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Kultur

Head 2 Head

Politik und Image im Kunst Haus Wien

Politiker und Politikerinnen in allen Teilen der Welt haben großes Interesse, ihr eigenes Image zu kreieren. Auf welche Strategien der Imagebildung am häufigsten gesetzt wird, ist ab Donnerstag, 9. März 2012, im Kunst Haus Wien zu sehen. Die Ausstellung "Head 2 Head. Politik und Image" zeigt Politikerporträts von Lenin über Schwarzenegger bis hin zu Timoschenko.

Kultur aktuell, 08.03.2012

Christa Maier

Saddam Hussein als freundlich lächelnder Mann im weißen Anzug, Adolf Hitler in strenger Pose vor der jubelnden Menge und Silvio Berlusconi vor einer antiken Skulptur in seinem Palazzo Graziole in Rom. Diese Fotografien und Plakate zeigen, wie sich Staatsmänner gerne sehen oder wie sie gesehen werden wollen.

Österreichische Bezüge

Das Museum für Gestaltung Zürich besitzt die größte Plakatsammlung Europas mit über 300.000 Objekten. Die Porträt-Schau, die in Zürich bereits zu sehen war, wurde für das Kunst Haus Wien aktualisiert und mit österreichischen Bezügen versehen. So ist etwa den heimischen Bundespräsidenten seit 1945 ein eigenes Kapitel gewidmet. Andere Politiker wie Bruno Kreisky, Jörg Haider und Kurt Waldheim scheinen im Kontext verschiedener Bildformeln auf.

Bildformeln wie der Familienmann, der Freund des Volkes oder der Visionär beruhen auf Analysen amerikanischer Präsidentschaftswahlkämpfe von den 1920er Jahren bis in die 1990er Jahre.

Spuren der Macht

Die in der Ausstellung gezeigten Porträts sind alle in den letzten 100 Jahren entstanden und dokumentieren, dass das Porträt der Regierenden ein zentrales Instrument für die Sicherung der Macht ist.

Die deutsche Fotografin Herlinde Koelbl beschäftigt sich seit vielen Jahrzehnten damit, welche Spuren die Ausübung des Amtes und der Macht an Politikern und Politikerinnen hinterlässt. Herlinde Koelbls Bildserie über die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist im Kunst Haus Wien ebenso zu sehen wie eine Reihe von Plakaten, auf denen die ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko ihre Selbstdarstellungskünste beweist. Und auch das meistreproduzierte Politikerporträt der Geschichte, jenes von Che Guevara, ist in der umfangreichen und vielfältigen Schau vertreten.

Textfassung: Ruth Halle

08.03.2012

Service

Ö1 Club-Mitglieder erhalten im Kunst Haus Wien ermäßigten Eintritt (EUR 2,-).

Kunst Haus Wien - Head 2 Head

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