Pastor könnte einlenken
Obama lehnt Koranverbrennung ab
Jetzt spricht sich auch US-Präsident Barack Obama gegen die geplante Koran-Verbrennung in einer kleinen radikalen Kirchengemeinde in Florida aus.
Das würde nur Al-Kaida neue Mitglieder zutreiben und US Bürger weltweit gefährden, so Obama in einem TV-Interview. Der umstrittene Pastor selbst deutet jetzt erstmals die Möglichkeit eines Einlenkens an.
28. April 2026, 15:58
Abendjournal,09.09.2010
Gefahr für US-Soldaten
US-Präsident Barack Obama hat die von einer evangelikalen US-Christengruppe geplante Koran-Verbrennung scharf verurteilt. "Das ist eine destruktive Geste", die "den Werten Amerikas völlig widerspricht", sagte Obama dem Fernsehsender ABC am Donnerstag in einem Interview. "Wissen Sie, das könnte schwere Gewalt an Orten wie Pakistan oder Afghanistan nach sich ziehen", fügte Obama hinzu.
"Glücksfall für Al Kaida"
Der US-Präsident zeigte sich besorgt um die Sicherheit der US-Soldaten: "Als Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte möchte ich (dem Pastor Terry Jones) sagen, dass sein Vorhaben unsere Männer und Frauen in Uniform im Irak und in Afghanistan wirklich gefährdet", sagte Obama. "Das ist ein Glücksfall für Al Kaida, um Leute anzuwerben".
Pastor will Anruf des Weißen Hauses
Der US-Pastor im Zentrum der Kontroverse um die geplante Koran-Verbrennung hat Bereitschaft zum Einlenken signalisiert. Falls ihn das Weiße Haus direkt um eine Absage der für Samstag geplanten Aktion bitten würde, würde er den Plan "definitiv überdenken", sagte Terry Jones, Pastor der Fundamentalistengemeinde Dove World Outreach Center in Gainesville in Florida, in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Zeitung "USA Today". Bislang sei die US-Regierung aber nicht mit ihm in Kontakt getreten. "Ein Anruf von ihnen wäre etwas, das wir nicht ignorieren würden", sagte er mit Bezug auf die Regierung in Washington.
