Henri Cartier-Bresson

Er ist der berühmteste Fotograf aller Zeiten und hat die Fotokunst beeinflusst wie kaum ein anderer: der Franzose Henri Cartier-Bresson. Er verstand es, auf seinen Bildern den entscheidenden Augenblick festzuhalten. Das Museum für Gestaltung in Zürich widmet Cartier-Bresson eine umfassende Retrospektive, die sein gesamtes Schaffen zeigt.

Kultur aktuell, 08.04.2011

Die Sekunde, in der ein Mann über eine Pfütze springt, der Kuss eines Liebespaars im Straßencafé: Es war stets der entscheidende Moment, den Henri Cartier-Bresson auf seinen Fotografien festzuhalten verstand und der sein Werk bis heute unverwechselbar macht.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Cartier-Bresson wurde 1908 in Frankreich geboren und genoss nie eine höhere Ausbildung. Mehrmals fiel er bei der Maturaprüfung durch und war das Schwarze Schaf in seiner wohlhabenden Industriellenfamilie. Als er in den 1930er Jahren zu fotografieren begann, war er jedoch sofort erfolgreich. Die berühmten Fotomagazine rissen sich um seine bewegenden Bildreportagen aus Amerika, Asien, Afrika und Europa.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete er gemeinsam mit anderen berühmten Fotografen die legendäre Fotoagentur Magnum. Cartier-Bresson hielt mit seiner Kamera historische Umbrüche des 20. Jahrhunderts fest. Er war zur Stelle, als Mahatma Gandhi ermordet wurde und die kommunistische Herrschaft in China begann. Und er bereiste 1954 als erster westlicher Fotograf die Sowjetunion.

Auch filmisches Schaffen berücksichtigt

In der ersten umfassenden Retrospektive, die in der Schweiz Cartier-Bresson gewidmet wird, zeigt das Museum für Gestaltung in Zürich nicht nur die wichtigsten Werke des Künstlers, sondern auch, in welchem Kontext sie entstanden sind. So sind viele Fotostrecken aus berühmten Magazinen wie "Life" zu sehen.

Eine wesentliche Rolle in der Ausstellung spielt auch das filmische Schaffen von Cartier-Bresson. Unter anderem werden sein Film über den Spanischen Bürgerkrieg und sein Hauptfilm über die Heimkehr der Kriegsgefangenen nach dem Zweiten Weltkrieg gezeigt.

Die Ausstellung über das Werk von Henri Cartier-Bresson im Zürcher Museum für Gestaltung dauert bis Ende Juli.

Textfassung: Ruth Halle