Eröffnung des Opernballs

Der 55. Opernball in der Wiener Staatsoper geht am 3. März 2011 erstmals unter Leitung des neuen Direktors Dominique Meyer über die Bühne, der den Ball wieder als einen der Künstler und der Kunst verstanden wissen will. Zeichen dafür sind die aktive Mitwirkung von Franz Welser-Möst, Ballettdirektor Manuel Legris und erstmals auch der Wiener Philharmoniker an der Eröffnung des Balls.

Kultur aktuell, 03.03.2011

Wenn heuer die Debütanten und Debütantinnen des Wiener Opernballs in den wie so oft behauptet größten und schönsten Ballsaal der Welt einziehen, dann unter nobler Begleitung, denn erstmals sitzen die Wiener Philharmoniker an einem Ende des Saales und spielen unter anderem Carl Michael Ziehrers "Fächerpolonaise", Johann Strauß' "Napoleon-Marsch" und die Ouvertüre zu Mozarts "Le Nozze di Figaro" oder Dalilas Arie, gesungen von Elina Garancia.

Philharmoniker-Beitrag an der "Heimstätte"

Bei den Philharmonikern habe früher niemand daran gedacht, dass es eine gute Idee wäre, am Opernball mitzuwirken, erzählt Franz Bartolomey, Erster Solocellist der Wiener Philharmoniker. Aber Dominique Meyer fand, dass die Philharmoniker an ihrer "wirklichen Heimstätte, der Staatsoper, und diesem bedeutenden Ball" etwas beitragen sollten. "Es gab keine Diskussion, das nicht zu tun", so Bartolomey. Gespielt wird in einer kleinen Mozart-Besetzung.

Um allen Missverständnissen vorzubeugen sei betont, dass die Wiener Philharmoniker ausschließlich zur Eröffnung aufspielen. Nach dem "Donauwalzer" überlassen sie das Feld den renommierten Tanzorchestern. Das sei so ähnlich wie beim Philharmonikerball, sagt Bartolomey: "Wir spielen die Eröffnung und dann wollen wir auch was vom Ball haben."

Beim Philharmonikerball im Wiener Musikverein ist es ein wenig anders, da kann man während der Ballnacht in den Neuen Sälen kleine Konzerte der unterschiedlichen Formationen des Orchesters besuchen.

Übrigens steht auch die diesjährige Herrenspende ganz im Zeichen der Wiener Philharmoniker: Die männlichen Besucher erhalten nämlich neben einem Fläschchen Wodka einen Text-Bildband mit Fotos des Orchesters der Wiener Staatsoper und der Wiener Philharmoniker.

Textfassung: Ruth Halle