Alex Katz: Pop-Art im Essl Museum
Alex Katz bekommt zu seinem 85. Geburtstag eine Ausstellung in der Sammlung Essl. Mit seinen figurativen und bunten Society-Bildern gilt der Amerikaner als Vorreiter der Pop-Art. Jetzt ist Katz mit rund 30 Gemälden aus dem Besitz der Sammlung Essl zu sehen.
8. April 2017, 21:58
Mittagsjournal, 14.9.2012
Das Sammlerehepaar Essl verbindet eine langjährige Freundschaft mit Katz. Mehr als 30 Gemälde, dazu Entwurfszeichnungen, vorbereitende Ölskizzen und Kartons werden gezeigt. Alle großen Themenbereiche des Künstlers - Society, Freunde, Familie, Landschaft - sind ausgiebig vertreten. Die Werke sind im Besitz der Sammlung Essl. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen Abbildungen, einem Vorwort von Karlheinz Essl, der die Schau auch kuratiert hat, und Texten von Liam Gillick und Lisa Grünwald.
Entwicklung über mehrere Jahrzehnte
Gegen den Trend der Zeit hat sich Alex Katz im New York der 1950er Jahre für die figürliche Malerei entschieden. Beeinflusst durch Elemente des Jazz und einzelne Dichter der New York School wollte er realistische Sujets in eine konkrete Form bringen. Coolness, technische Virtuosität und der lyrische Umgang mit Alltagsszenen sind Anknüpfungspunkte, die Katz in seinen Bildern auszudrücken sucht.
Wie die Vertreter der Pop Art interessierte er sich zu Beginn der 1960er Jahre für die Darstellungsformen in Film, Fernsehen und Werbung. In Anlehnung an die Formate und Direktheit von Plakatwänden und die Weitwinkel-Einstellungen des Kinos wurden auch seine Bilder größer.
Ab Mitte der 1960er Jahre entstehen Gruppenporträts von Intellektuellen, Künstlern und Tänzern. Partylaune, Freizeitstimmung, Glamour und Schönheit spiegeln sich in diesen Bildern von Freunden, Bekannten, seiner Familie und seiner Frau Ada.
Es dauert weitere zehn Jahre, bis er in den 1970ern das richtige Verhältnis von Bildoberfläche und Grund herausfindet. Nach wie vor an schneller Malerei interessiert, investiert er nun mehr Zeit in die Vorbereitung. In spontaner Maltechnik fertigt er Skizzen, kleine Ölbilder und Bleistiftzeichnungen. Die große Komposition wird mittels Papier-Kartons auf die Leinwand übertragen. Die Farben werden vorab abgemischt und in einer Nass-in-Nass-Technik aufgetragen.
In den späten 1980er und 1990er Jahren konzentriert sich Katz auf großformatige Landschaftsdarstellungen. Neben den Gemälden entstand auch ein umfangreiches druckgrafisches Werk.
Text: APA, Red., Audio: ORF
