Praxis Spezial

"Bolivien - Kein Rollstuhl im Sammeltaxi" - Gestaltung: Roberto Talotta

Oscar Oros ist 16 Jahre alt, Mutter Eva 48. Sie ist eine starke Frau, die sich nichts gefallen lässt. Ihr Sohn sitzt im Rollstuhl und das bedeutet ein schwieriges Leben in El Torno, im Osten Boliviens. Öffentlich kommt er nicht in die Schule, denn der Rollstuhl passt nicht in die Busse. Also muss er ein normales, teures Taxi nehmen, denn die Sammeltaxis, die hier günstig zirkulieren, Mikros genannt, sind ebenfalls zu klein. Oscar braucht physiotherapeutische Behandlung. Er sitzt in der Wohnung vor dem Computer inmitten von Tupperware. Die verkauft nämlich die Mutter. Wenn sie nicht am Straßenrand Hühner- oder Erdnusssuppe verkauft. Oscar will einmal IT-Fachmann werden. Die Mutter hat durchgesetzt, dass die Schule eine Rampe bekommt. Eineinhalb Jahre hat der Kampf gedauert.

Bolivien ist ein Schwerpunktland der Hilfsorganisation "Licht für die Welt", die bekannt geworden ist durch Augenoperationen, die in Afrika, Asien und Südamerika durchgeführt werden, damit blinde Menschen wieder sehen können. 30 Euro kostet so eine Operation in diesen Gebieten. Seit einiger Zeit setzt sich die Organisation auch für Inklusion ein: Dass Menschen mit einer Behinderung in der Gesellschaft, in Schulen etc. gleichberechtigt Möglichkeiten der Beteiligung finden. Eine Delegation von "Licht für die Welt" und österreichischen Journalistinnen und Journalisten hat sich jetzt Partnerprojekte in Bolivien angesehen: Von der größten Stadt Boliviens, Santa Cruz, ging die Fahrt nach St. Ignacio und andere Kleinstädte in den berühmten ehemaligen Siedlungen des Jesuitenordens. Gestaltung: Roberto Talotta

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