Feuerwerk beim Wiener Riesenrad

APA/HANS PUNZ

Mottos statt Vorsätze

Wie bringt man Schwung in die private Silvesterparty? Da gibt es der Möglichkeiten viele. Gesellschaftsspiele aller Art sind beispielsweise eine Option, eine Mottoparty zu veranstalten eine andere. Mottopartys, also jene Feiern, bei denen man mit der Kleidung, dem Essen und der Musik einem vorgegebenen Thema folgt - einem Thema wie etwa den 1920er bis 1990er Jahren, der Märchenwelt, Hollywood und seinen Stars, Feen und Piraten, Pyjamas und Glitzerwelten.

Sehr beliebt sind die Bad Taste Partys. Dabei dreht sich alles um den bewusst schlechten Geschmack in puncto Kleidung, Make-up und Accessoires. Es wird also eine Feier veranstaltet, auf der alles erlaubt ist, Hauptsache, es ist nicht schön. Diesem Motto kann man natürlich auch musikalisch folgen. Verunglückte oder nicht ernst zu nehmende Versionen bekannter Standards gibt es ja genug. Diese werden bei Ö1 in der Silvesternacht aber nicht an erster Stelle stehen.

Shaken, not stirred

Wenn Sie einem der Mottos der "Silvester-Jazznacht" mit ihrem persönlichen Outfit folgen möchten, dann ist auch das möglich. Beim Motto "Shaken, not stirred" wird sich die "Silvester-Jazznacht" musikalisch auf die Spur eines der weltweit bekanntesten Geheimagenten machen, der erstmals vor 65 Jahren erfunden wurde. Seine Dienstnummer: 007, und sein Name: Bond, James Bond.

Christian Bakonyi

Der Gastgeber

Am Anfang des musikalischen Interesses von Christian Bakonyi (geb. 1968) stand ein simples, vielfarbiges Kinderxylophon, das er mit Hingabe täglich spielte. Die musikalischen Pausen wurden lesend gefüllt. Während seiner Zeit als Wiener Sängerknabe fasste Bakonyi den Berufswunsch Buchhändler. Nach zehn Jahren wechselte er in die Tonträgerbranche, in der er nach wie vor tätig ist. Seit 1998 gehört er zum Team der "Ö1 Jazznacht".

Dem Outfit der Damen sind hier keine Grenzen gesetzt, vom knappen Bikini (Ursula Andress) über den coolen schwarzen Einteiler aus Leder im Plastiklook (Grace Jones) bis zur engen Skihose, diversen Beduinengewändern, wunderschönen Abendkleidern und Astronautenanzügen ist alles erlaubt.

Die Herren haben da weit weniger Spielraum. Ein dunkler Anzug, schwarz oder dunkelblau, oder ein Smoking mit Fliege oder Krawatte, ein Hemd mit hohem oder auch tiefem Kragen (Daniel Craig) und Oxford-Schnürschuhe sind die erste Wahl. Dazu erklingen Jazzversionen von Bond-Melodien mit Count Basie und Sex Mob. Der gereichte Cocktail möge bitte natürlich nur geschüttelt und nicht gerührt sein.

Hammond

Ein weiteres Motto ist "Hammond". Gemeint ist der Orgelsound. Dazu wird T. C. Pfeiler, der am 1. Jänner 2018 seinen 60er feiert und der Hammond-Orgel sein Leben gewidmet hat, als Studiogast einiges an Musik mitbringen.

1978 traf Pfeiler bei der Internationalen Jazzwoche Burghausen den Jazzorganisten Wild Bill Davis, der zum wichtigsten Lehrer zu Beginn seiner Karriere wurde. Nach wenigen Monaten als Solist gründete Pfeiler sein erstes Trio in der traditionellen Besetzung Hammond-Orgel, Gitarre und Schlagzeug, fallweise erweitert durch einen Saxofonisten.

1980 folgte eine Europatournee mit der Lionel Hampton Big Band und Wild Bill Davis für Hammond. Dabei spielte Pfeiler mit Jazzgrößen wie Illinois Jacquet, Wallace Davenport, Cat Anderson, Joe Newman, Curtis Fuller und Arnett Cobb. Dort erhielt er seinen Nickname T. C. in Anlehnung an The Console, die Hammond-Konsolenorgel. "Hammond" - wer hier einem Dresscode folgen möchte, darf sich die Eleganz von Barbara Dennerlein oder die diversen Anzüge Helge Schneiders, der ja dieses Instrument gern spielt, zum Vorbild nehmen.

"Die 2"

Das fulminante Duo BartolomeyBittmann, das im Februar 2017 ein energiegeladenes Konzert im RadioKulturhaus gegeben hat, ergänzt das Repertoire der Mottopartys perfekt und sorgt ebenso für gute Laune und Abwechslung in der Silvester-Jazznacht, mit der Christian Bakonyi viel Vergnügen wünschen darf. Prosit!

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