Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

1. Gene editing bei Tieren und mögliche Folgen für die Medizin
2. Chemie: Neue Methode zur selektiven Herstellung chiraler Moleküle
3. Stadtforschung: Wie aus dem Grätzel ein multikulturelles Dorf wird

Redaktion: Armin Stadler

1. Gene editing bei Tieren und mögliche Folgen für die Medizin

1866, vor 150 Jahren, wurden zwei Arbeiten des Augustinermönches Gregor Mendel veröffentlicht. Er beschrieb darin seine berühmt gewordenen Kreuzungsversuche mit Erbsen und die daraus abgeleiteten Vererbungsgesetze. Erst rund 40 Jahre später wurden die "vererbten Faktoren", wie Mendel sie genannt hatte, als Gene identifiziert. Noch einmal solange dauerte es, bis die DNA entdeckt wurde. Auch wenn die Tragweite von Mendels Arbeiten nicht gleich erkannt wurde - sie waren doch ein wesentlicher Grundstein für das, was im 20. Jahrhundert als synthetische Theorie bekannt werden sollte; für die Molekulargenetik und für die gerade in den letzten Jahren beschleunigte Entwicklung von Methoden, die Gene zu verändern. All das war gestern und heute Thema bei einem Symposion an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien. Mit Eckhard Wolf, Veterinärmediziner, München. Autorin: Birgit Dalheimer.

2. Neue Methode zur selektiven Herstellung chiraler Moleküle

In unserer Welt spielt Symmetrie eine bedeutende Rolle: Gleichmäßige, einander entsprechende Formen empfinden wir als ästhetisch - vielleicht, weil die bilaterale Symmetrie offenbar zu den Errungenschaften der biologischen Evolution gehört: Auch der menschliche Körper ist im Prinzip symmetrisch - aber nur im Prinzip: Denn der linke Schuh passt eben nicht an den rechten Fuß - und umgekehrt. Auch unsere Hände sind zwar gleich, aber nicht deckungsgleich. - Solche gleiche, aber nicht identische Objekte werden denn auch in der Wissenschaft als chiral bezeichnet. Auch viele organische Moleküle gibt es in zwei spiegelbildlichen, aber nicht deckungsgleichen Formen. Wegen ihrer dadurch besonders hohen biologischen Aktivität sind solche chiralen Verbindungen für die Herstellung von Geschmacks- und Duftstoffen, von Düngemitteln, aber vor allem von Pharmazeutika interessant. - Gerade was diese medizinische Anwendungen betrifft, ist es von großer Bedeutung, solche Moleküle selektiv zu gewinnen: Denn bei einem chiralen Arzneimittel ist gewöhnlich nur eine der beiden Formen aktiv wirksam. Die Entwicklung entsprechender Syntheseverfahren ist eine der größten Herausforderungen für die Organische Chemie. Damit beschäftigt sich, höchst erfolgreich, auch eine Forschungsgruppe an der Universität Wien. Mit Nuno Maulide, Professor für organische Synthese an der Universität Wien. Autorin: Sabrina Adlbrecht.

2. Stadtforschung: Wie aus dem Grätzel ein multikulturelles Dorf wird

Stellen Sie sich vor: Sie wohnen in einer Wohnanlage in einer beliebigen Großstadt. Den Hinterhof haben Sie gemeinsam mit den anderen Bewohnern bepflanzt. Ihre Nachbarin kann das Babyfon bei Ihnen lassen, wenn sie ausgehen möchte, und dafür kümmert sie sich manchmal um Ihre Katze. Auf dem Markt am Platz um die Ecke erfahren Sie vom türkischen Standler die neusten Geschichten aus dem Grätzel. Sie kennen die meisten Menschen aus ihrer Straße mit dem Namen, denn bei regelmäßigen Straßenfesten haben sich alle kennengelernt. Wenn das auf Ihre Wohnverhältnisse zutrifft, leben Sie in einem funktionierenden interethnischen Sozialgefüge. - Die Realität sieht in den meisten Wohngegenden aber anders aus. Wie das multikulturelle Zusammenleben in städtischen Nachbarschaften verbessert werden kann, damit beschäftigt sich das Forschungsprojekt "Interethnic Coexistence in European Cities". Mit Julia Dahlvik, Institut für Stadt- und Regionalforschung an der Akademie der Wissenschaften. Autorin: Hanna Ronzheimer.

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SO | 21 Februar 2016