Inga Hehn, bildende Kunst

Die Tätowierung führte sie zur Kunst: Inga Hehn, Jahrgang 1984, die an der Kunst-Uni Linz bildende Kunst studiert. Bei der "Ö1 Grafik des Monats" April präsentierte sie ihre Lithografie "Formation". Im Sommer stellte Hehn in der "Schauplatz - Hermeling.Treiber.Galerie" aus. Am 15. November erhält sie das Linzer Kunstförderungsstipendium 2011.

"Als Jugendliche habe ich mich für die Tätowierung interessiert. Ich habe zunächst die Zeichen-Hauptschule besucht. Als ich mich dann für die Kunstuniversität entschlossen habe, war es vor allem das Interesse am Zeichnen.

Im Laufe des Studiums entwickelte sich dann der Kunstbezug und mein großes Interesse am freien Arbeiten", erzählt Inga Hehn, gebürtige Linzerin, Jahrgang 1984, über ihre Anfänge.

Seit Herbst 2004 studiert Hehn an der Kunstuniversität Linz bildende Kunst mit dem Schwerpunkt Malerei und Grafik. Abschließen wird sie bis Jänner 2012.

Davor hatte sie die Höhere Bundeslehranstalt für künstlerische Gestaltung in Linz besucht, wo sie auch maturierte.

Erasmus-Stipendium in Leipzig

2010 absolvierte Inga Hehn ein Erasmus-Semester an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig.

Grafik und Malerei im Zentrum

"Im Moment ist bei mir die Grafik im Zentrum. Aber ich achte immer darauf, dass es bei meinen Ausstellungen eine Kombination von Grafik und Malerei gibt. In dieser Verbindung kann man meine Arbeiten gut verstehen", erläutert Hehn, die sich auch mit Fotografie beschäftigt.

"Charakteristisch für meine Arbeiten ist, dass sie sich mit dem Körperlichen bzw. dem Organischen beschäftigen. Ich abstrahiere meine Themen und lasse sie offen."

Kunstförderungsstipendium 2011

Am 15. November wird Inga Hehn das Linzer Kunstförderungsstipendium 2011 in der Sparte Bildende Kunst verliehen. Damit wird der jungen Künstlerin für zwei Jahre ein kostenfreies Atelier in Linz zur Verfügung gestellt.

Die Preisverleihung durch Bürgermeister Franz Dobusch findet am 15. November 2011 im Renaissancesaal des Alten Rathauses in Linz statt.

In Wiener "Schauplatz"-Galerie

Im Sommer 2011 war Hehns Präsentation in der "Schauplatz - Hermeling.Treiber.Galerie" in Wien zu sehen. In dieser Schau, die bis 31. August geöffnet hatte, zeigte die junge Künstlerin eine Auswahl von Lithografien und Zeichnungen, die sie in den letzten zwei Jahren geschaffen hat.

Die Galerie betreibt der frühere Ö1 Chef Alfred Treiber mit dem Künstler Tobias Hermeling. Unter Alfred Treiber wurde die Ö1 Talentebörse ins Leben gerufen.

Schau im Kubin-Haus

Im Juli 2011 war Hehn in der Ausstellung "du nennst es Geheimnis", an der weiters Laura Gebetsroither und Franz Anton Obojes teilnahmen, im Kubin-Haus Wernstein am Inn vertreten.

Weiters war Hehn in der Schau "Salt Linz City" im Atelierhaus Salzamt Linz vertreten.

Davor zeigte sie ihre Arbeiten bei der Gruppen-Schau "ARTBASELMIAMIBEACHWELS II" in der Stadtgalerie Wels, an der ihre Malereiklasse teilnahm.

Schwarze Löcher

Zu einer der wichtigsten Arbeiten von Inga Hehn zählt eine 5-teilige Lithografie-Serie, die 2010 entstanden ist:

"Es war eine wichtige Auseinandersetzung mit dem Medium Druckgrafik. Jedes der Blätter zeigt eine ovale schwarze Fläche. Bei der Lithografie ist es gar nicht so einfach, eine schwarze Fläche zu bekommen. Denn in jeder Steinplatte gibt es Unregelmäßigkeiten in der Struktur, die im Druck herauskommen.

Die ovale Form begleitet mich schon länger. So entstand zu Beginn meines Studiums eine Vagina-Serie. Ich sehe in dieser Form auch etwas Sexuelles", erläutert Hehn, die Werk-Titel eher meidet, weil sie missverständlich sein könnten.

Auflösung in Abstraktion

Ein anderes wichtiges Werk Hehns ist ein Ölbild, das Ende des Vorjahres entstanden ist:

"Hier habe ich ein Porträt so aufgelöst, dass man es nicht mehr als solches erkennen kann. Bei dieser Arbeit hat mich auch der Farb-Kontrast sehr interessiert: eine große blaue Fläche, die ich mit warmen Körperfarben verbunden habe."

Ö1 Grafik April: "Formation"

Im April 2011 war Inga Hehn bei der "Ö1 Grafik des Monats" mit ihrer Lithografie "Formation" vertreten:

"Es ist eine sehr feingliedrige Federzeichnung, die eine Art organischer Masse darstellt. Hier ging es mir um das Ertasten einer Fläche."

Zahlreiche Ausstellungen

Seit 2005 hat die vielseitige Künstlerin an zahlreichen Gruppen-Ausstellungen teilgenommen:

Darunter bei "BestOff05" der Kunstuni Linz, bei "Das gefundene Bild" in der Linzer Galerie Maerz (2005), bei "Entwürfe - Reflexionen künstlerischer Herangehensweisen" im Kliemsteinhaus Linz (2006), in der Schau "Das Unheimliche" im Linzer Verein Medea (2007), in "Zeichenstunde" an der Kunst-Uni Linz und bei "New Folk" im Kunstraum Niederösterreich (2008), beim International György Kepes Symposium in Noszvaj in Ungarn sowie in "Funny Femme" in der Galerie Strafsachenstelle Linz (2009).

Weiters war Hehn in "Land in Sicht" an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig (2010), bei der Internationalen Druckgrafik-Triennale Wallsee im Schloss St. Peter in der Au/NÖ und bei "Renaissance" in der Galerie Schloss Parz in Grieskirchen (2011) vertreten.

International tätig sein

Wie lauten die Zukunftswünsche der erfolgreichen Nachwuchs-Künstlerin?

"Ich möchte unbedingt als freischaffende Künstlerin arbeiten und international tätig sein. Der asiatische Raum interessiert mich sehr, weil er so konträr zu unserer Kultur ist. Reisen ist mir jedenfalls ganz wichtig", so Inga Hehn.