Neue Initiative für Kindergesundheit

Österreichs Kinder und Jugendliche leben alles andere als gesund, wie internationale Studien zeigen: Sie rauchen, trinken und sind übergewichtig. Die Liga für Kindergesundheit und die drei Bundeselternverbände wollen nicht mehr länger zusehen und haben gemeinsam die "Plattform Elterngesundheit" gegründet.

Morgenjournal, 8.11.2011

Barbara Gansfuss

"Qualitätssteigerung beim Betreuungspersonal"

Kinder kommen nicht dick, gewalttätig oder essgestört zur Welt, sondern werden es durch ihr Umfeld und ihre Entwicklungsgeschichte - das stellten die Initiatoren der Plattform am Montag fest. Und da gebe es viele Faktoren: Einer sei die mangelhafte Betreuung in Kinderkrippen und Kindergärten, sagt Klaus Vavrik, Kinderfacharzt und Präsident der Liga für Kindergesundheit.

"Wir wissen, dass 50 Prozent des Personals in Kindergärten und Kindergrippen nicht diplomiert ist, sondern in einem Schnellkurs angelernt wurde. Da muss es eine Qualitätssteigerung geben", so Vavrik.

Kein Pardon bei Zigaretten und Alkohol

Durch die Zusammenarbeit mit den Elternverbänden will man auch an jene Eltern herankommen, die sich für das Thema Gesundheit weniger interessieren. Aus Sicht von Theodor Savarschel vom Elternverband der mittleren und höheren Schulen, ist aber auch der Gesetzgeber gefordert.

Jugendliche unter 16 Jahren sollten weder Alkohol noch Zigaretten kaufen dürfen, fordert Savarschel. Vorbild sei hier die USA, wo Gastronomen, sollten sie Alkohol an Minderjährige ausschenken, ihre Schanklizenz verlieren.

Kritik an Jugendpolitik

Doch die Politik in Österreich bringe nicht einmal ein bundesweites Jugendschutzgesetz zustande, kritisiert der Elternvertreter. Wenn jedoch Schule und Eltern besser zusammenarbeiten, lasse sich viel erreichen, ergänzt Klaus Vavrik. So könne man etwa Mineralwasser in schulischen Getränkeautomaten verbilligen und den Preis von Softdrinks anheben.

Am zweiten Dezember will sich die Plattform mit einer Auftaktveranstaltung in der Öffentlichkeit bekannt machen. Im Internet ist die Plattform schon vertreten.