Kornmüller, Kristina - bildende Kunst

Durch das Hobby ihres Vaters kam sie zur Kunst: Kristina Kornmüller, Jahrgang 1983, die an der Kunst-Uni Linz studiert. Die Ausbildung in Grafik und Fotografie hat sie bereits 2010 beendet. Im Fokus der Arbeiten Kornmüllers, der Siegerin des Ö1 Förderpreises 2011, steht ortsspezifische Kunst. Ab 3. Mai zeigt sie in der Wiener BA-Galerie Fotoarbeiten.

"Mein Vater hat als Hobby Modellflugzeuge gebaut und es war faszinierend für mich zu sehen, was man aus verschiedenen Materialien alles bilden kann. Damals stand für mich die Technik im Vordergrund.

Später habe ich gesehen, wie viele Bereiche die Kunst bietet und wie vielseitig man sein kann.

Mit Fotografie habe ich dann in der Schule begonnen. Ich habe aber gemerkt, dass mir hier das Handwerkliche fehlt – und sie ist zweidimensional. Also habe ich mich entschlossen, beide Studien zu machen", berichtet Kristina Kornmüller, gebürtige Linzerin, Jahrgang 1983, über ihre Anfänge.

Seit 2006 studiert sie bildende Kunst/Experimentelles Gestalten an der Kunstuniversität Linz. Abschließen wird sie 2013.

Bereits 2010 hat sie ihr Studium in Grafik und Fotografie mit Auszeichnung abgeschlossen.

Erasmus-Studium in Lissabon

Von Oktober 2010 bis Juni 2011 absolvierte Kornmüller ein Erasmus-Studium an der Belas Artes in Lissabon.

Ortsspezifische Kunst

"Meine Arbeiten sind immer verbunden mit dem Ort, wo sie umgesetzt und ausgestellt werden. Und daher würde ich gerne weitergehen und ortsspezifische Kunst an Nicht-Orten produzieren", charakterisiert Kristina Kornmüller ihre Arbeiten.

Im Zentrum der Arbeiten Kornmüllers, die auch das Medium Fotografie einsetzt, steht derzeit vor allem die Installation.

Gewinnerin des Ö1 Förderpreises

"Es ist eine wichtige Anerkennung meiner Arbeit. Es kam völlig überraschend für mich, dass ich den Ö1 Förderpreis erhalte. Noch dazu, wo die Besten aller Kunst-Unis bei diesem Wettbewerb mitmachen", freut sich Kristina Kornmüller, Siegerin des Ö1 Förderpreises 2011 in Höhe von 5.000 Euro, den die Karl-Anton-Wolf-Stiftung zur Verfügung stellt.

Installation "Growbox"

Zu einer der wichtigsten und aktuellsten Arbeiten von Kristina Kornmüller zählt ihre Installation "Growbox", die 2011 bei ihrem Erasmus-Aufenthalt in Lissabon entstanden ist:

"Das Projekt startete mit der Auseinandersetzung der Geschichte von Museen und botanischen Gärten. Ich habe dafür eine Box gebaut, in die ich einen Auracaria de Norfolk eingesetzt habe. Diese Baum-Gattung, die von der Norfolk-Insel kommt, wurde um 1850 in Lissabon gepflanzt und war zugleich die erste, die in Europa im Freien gesetzt wurde.

In der Box simuliere ich nun die Temperatur und das Licht von Lissabon", erläutert Kornmüller, die diese Arbeit auch bei der Schau im Rahmen der Verleihung des Ö1 Talentestipendiums zeigte.

Rauminstallation "Ivy's home"

Eine weitere wichtige Arbeit Kornmüllers ist die Installation "Ivy's home", die 2008 entstanden ist und für die Linzer Ausstellung "Leerstand Schillerstrasse" realisiert wurde:

"Bei dieser Efeu-Installation geht es um das Übernehmen, das Einnehmen – des Raumes, des Hauses, der Menschen. Der Efeu wächst und ist so mit dem Haus verbunden, dass man sich selbst als störendes Objekt fühlt.

Diese Installation ist fiktiv und wurde von Menschenhand geschaffen, obwohl alles so selbstverständlich wirkt. Es stellt sich die Frage: Was passiert, wenn der Mensch nicht in die Natur eingreift?"

BA-Einzel-Schau ab 3. Mai 2012

Ab 3. Mai 2012 wird Ö1 Förderpreisträgerin Kristina Kornmüller in einer Einzel-Ausstellung, die in Kooperation mit der Ö1 Talentebörse stattfindet, in der Wiener Bank-Austria-Zentrale unter dem Motto "Fotoarbeiten 2007 - 2011" ihre Arbeiten präsentieren.

In Kornmüllers Fotografien verschwimmt das Dokumentarische mit dem Inszenierten. Der Raum, die Örtlichkeit entspringt aus einem wahrheitsgetreuen, authentischen Moment, wird jedoch durch inszenierte Gegenstände oder Betrachtungen zu einem konstruierten "Bühnenbild".

Im Rahmen dieser Einzel-Schau wird die Künstlerin Arbeiten aus den Zyklen "Ivy's Home", "Erinnerungen", "development", sowie "3-D Photos", eine Tier-Serie, zeigen.

Von Linz bis Portugal

Davor ist Kornmüller ab 20. April in der Schau "Movements", einer Gemeinschafts-Ausstellung des Künstler/innen-Kollektivs "Kompott", in Caldas da Rainha in Portugal vertreten.

Von 10. Bis 20. Mai zeigt sie beim "KOMM.ST 1.2 - Neue Kunst l Alte Orte"-Festival in der Oststeiermark im Rahmen der Schau "Ten Days, Ten Artists" ihre Arbeiten.

Und von 9. bis 22. Juli nimmt sie an einer Gruppen-Ausstellung im Linzer "KunstRaum Goethestraße" teil.

Zahlreiche Ausstellungen

Seit 2007 hat Kristina Kristina Kornmüller, die seit damals Mitglied des Künstler/innen-Kollektivs "Kompott" ist, an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen (Auswahl):

Bei "100 artists - 100 works" im "D21 Salon" in Leipzig, bei "Best Off 07" im Linzer "Nordico"-Museum, bei "Leerstand Blumau" in der Blumauerstraße in Linz (2007), "Pretty Vacant" in Brüssel (2008), bei "Projekt Zizlau dreiundachtzig" im Rahmen des Festivals der Regionen in Linz (2009), bei "Prefab dreams" im Fertigteilhauspark Haid, "Reclaiming Space" im Ars Electronica Center Linz, sowie bei "Schwimmbad - allgemein zugänglich" in der Linzer Galerie "Kunst im Bad".

Dok-Film "Alternative Lifestyle"

Zu einem der aktuellen Projekte Kornmüllers zählt der Dokumentarfilm "Alternative Lifestyle", an dem sie derzeit mit der Experimentalfilmerin Ines Cecília Silva arbeitet.

Projekte realisieren

Wie lauten die Zukunftswünsche der jungen Künstlerin, die ihren Lebensunterhalt als Mitarbeiterin des "Offenen Kulturhauses" in Linz verdient?

"Dass ich so viel wie möglich ausstellen kann und die nötige Unterstützung für meine Projekte bekomme. Ich bin dabei, mich als Architektur-Fotografin zu etablieren, um damit ein regelmäßiges Einkommen zu haben und meine Projekte realisieren zu können. Die Kombination beider Bereiche ist mein Ziel", so Kristina Kornmüller.