Opposition in Venezuela nominiert Radonski

Chávez' neuer Herausforderer

Venezuelas Opposition tritt mit dem Gouverneur des Bundesstaates Miranda, Henrique Capriles Radonski, bei der Präsidentenwahl im Oktober gegen Amtsinhaber Hugo Chávez an. Der 39-jährige Rechtsanwalt ging als klarer Sieger aus den Vorwahlen hervor. Nun will er die 13-jährige Regentschaft Hugo Chávez' beenden.

Mittagsjournal, 13.2.2012

Esther-Marie Merz

Politischer Wandel nach 13 Jahren?

Für knapp zwei Millionen Venezolaner ist er die große Hoffnung, dass das Land nach 13 Jahren einen politischen Wandel erlebt. Radonski setzte sich gegen fünf andere Kandidaten in den Vorwahlen der Opposition durch. "Heute hat die Zukunft Venezuelas gewonnen. Ich will der Präsident aller Venezolaners sein, denn das mein Traum", so der Chávez-Herausforderer nach seiner Wahl.

In seinem Wahlkampf setzt er auf die Themen Sicherheit und die Bildung. Laut Radonski gibt es nur eine Möglichkeit Chavez zu besiegen, und zwar mit "harter Arbeit und konkreten Vorschlägen".

Ein Mann der moderaten Töne

Für den Politologen John Magdaleno konzentriert sich Radonski vor allem auf den Versuch, ein geteiltes Venezuela wieder zu vereinen. "Es ist ihm gelungen einen moderaten Ton zu finden, und so verschiedene Teile der traditionellen Opposition anzusprechen."

Radonski bringt zwar einige politische Erfahrung mit - er war Abgeordneter, Präsident der Abgeordnetenkammer, Bürgermeister und Gouverneur. Dennoch hat er nie eine höhere politische Funktion im Staate inne gehabt, wie zum Beispiel ein Ministeramt.

Opposition geschlossen hinter Radonski

Internationale Beobachter weisen darauf hin, dass es nicht nur politische Erfahrung wichtig sei, um Chávez von seinem Thron zu stoßen, sondern vor allem auch ein gemeinsames Auftreten der Opposition. Der letzte Punkt scheint bereits in Erfüllung gegangen sein: Die Opposition hat angekündigt, geschlossen hinter Radonski zu stehen.