik hat der Nachwuchs-Klarinettist in den letzten vier Jahren vielfältige Erfahrungen gesammelt, wie er berichtet:

"Meine wichtigsten Reisen waren bisher u. a. 2002 eine einwöchige Japan-Tournee mit einem Holzbläser-Quintett, wo wir Konzerte in Sapporo und in Tokio gespielt haben. 2006 nahm ich zu Ostern an einer China-Tournee des Mumuth-Quartetts der Kunst-Uni Graz teil, wo wir das Mozart-Klarinettenquintett gespielt haben."

(c) Ladstädter

Holzbläsertrio mit Heidrun Wirth, Gernot Jöbstl und Alex Ladstätter: "Mit der Klarinette hat man sehr vielfältige Möglichkeiten, wie z. B. in der Kammermusik", so der Nachwuchs-Musiker.

2006 bei Bregenzer Festspiel-Konzert mit Petrenko

Im August 2006 wirkte er beim Konzert des Vorarlberger Symphonieorchesters unter Kirill Petrenko, das im Rahmen der Festivals erstmals im neuen Festspielhaus stattfand, mit. Auf dem Programm standen Herbert Willis "Begegnung für Orchester", Mozarts Violin-Konzert Nr. 3 G-Dur sowie Franz Schmidts Sinfonie Nr. 4 C-Dur.

"Jede Probe mit Maestro Petrenko war ein Erlebnis für mich - wie professionell und ruhig er das Orchester führt. Und noch dazu sind es für mich alles neue Werke, die ich diesmal spiele", berichtete der junge Klarinettist begeistert.

Orchesterstelle mit Soloverpflichtung als Wunsch

Wie lauten die Zukunftswünsche des jungen Musikers?

"Es gibt viele gute junge Klarinettisten, aber nur wenige freie Stellen. Die Konkurrenz ist sehr groß. Natürlich wäre es mein Traum, eine Stelle bei einem führenden Orchester in Österreich oder Deutschland zu bekommen. Und absolut ideal wäre es, wenn diese auch mit einer Soloverpflichtung verbunden wäre", präzisiert Alex Ladstätter seine Vorstellungen.

Text: Matthias Osiecki · 12.03.2008

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