Schutzwall und Reformen
Monti bei Obama: Thema "Euro-Krise"
Italiens Ministerpräsident Mario Monti ist derzeit auf Besuch in den USA. Thema des Treffens mit US-Präsident Barack Obama war auch die "Euro-Krise".
28. April 2026, 15:58
Morgenjournal, 10.2.2012
"Europa braucht starken Schutzwall"
Monti gab sich zweckoptimistisch und nannte die Krise eine "Chance für ein stärkeres Europa". Dass einzelne Länder aus der Eurozone ausscheiden werden, glaubt er nicht, im Gegenteil: eher sehe er Länder beitreten, so Monti. Sein Besuch bei Barack Obama mündete in viel Lob für die Arbeit seines italienischen Gastes, aber auch einmal mehr in mahnende Worte Obamas an die Adresse der europäischen Regierungen: "Wir Amerikaner werden tun, was wir können, um Europa zu helfen. Aber Ministerpräsident Monti und ich sind uns einig, dass Europa jetzt einen starken finanzielle Schutzwall aufbauen muss, damit man in Ruhe an die Abarbeitung der Schulden gehen kann."
Wachstum durch Strukturreformen
Damit wiederholt Obama die bekannte amerikanische Position, nämlich dass Europa sehr wohl genügend Ressourcen hätte, um die Krise zu bewältigen, man müsse sie nur aufbieten. Monti stimmte Obama in dieser Einschätzung zu: "Sie haben gehört, wie wichtig ein finanzieller Schutzwall ist, aber auch die Bedeutung von Wachstum - Wachstum, das wir in Europa nur durch Strukturreformen erzielen können."
Die Aussagen nach dem Treffen ließen gegenseitige Wertschätzung der beiden Politiker erkennen. Wie man einander aber konkret helfen könne und werde, das blieb einmal mehr unausgesprochen.
