Leichtfried: Über große Fragen diskutieren
Die jüngsten wirtschaftspolitischen Aussagen der SPÖ sind eine ziemliche Provokation für den Koalitionspartner ÖVP. Infrastrukturminister Jörg Leichtfried, SPÖ, plädiert dafür auch große Fragen unaufgeregt diskutieren zu können. Die Frage, ob die EU mit ihrer nicht vorhandenen Investitionspolitik dem Standort Europa mehr schade als nütze, sei legitim, so Leichtfried im Ö1-Morgenjournal-Gespräch.
8. April 2017, 21:58
Morgenjournal, 15.9.2016
Minister Leichtfried im Gespräch mit
Kern hat klare Ideen
Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) hat im Koalitionsstreit um die EU-Wirtschaftspolitik "eine unaufgeregte Diskussion auch über große Fragen" gefordert. Zugleich stichelte er aber erneut in Richtung ÖVP. Im Gegensatz zur SPÖ seien beim Koalitionspartner nicht alle im "Team arbeiten", so Leichtfried im Ö1-Morgenjournal.
"Die Frage ob die Europäische Union mit ihrer eigentlich nicht vorhandenen Investitionspolitik dem Standort Europa mehr schadet als nutzt, ist durchaus legitim zu diskutieren", erklärte Leichtfried. Derzeit gehe es in Europa nicht gerecht zu, insbesondere beim Thema Steuern. Die SPÖ sei eine politische Partei, Bundeskanzler Christian Kern habe klare Ideen. "Ich sehe kein Problem darin, das auch öffentlich zu diskutieren", so Leichtfried. Auf der Ebene der Sacharbeit gehöre er "und eigentlich alle in der SPÖ zum 'Team Arbeiten', was man vielleicht nicht von allen in der ÖVP sagen kann". Auf sachlicher Ebene funktioniere die Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner aber sehr gut, betonte Leichtfried.
Ticketsteuer im Gespräch
Der Verkehrsminister bestätigte im Morgenjournal auch eine Meldung der Kronen Zeitung, wonach an eine Absenkung der Ticketsteuer gedacht ist im Falle von Investitionen der Lufthansa in Wien. "Ich glaube, es gibt eine alte Übereinkunft aus der Regierung Bundeskanzler Faymann, dass man unter Umständen die Ticketsteuer reduzieren könnte, wenn das dazu führt, dass der Standort Österreich der Austrian Airlines, der Standort Wien, gestärkt wird, dass die AUA neue Flugzeuge bekommt, dass es mehr Arbeitsplätze bei der AUA gibt". Ob es nun Bewegung gebe, hänge von Entscheidungen der Lufthansa ab, so Leichtfried.
